- Aus der Community
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt
3 Minuten
Es passte irgendwie nicht hinein in mein Leben. Ich mittendrin, im Job alles gut, Heiratsantrag gemacht, glücklich. Und dann eine schwere, langwierige Erkältung. Nach 4 Wochen dann doch mal zum Arzt. Und der wollte direkt einen Rundumcheck machen. „Sie sind ja nun auch schon 35, da kann man mal gucken.“ Na gut, ich bin auch wirklich lange nicht beim Arzt gewesen. Und dann die Ergebnisse der Blutuntersuchung. Ein verdächtig erhöhtes HbA1c und ein verdächtig erhöhter Nüchternblutzucker. Wobei mir beide Werte damals natürlich überhaupt nichts sagten. Ich wusste nichts von Diabetes, gar nichts. Der Arzt empfahl, erst einmal abzuwarten und in zwei Monaten nochmals zu schauen.
Ich trank wie ein Kamel und war ziemlich dauermüde
Dazu sollte es nicht mehr kommen. Nach gut vier Wochen ging ich freiwillig wieder hin, denn ich trank wie ein Kamel und war ziemlich dauermüde. Blutuntersuchung, HbA1c jenseits von 13, Blutzucker außerhalb des messbaren Bereichs. Ab ins Krankenhaus. Zum Glück haben wir eine Diabetesklinik vor Ort, das machte die Sache ein wenig angenehmer.
Die Diagnose war schnell gestellt, ich geschockt und verunsichert. Neben all den neuen Eindrücken, Fachbegriffen und Medikamenten stand ja auch noch die Frage, wie das alles weitergehen sollte. Die Arbeit, mein Leben, die Beziehung. Ich spielte den Starken, doch in mir rumorte es. Dazu kamen noch massive Veränderungen der Sehstärke, die zwar nur ein paar Tage dauerten, mich aber ziemlich verunsicherten. Es war also alles neu, noch war ich in der Klinik und doch ziemlich auf mich allein gestellt.
Eine Woche Auszeit
Eine Woche nahm ich mir. Auszeit. Zu Hause. Wieder ins normale Leben. Und es klappte. Ich entschied mich, in die Offensive zu gehen. Darüber reden, klarkommen und mich informieren. Es gibt ja inzwischen wirklich tolle Foren, Hilfsmittel und Apps. Die Ärzte waren sehr hilfreich und medizinisch top. Auch die Diabetesberaterinnen halfen mir. Aber in mein Leben musste ich selber wieder zurückfinden. Und dabei hätte ich mir schon manchmal ein wenig mehr Hilfe von außen gewünscht. Von anderen Betroffenen zum Beispiel.
Dann begann ich, wieder zu arbeiten. Die Kollegen waren klasse, ebenso die Familie und überhaupt das ganze Umfeld. Nach und nach wurde alles wieder gut und ich lernte, meinen Diabetes zu akzeptieren. Unter dem Strich fühlte ich mich sogar glücklicher als vorher, ich lebte bewusster, mehr in den Tag hinein.
Die neuen Herausforderungen des Alltags
Dazu kamen die neuen, diabetesbedingten Herausforderungen des Alltags. Der Umgang mit den gängigen Vorurteilen („Das darfst Du jetzt nicht mehr essen, oder?“), die erweiterten Anforderungen beim Verlassen des Hauses (genug Insulin, Messgerät funktionsfähig etc.), die Auswirkungen von Sport und Bewegung auf den Blutzucker. Alles neu, alles unbekannt und alles unberechenbar. Und natürlich die regelmäßigen Besuche beim Arzt, der mich bisher nur in Ausnahmefällen zu sehen bekam. Ich musste darauf achten, die richtigen Rezepte zu bekommen. In der Apotheke aufpassen, dass es sich auch wirklich um das gewünschte Insulin handelte. Inzwischen ist das Routine, aber manchmal frage ich noch heute, wie ältere Menschen das hinbekommen, die nicht mehr so genau aufpassen können.
Ich las viel und sprach mit anderen Betroffenen. Dabei erfuhr ich, dass tatsächlich viele Menschen nach der Diagnose das Gleichgewicht verlieren, Freunde verschwinden, Beziehungen in die Brüche gehen. Und wenn dem nicht so ist, so hat man auf jeden Fall viel Aufklärungsarbeit zu leisten, damit zumindest das direkte Umfeld informiert ist und versteht, was Diabetes eigentlich bedeutet.
Im Laufe der Zeit wurde es mir immer wichtiger, auf dem neuesten Stand zu sein. Die aktuelle Technik, Pumpen, CGMs, FGMs und so weiter. All das interessierte mich sehr. Ebenso die vielen Menschen, die ich über den Diabetes kennenlernte, darunter Manager wie ich, Industriekletterer, Hausfrauen, Mütter. Alle waren wie ich der Meinung, dass mehr Hilfe beim Weg zurück ins Leben hilfreich gewesen wäre. Denn dazu gehört mehr als Insulin, Medikamente und eine bewusste Ernährung.
Und heute?
Heute reift die Erkenntnis, dass Diabetes nicht nur schlechte Seiten hat. Neue Erfahrungen, ein bewussteres Leben, mehr Sinn in der täglichen Arbeit sind nur einige der Punkte, die ich aufzählen könnte. Diabetes ist eine Tatsache, die man akzeptieren und annehmen muss, denn verschwinden wird er nicht mehr. Aber das Leben damit kann man selber in die Hand nehmen. Und das ist das Wichtigste.
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?


