- Behandlung
Fragen aus der Praxis: Haarige Grundlagen
4 Minuten

Für den ersten Artikel haben wir die Form eines fiktiven Frage-Antwort-Spiels gewählt. Die Fragen zum Thema weiblicher Haarverlust werden so ähnlich immer wieder in unserer Hormonsprechstunde gestellt.
Welche Arten von Haaren lassen sich bei Frauen unterscheiden?
Geboren werden wir mit dem Lanugohaar. Diese Haare sind kurz, dünn, weich und meist nicht pigmentiert. Das Vellushaar ist das normale Oberflächenhaar, das dünn, farblos und nicht länger als 2 cm ist. Terminalhaare befinden sich bereits bei der Geburt am behaarten Kopf sowie an Wimpern und Augenbrauen. Sie sind lang und dick und unterschiedlich pigmentiert.
Jeder Mensch besitzt normalerweise 80.000 bis 140.000 Kopfhaare. Die mittlere Anzahl der Kopfhaare hängt interessanterweise mit der Haarfarbe zusammen. Blonde haben ca. 140.000 Haare, Brünette etwa 100.000 und Rothaarige nur 85.000. Die Sexualhaare entwickeln sich aus den Vellushaaren an bestimmten Körperstellen in der Pubertät unter dem Einfluss von Testosteron. Hierzu zählen bei der Frau die Achsel- und die Genitalbehaarung.
Wie sind die Kopfhaare aufgebaut?
Der sichtbare Teil eines Kopfhaares (Haarschaft) besteht aus einem Markkanal, einer Faserschicht und einer Schuppenschicht (siehe Abb. 1). Durch das Mark unterscheiden sich dickes und dünnes Haar. Dem dünnen Haar fehlt das Haarmark. Die Faserschicht macht 80 Prozent des Haarschaftes aus. Sie besteht aus Keratin, das dem Haar Elastizität, Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gibt.
Abb. 1: So ist der außen sichtbare Teil eines Terminalhaares aufgebaut.
In der Faserschicht sind auch die Farbpigmente eingelagert. Werden die Farbpigmente durch Luftbläschen ersetzt, erscheinen die Haare grau bzw. weiß. Den unteren, nicht sichtbaren Teil des Kopfhaares bilden die Haarpapille und der Haarbulbus (siehe Abbildung links), die für die Verankerung und das Wachstum des Haares verantwortlich sind.
Abb. 2: So ist ein Terminalhaar aufgebaut.
Gibt es einen Wachstumszyklus der Kopfhaare?
Ja! Und das Verständnis dieses Wachstumszyklus ist die wichtigste „haarige Grundlage“. Das Wachstum der Kopfhaare folgt einem charakteristischen Zyklus, der in der Regel etwa 7 Jahre dauert und im Laufe eines Menschenlebens 10- bis 12-mal durchlaufen wird. Die Wachstumsphase (Anagenphase) dauert 2 bis 6 Jahre. Dabei wächst das Kopfhaar mit einer Geschwindigkeit von 0,3 mm pro Tag oder 1 cm im Monat.
Von der Dauer dieser Wachstumsphase ist die maximale Haarlänge abhängig. Sie dauert beim Mann ca. 2 bis 4 Jahre und bei der Frau ca. 4 bis 6 Jahre. In dieser Zeit wird von der Haarwurzel aktiv das Kopfhaar gebildet. In der Übergangsphase (Katagenphase), die 2 bis 4 Wochen dauern kann, kommt es zum Wachstumsstopp des Haarwuchses. Anschließend schließt sich eine 2- bis 4-monatige Ruhephase (Telogenphase) an.
Der Wachstumszyklus des Kopfhaares besteht aus drei unterschiedlichen Phasen.
In dieser Zeit wächst das Haar nicht mehr, und es kommt schleichend zu einem Verlust der Verankerung des Kopfhaares bis zum Ausfallen des Kopfhaares. Typischerweise formen sich die Haare in den letzten beiden Phasen kolbenartig um, so dass man auch vom Kolbenhaar spricht. Und danach beginnt der nächste Haarzyklus mit der mehrjährigen Wachstumsphase (siehe Abb. 3).
Welche Formen des weiblichen Haarverlustes gibt es?
Von einem diffusen Haarausfall spricht man, wenn pro Tag mehr als 100 Kopfhaare verloren gehen. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu wissen, dass jedes Kopfhaar seinem eigenen Haarzyklus folgt und die Kopfhaare untereinander nicht synchronisiert sind. Fällt das Kopfhaar bei Frauen ähnlich wie bei Männern mit Betonung im Mittelscheitel aus, spricht von einem androgenetischen Typus. Der seltenere kreisrunde Haarausfall kann kleinere Areale des Kopfes betreffen, aber auch bis zur völligen Glatzenbildung führen.
Welche Unterschiede bestehen zwischen den drei Formen des weiblichen Haarausfalls?
Der wichtigste Unterschied zwischen dem diffusen und dem androgenetischen Haarausfall ist, dass beim androgenetischen Haarausfall besonders die Haarwurzeln betroffen sind und sich beim diffusen Haarausfall in der Regel nur der Haarzyklus verändert. Das macht verständlich, warum ein diffuser Haarausfall prognostisch immer günstiger einzustufen ist als ein androgenetischer.
Die Ursache für den kreisrunden Haarausfall ist eine Autoimmunerkrankung, bei dem die Haarfollikel vom Immunsystem angegriffen werden. Beim kreisrunden Haarausfall kommt es bei jedem dritten Patienten zur spontanen Ausheilung nach 6 Monaten – und nach 1 Jahr ist sogar jeder zweite Patient wieder erscheinungsfrei.
Welche Untersuchungen sollten zum Abklären des weiblichen Haarausfalls durchgeführt werden?
Zunächst ist es ausreichend, wenn Ihr Hausarzt die Schilddrüsenhormonwerte prüft und außerdem, ob bei Ihnen ein Eisenmangel vorliegt. Bei einem androgenetischen Haarausfall sollte er sich hinsichtlich der weiteren Blutuntersuchungen gynäkologischen oder endokrinologischen Rat einholen. In Zweifelsfällen veranlasse ich zusätzlich bei einem dermatologischen Kollegen das Anfertigen eines Trichogramms.
Das Trichogramm dient der Quantifizierung der 3 Stadien des Haarzyklus. Es müssen etwa 20 bis 50 Haare dafür entfernt und anschließend mikroskopisch untersucht werden. Im Allgemeinen gilt als normal, dass sich über 80 Prozent der Haupthaare im Wachstums- und ca. 1 bis 3 Prozent im Übergangsstadium befinden, während der Ruheanteil unter 20 Prozent sein sollte.
Liegt der Anteil der Haare in der Ruhephase höher als 20 Prozent, deutet dies auf einen verstärkten Haarausfall hin, der sich auf über 50 Prozent bei allen drei Formen des weiblichen Haarausfalls steigern kann.
- Haarige Grundlagen
- Die tägliche Angst vor der Haarbürste
- Mein Ich: ein Mann im Spiegel?
Von Prof. Dr. med. Reinhard Zick
Medicover MVZ, Möserstraße 4A, 49074 Osnabrück,
E-Mail: der.chef@mac.com
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (7) Seite 20-22
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thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 12 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Tagen, 6 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 4 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße