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Neues CGM-System für Menschen mit Typ‑2‑Diabetes: Glukosesensor Dexcom Flex ist ab sofort in Deutschland erhältlich
4 Minuten

Ein neu verfügbares CGM-System richtet sich an Erwachsene mit Typ‑2‑Diabetes, die ihren Stoffwechsel genauer im Blick behalten möchten. Der Glukosesensor Dexcom Flex kann bis zu 15 Tage lang getragen werden. Er misst Werte rund um die Uhr, zeigt Glukoseverläufe per App an und soll helfen, Alltagssituationen, Medikamente und Werte besser aufeinander abzustimmen.
Wie das Unternehmen Dexcom mitteilt, ist seit dieser Woche mit dem Dexcom Flex ein neues System zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) für Erwachsene mit Typ‑2‑Diabetes in Deutschland verfügbar. Entwickelt wurde es speziell für Menschen, die kein intensiviertes Insulinschema mit mehreren Injektionen täglich durchführen, sondern mit anderen Medikamenten therapiert werden sowie Maßnahmen für einen gesünderen Lebensstil anwenden.
Für wen der Dexcom Flex Glukosesensor gedacht ist
Dexcom Flex richtet sich demnach an Erwachsene ab 18 Jahren mit Typ‑2‑Diabetes, die:
- eine Therapie mit Basalinsulin durchführen,
- orale Antidiabetika (Tabletten) zur Blutzuckerregulierung einnehmen,
- GLP‑1‑Rezeptoragonisten erhalten,
- primär mit Ernährung und Bewegung behandelt werden, aber noch keine intensivierte Insulintherapie benötigen
- oder eine Kombination dieser Therapie-Optionen anwenden.
Für wen das System konkret geeignet ist, hängt von der persönlichen Stoffwechsellage, den bisherigen Messgewohnheiten, der Bereitschaft, sich mit Therapiedaten zu beschäftigen und nicht zuletzt von der Kostenfrage ab. Diese Punkte sollten vorab abgewogen und mit dem Behandlungsteam besprochen werden.
Wie das Dexcom Flex CGM-System funktioniert
Dexcom Flex besteht im Kern aus drei Komponenten:
- Einem kleinen Sensor, der mithilfe einer Setzhilfe auf die Haut aufgeklebt wird und regelmäßig den Glukosewert in der Gewebsflüssigkeit misst.
- Einem Sender, der diese Messwerte weitergibt.
- Einer App für Android oder iOS, die die Daten auf dem Smartphone anzeigt. Alternativ lassen sich auch eine kompatible Smartwatch oder ein separates Empfangsgerät nutzen.
Laut Herstellerangaben hat der Dexcom Flex eine Tragedauer von bis zu 15 Tagen. Dazu kommt eine Toleranzzeit von etwa 12 Stunden, in der der Sensor noch weiter genutzt oder in Ruhe gewechselt werden kann. Wie gut er tatsächlich in dieser Zeitspanne hält, hängt aber auch von Faktoren wie Hautbeschaffenheit, Pflasterhaftung und bestimmten Alltagssituationen (Schwitzen, Duschen etc.) ab.
Die Messung läuft im Hintergrund, ohne dass man für jeden Wert in den Finger stechen muss. Die App zeigt in Echtzeit aktuelle Glukosewerte in der Gewebsflüssigkeit an. Zudem informiert sie darüber, ob die Werte gerade eher steigen oder fallen. Wenn Messwerte nicht zu konkreten Beschwerden passen oder vom eigenen Empfinden stark abweichen, empfiehlt der Hersteller weiterhin die punktuelle Kontrolle mit einem Blutzuckermessgerät.
Video „Diabetes-Docs erklären Technik“: So funktionieren CGM-Systeme
Im diesem Video aus unserer Reihe „Diabetes-Docs erklären Technik“ geht es um Grundsätzliches zur Behandlung des Diabetes mithilfe technologischer Hilfsmittel: um Diagnose-Verfahren, Zielbereiche und die verschiedenen Methoden zur Glukosemessung. Darüber spricht Dr. Oliver Schubert-Olesen mit Thorsten von Elling, der mit Typ-2-Diabetes lebt.
