- Behandlung
Forscher entdecken neue Wirkstoffklasse
2 Minuten
Ein US-amerikanisches Wissenschaftlerteam berichten in einer Forschungsarbeit über eine neue Substanz, die sich für die Behandlung des Typ-2-Diabetes eignen könnte. Sie unterbindet die Bildung von Zucker in der Leber, verbessert den Stoffwechsel und die Insulinwirkung – bisher allerdings nur im Tiermodell.
Ist die sogenannte Basistherapie bei Typ-2-Diabetes nicht erfolgreich, kommen verschiedene Diabetesmedikamente zum Einsatz. Sie sollen eine Gewichtsabnahme und eine Blutzuckersenkung erreichen. Für bessere Ergebnisse und mehr Möglichkeiten, die Therapie auf den einzelnen Patienten anzupassen, suchen Forscher weltweit nach neuen Behandlungsstrategien. Eine Gruppe aus den USA könnte nun ein neues Werkzeug gefunden haben.
350.000 verschiedene Substanzen wurden insgesamt getestet
Dafür konzentrierten sie sich auf das Molekül PGC-1a: Es steuert die Bildung von Zucker (Glukose) in der Leber und beeinflusst den Energiehaushalt. Diese Eigenschaften machen es zu einer sehr geeigneten Zielstruktur für Diabetesmedikamente. Allerdings galt PGC-1a, den Autoren zufolge, bisher als non-druggable, also nicht durch Medikamente beeinflussbar.
Um dieser Annahme auf den Grund zu gehen, entwarfen sie ein groß angelegtes Suchverfahren nach möglichen Wirkstoffen, ein sogenanntes Hochdurchsatz-Screening. Damit testeten sie rund 350.000 verschiedene Substanzen hinsichtlich ihres Einflusses auf PGC-1a. Dabei kristallisierten sich weit über 700 Kandidaten heraus. In weiteren Versuchen testeten die Wissenschaftler diese umfangreich auf gute Wirksamkeit und Verträglichkeit, sodass sich die Liste auf neun mögliche Verbindungen reduzierte.
Im Tiermodell verbesserten sich Nüchternblutzucker und Insulinsensitivität
Den vielversprechendsten Kandidaten (eine Substanz mit dem Namen SR-18292) testeten die Forscher dann zunächst an menschlichen Leberzellen und in der Folge auch an Mäusen mit Typ-2-Diabetes. Dabei beobachteten sie, dass die Gabe des Wirkstoffs die Aktivität von PGC-1a bremste. In der Folge verbesserten sich bei den Tieren der Nüchternblutzucker sowie die Insulinsensitivität.
Letzteres bezeichnet die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin, also wie gut das Hormon den Blutzucker kontrollieren kann. Entsprechend verbesserte sich bei den Versuchstieren auch der Zuckerstoffwechsel durch die Testsubstanz. Wie von den Forschern vermutet, gingen die Effekte auf eine geringere Zuckerproduktion in der Leber zurück.
Die Publikation im renommierten Fachjournal Cell spricht dafür, dass die Fachwelt die neue Wirkstoffklasse für relevant hält. Nach eigenen Angaben wissen die Forscher bisher allerdings noch nicht konkret, durch welchen Mechanismus die Testsubstanz genau auf PGC-1a wirkt. Zudem müssten künftige Studien noch beweisen, dass auch menschliche Diabetespatienten gefahrlos davon profitieren können. Entsprechend viel Arbeit und Zeit müsste noch investiert werden.
Quelle: Diabetesinformationsdienst München
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Leben mit Diabetes
13 Minuten
- Technik
4 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 5 Tagen, 19 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 5 Tagen, 21 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 5 Tagen, 19 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
