- Behandlung
Ertrinken – schnelles Handeln nötig
3 Minuten
In der Serie Blaulicht stellen wir Ihnen die häufigsten Notfälle vor und erläutern diese – und was Sie als Ersthelfer tun sollten.
Der Notfall
Beim Schwimmen im Waldsee erleidet Rüdiger K. einen Unterzucker und kann nicht zurück an Land schwimmen. Er verliert das Bewusstsein und geht unter. Der am Waldsee diensthabende Rettungsschwimmer hat dies beobachtet, springt sofort ins Wasser und kann nach kurzem Suchen Herrn K. am Grund des Sees finden und an Land retten.
Gemeinsam mit seinem Kollegen untersucht er Herrn K. und stellt fest, dass dieser nicht mehr atmet und auch kein Puls an den Halsschlagadern tastbar ist.
Das unternimmt der Ersthelfer
Während der eine Rettungsschwimmer sofort den Notarzt verständigt, dreht der andere den Ertrunkenen auf die Seite und lässt das in Mund und Rachen verbliebene Wasser bestmöglich ablaufen. Danach beginnt er mit der Herzdruckmassage. Der zweite Ersthelfer beatmet den Patienten im Verhältnis 30 Herzdruckmassagen zu 2 Atemstößen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
- Den Verunglückten aus dem Wasser ziehen.
- Rettungsdienst verständigen.
- Herzdruckmassage (plus Atemstöße), bis der Notarzt eintrifft.
Das macht der Rettungsdienst
Wenige Minuten nach der Alarmierung trifft das Rettungsdienst-Team an der Unglücksstelle ein. Gemeinsam mit den Ersthelfern wird die Herzdruckmassage fortgeführt. Zur besseren Beatmung wird Herr K. vom Notarzt intubiert, während der Rettungsassistent die Elektroden des halbautomatischen Defibrillators aufklebt, um die Herzaktivitäten festzustellen.
Der Defibrillator erkennt ein Kammerflimmern, so dass ein Elektroschock vom Notarzt angeordnet wird. Sofort nach Abgabe des Stromstoßes durch das Gerät führen die Helfer die Beatmung über den Tubus und die Herzdruckmassage fort. Es wird ein venöser Zugang gelegt, über diesen werden dann auch umgehend Medikamente verabreicht. Der Notarzt saugt über den Tubus das noch vorhandene Wasser aus der Lunge ab, woraufhin sich der Sauerstoffgehalt im Blut deutlich verbessert.
Da bei der Anlage eines venösen Zugangs standardmäßig auch der Blutzucker bestimmt wird, kann die Besatzung auch schnell auf die Unterzuckerung reagieren. Ohne diese Feststellung wäre die Erfolgschance weit geringer. Die Gabe von Glukose und Adrenalin zeigt nach ca. 15 Minuten ihre Wirkung, und es kann ein Puls getastet werden.
Da Herr K. nun über einen eigenen Herzrhythmus verfügt, wird zügig der Transport zur nächstgelegenen Intensiveinheit eingeleitet. Der Blutzucker wird erneut bestimmt, und da Herr K. zunehmend agiler wird bekommt er ein Beruhigungsmittel verabreicht, denn die Beatmung wird weiterhin durchgeführt.
Ausschlaggebend für den zügigen Erfolg der Reanimationsmaßnahmen war das schnelle, umsichtige Handeln des Rettungsschwimmers und der Ersthelfer.
Das passiert in der Klinik
Nach der erfolgreichen Wiederbelebung wird Herr K. unter weiterer Beatmung in die Klinik gebracht. Dort wird er direkt auf die Intensivstation gelegt. Zunächst muss die Herz-Kreislauf-Situation noch mit Medikamenten stabilisiert werden. Da Herr K. durch das Wasser in der Lunge Fieber bekommt, erhält er über mehrere Tage Antibiotika.
Am zweiten Tag wird Herr K. wacher, und die Beatmung kann beendet werden. Nach zwei Wochen wird Herr K. in eine Reha-Klinik entlassen. Am Ende der Reha-Behandlung zeigt sich: Herr K. hat Glück gehabt – es bleiben keine Schäden am Gehirn zurück.
In der Serie Blaulicht stellen wir Ihnen die häufigsten Notfälle vor und erläutern Ihnen die Art des Notfalls – und was Sie als Ersthelfer sinnvollerweise tun sollten.
Danach zeigen wir Ihenen die Maßnahmen, die die Kollegen vom Rettungsdienst durchführen werden. Da die meisten Notfallpatienten in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, erfahren Sie, was dort üblicherweise gemacht wird.
von Prof. Dr. med. Thomas Haak
Chefredakteur des Diabetes-Journals, Ltd. Notarzt im Main-Tauber-Kreis
und Kai Schlecht
Rettungsdienstleiter beim DRK Bad Mergentheim
Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (8) Seite 34-35
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Soziales und Recht
3 Minuten
- Bewegung
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 4 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-

Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße