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Die Nieren: Faszinierendes Klärwerk unseres Körpers
3 Minuten

Sie sind das Kraft- und Klärwerk unseres Körpers: die Nieren. Jeden Tag filtern sie bis zu 300-mal unsere gesamte Blutmenge. In dieser Zeit strömen über 1 500 Liter Blut durch die beiden Organe. Die Nieren haben aber eine Vielzahl von Funktionen, denn sie sind unsere Ausscheidungsorgane.
Der menschliche Körper besteht zu zwei Dritteln aus Wasser. In jeder Minute scheidet der gesunde Mensch etwa einen Milliliter Urin aus – also rund 1,5 Liter Harn pro Tag. Wir verlieren demnach laufend Flüssigkeit durch Ausscheidung.
Diesen Job regeln unsere Nieren – neben einigen anderen Aufgaben. Die beiden bohnenförmigen Organe liegen als Paar auf beiden Seiten der Wirbelsäule, unterhalb der letzten beiden Rippen. Eine Niere ist etwa 12 Zentimeter lang, 6 Zentimeter breit und 4 Zentimeter dick. Sie wiegt circa 150 bis 200 Gramm.
Was genau passiert da im Körper?
Beim gesunden Menschen steuern die Nieren nicht nur den Wasser- und Mineralhaushalt (Salzgehalt), sondern auch den Säuregrad des Bluts. Sie produzieren zudem Hormone wie das Erythropoetin (EPO), das für die Produktion der roten Blutkörperchen verantwortlich ist. Auch helfen sie bei der Regulation des Blutdrucks.
Die Nieren bestehen u. a. aus kleinsten Filtereinheiten (Nephronen), die sich zusammensetzen aus dem Tubulussystem (Schlauchsystem) und den Nierenkörperchen; diese kleinen Röhrchen filtern die Schadstoffe aus dem Körper, die dann über den Harnleiter an die Blase abgegeben und ausgeschieden werden. Bei Menschen mit einer diabetischen Nephropathie kommt es an diesen Filtern zu einer ersten Schädigung: Sie werden durchlässiger für Eiweiß (Albumin). Eine erhöhte Albuminausscheidung ist demnach ein Hinweis auf eine Nierenschädigung.
Flüssigkeit lagert sich im Gewebe ein
Ist die Niere erst einmal betroffen, wird auch der komplizierte Regelmechanismus des Elektrolyt- und Wasserhaushalts gestört. So steigen die Konzentrationen verschiedener Substanzen im Blut, die beim Nierengesunden mit dem Urin ausgeschieden werden: Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure und andere Abfallprodukte des Stoffwechsels. Weitere Folge: Es lagert sich Flüssigkeit in unterschiedliche Körpergewebe ein. Bei Nierenpatienten wird dies oft an geschwollenen Beinen (Beinödemen) sichtbar.
Patienten mit einer Nierenerkrankung haben oft auch einen erhöhten Blutdruck. Denn in der Niere wird ein spezieller Wirkstoff, das Renin, gebildet, das weitere Stoffe (Angiotensin II und Aldosteron) freisetzt. Dieses Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ist für die oben genannte Regulation des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts zuständig und hat auch entscheidende Auswirkungen auf den Blutdruck. Verschlechtert sich die Nierenfunktion, kommt es außerdem zu einem Hormonmangel.
Fakten zu Diabetes und Nieren
- Etwa 30 bis über 40 Prozent der Menschen mit Diabetes haben eine Nierenschädigung.
- Mehr als 2 000 Patienten kommen pro Jahr durch eine Diabeteserkrankung neu an die Dialyse.
- Besonders hoch ist die Zahl der Typ-2-Diabetiker, die wegen einer Nierenschädigung bzw. eines Nierenversagens an die Dialyse kommen: Fast die Hälfte aller neuen Dialysepatienten hatTyp-2-Diabetes. Ein schlecht eingestellter Blutzucker über viele Jahre und hoher Blutdruck gelten als Hauptursachen.
Dem Körper fehlt dann u. a. EPO, was zu einem Mangel an roten Blutkörperchen führt – man spricht von einer Anämie. Den Kalziumhaushalt regelt das in der Niere aktivierte Vitamin D. Ist zu wenig davon vorhanden, kommt es hier ebenfalls zu Störungen, die sich in Veränderungen an den Nebenschilddrüsen und durch Knochenentkalkungen zeigen.
Die Funktionseinschränkung der Nieren hat auch für andere Organe schwerwiegende Folgen, wie für das Herz. Besonders gefährlich ist der Bluthochdruck (Hypertonie): Etwa 80 Prozent der Hochdruckpatienten erleiden einen Herzinfarkt und rund 50 Prozent der Schlaganfälle werden durch eine Hypertonie verursacht. Die Hälfte aller Herzinfarkte und Schlaganfälle ließe sich durch eine rechtzeitig gute Blutdruckeinstellung vermeiden.
Weltnierentag am 14. März 2019: Nierengesundheit für Alle und Überall
„Nierengesundheit für Alle und Überall“: Das ist das Motto des Weltnierentags am 14. März 2019. Weltweit haben etwa 850 Mio. Menschen eine Nierenerkrankung. Jeder 20. Mensch hat demnach eine geschädigte Niere. Wesentlich dafür verantwortlich sind der Diabetes, aber auch andere Autoimmunerkrankungen und Bluthochdruck.
Jedes Jahr sterben mindestens 2,4 Mio. Menschen an chronischen Nierenerkrankungen (CKD, chronic kidney disease). Diese gelten derzeit als die sechsthäufigste Todesursache. Die Prävention und das Management von Nierenerkrankungen zu verbessern und ein Bewusstsein für CKD zu schaffen – das ist Ziel des Weltnierentags 2019.
Nierenerkrankungen sind vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu finden. Dort fehlt oft die soziale Absicherung der Patienten durch eine Krankenversicherung.
Mehr Informationen gibt es beim Verein „PKD Familiäre Zystennieren e. V.“ unter www.pkdcure.de
Niere macht viel mit!
Unsere Nieren haben sehr große Funktionsreserven. Erst wenn mehr als zwei Drittel des gesamten Nierengewebes zerstört sind, kommt es zu starken Einschränkungen. Nicht umsonst wird die Nierenerkrankung als „stiller Killer“ bezeichnet. Wie gesagt: Ein langjähriger, schlecht eingestellter Diabetes in Kombination mit Bluthochdruck kann schwere Nierenschädigungen hervorrufen, die nicht wieder rückgängig zu machen sind und bis an die Dialyse führen können.
Das muss aber nicht sein. Wird eine Nierenerkrankung frühzeitig erkannt, lässt sich deren Fortschreiten meist stoppen bzw. hinauszögern – etwa durch blutdrucksenkende Medikamente, eine gute Blutzuckereinstellung und ggf. einen Rauchstopp der Betroffenen (siehe Beitrag „Die besten Tipps zum Nierenschutz “).
Schwerpunkt: „Diabetes und Niere“
- Die Nieren: Faszinierendes Klärwerk unseres Körpers
- Geschädigte Niere bei Diabetes: Früherkennung und Therapie
- Zwei Beispiele: Menschen mit Diabetes und Nierenerkrankung
- „Der Blutdruck ist noch wichtiger als der Blutzucker“
- Die besten Tipps zum Nierenschutz
- „Die Dialyse in mein Leben einbauen“
- Nach Transplantation: „Heute bin ich in Topform!“
von Angela Monecke
Angela Monecke ist eine erfahrene und bestens vernetzte Journalistin, die für den Diabetes-Anker aus Berlin über gesundheitspolitische Themen Berichtet. Die gebürtige Schwäbin hat selbst Typ-1-Diabetes und ist zudem Chefredakteurin der Zeitschrift „Der Nierenpatient“.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (2) Seite 14-15
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kleisen postete ein Update vor 4 Stunden, 33 Minuten
Ich kündige das Abo mit Ihnen zum nächstmöglichen Zetpunkt. Danke . Bitte bestätigen. Klaus Eisenschmidt, Bloherfelder str. 212D, 26129 Oldenburg
kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 6 Tagen, 2 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen
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