Einblicke in den Tagesverlauf und die Effekte der Therapie
Ein Merkmal von Glukosesensoren wie dem Dexcom Flex sind zusätzliche Informationen rund um den eigenen Alltag mit Diabetes. In der App können Anwenderinnen und Anwender Mahlzeiten, Bewegung und weitere Aktivitäten protokollieren. Die Glukosekurve lässt sich damit besser mit konkreten Situationen verbinden. Beispielsweise wie der Glukoseverlauf auf ein bestimmtes Frühstück reagiert oder was beim Spaziergang nach dem Abendessen passiert.
Die Daten sollen helfen, typische Muster zu erkennen. Diese können dann genutzt werden, um gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt gezielter über Ernährung, Bewegung und Medikamentendosis zu sprechen. Zusätzlich können Warnungen für niedrige Glukosewerte eingestellt werden. Sie können unterstützen, kritische Unterzuckerungen frühzeitig zu bemerken. Wie sensibel diese Warnungen reagieren, lässt sich in der App anpassen.
Gerade wer Basalinsulin oder GLP‑1‑Medikamente nutzt, steht oft vor der Frage, ob die bisherige Behandlung gut zum Alltag passt. Die gemessenen Glukosekurven können Hinweise liefern, ob etwa nachts häufig unbemerkte Unterzuckerungen auftreten oder ob die Werte nach bestimmten Mahlzeiten regelmäßig deutlich ansteigen. Solche Informationen ersetzen keine ärztliche Beurteilung, können Gespräche mit dem Diabetesteam aber konkreter und zielführender machen.
Was beim Einsatz von CGM-Systemen beachtet werden sollte
Ein kontinuierliches Messsystem kann helfen, den eigenen Diabetes besser zu verstehen. Doch trotz der diversen technischen Möglichkeiten sind CGM-Systeme kein Autopilot für den Diabetes. Eine angepasste Ernährung und ausreichend Bewegung bleiben weiterhin wichtig. Und Entscheidungen zu Medikamentendosierungen sollten weiterhin mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden. Zudem können die vielen Daten für manche auch belastend wirken, wenn sie sich von jeder Schwankung unter Druck gesetzt fühlen. Hier gilt es, einen ausgewogenen Umgang damit zu finden.
Wie sehr sich der CGM-Einsatz auf Langzeitwerte wie den HbA1c und auf das Risiko für Komplikationen bei Typ‑2‑Diabetes auswirkt, hängt vom Einzelfall ab und ist weiterhin Gegenstand laufender Forschung. In aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten wurde untersucht, ob ein CGM‑Einsatz auch Menschen mit Typ‑2‑Diabetes ohne intensivierte Insulintherapie nützt.
Randomisierte Studien und Übersichtsarbeiten (z.B.: 1, 2, 3) zeigen, dass kontinuierliche Glukosemesssysteme den Langzeitwert HbA1c im Mittel um rund ein Drittel bis zwei Drittel Prozentpunkte senken und die Zeit im Zielbereich deutlich verlängern – im Vergleich zu einer herkömmlichen Blutzuckermessung bei sonst gleicher Betreuung. Besonders wenn die Messdaten zusammen mit dem Behandlungsteam ausgewertet werden, lassen sich Ernährung, Bewegung und medikamentöse Therapie offenbar genauer an den eigenen Stoffwechsel anpassen.
Mehr zum Thema:
➤ CGM und Smart-Pens: Wie moderne Technik das Leben mit Diabetes verändert
Erhältlichkeit und Kosten des Dexcom Flex
Dexcom Flex ist seit Mitte Juli 2026 in Deutschland verfügbar und kann von Menschen mit Typ‑2‑Diabetes über den Dexcom‑Onlineshop bestellt werden. Ob und in welchem Umfang die gesetzliche oder private Krankenversicherung die Kosten übernimmt, hängt von der individuellen Situation, möglichen medizinischen Gründen und den Vorgaben der jeweiligen Kasse ab. Dazu sind zudem eine ärztliche Verordnung und Rücksprachen mit der Krankenkasse notwendig.
von Gregor Hess
mit Materialien von Dexcom
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thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 22 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Tagen, 16 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 2 Tagen, 18 Stunden
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 5 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
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