Gestörte Zuckeraufnahme im Darm hilft der Gesundheit

< 1 minute

© © regine schöttl - Fotolia.com
Gestörte Zuckeraufnahme im Darm hilft der Gesundheit

Über einen Umweg konnte ein Wissenschaftlerteam einen ursächlichen Zusammenhang zwischen geringem Zuckerkonsum und positiven Effekten für die Gesundheit belegen. Menschen mit bestimmten Mutationen im Glukose-Transportsystem SGLT-1 nehmen weniger Zucker aus dem Darm auf. Die gesundheitlichen Effekte sind laut einer amerikanischen Arbeitsgruppe gleichzusetzen mit den Auswirkungen eines sehr geringen Zuckerkonsums.

Der Natrium (engl. Sodium)-Glukose-Cotransporter-1 (SGLT-1) ist ein Transportprotein in der Zellmembran der Darmschleimhautzellen, welches verantwortlich dafür ist, dass Zucker aus dem Darm aufgenommen und weiter ins Blut überführt wird. Ist das Transportprotein durch Mutationen gänzlich funktionsuntüchtig, kommt zu einer seltenen, aber schwerwiegenden Erkrankung, der Glukose/Galactose-Malabsorption: bei Neugeborenen führt eine solche Erkrankung zu schweren Durchfällen und kann tödlich sein. Nur eine streng Glukose- und Galaktosereduzierte Diät kann helfen.

Andere Mutationen beeinträchtigen den SGLT-1-Transporter nur leicht. In dem Fall nehmen Menschen mit diesen Mutationen ihr Leben lang deutlich weniger Glukose ins Blut auf, als ihre Nahrung enthält.

Mögliche Grundlage für neue Therapieansätze

Diese Tatsache machten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunutze. Mithilfe von Genanalysen filterten sie die Träger dieser Mutationen aus der Gruppe der Probanden von großen Kohortenstudien heraus. Zwischen drei und 13 Prozent der Probanden waren durchschnittlich betroffen. In oralen Blutzuckerbelastungstests zeigten diese Personen deutlich niedrigere Blutzuckerwerte.

Über den Zeitraum von 25 Jahren hatten diese Menschen mit reduzierter Glukoseaufnahme ein deutlich geringeres Risiko, schweres Übergewicht (Adipositas), Typ-2-Diabetes oder Herzinsuffizienz zu entwickeln, wie die im Fachjournal veröffentlichten Ergebnisse der Studie zeigen.

Für die Forscher bestätigt dies den ursächlichen Zusammenhang zwischen Zuckerverzehr und den genannten Krankheitsbildern. Die Autoren fordern eine weiterführende Erforschung von Effekten der SGLT-1-Mutationen. Eventuell könnte dies die Grundlage für neue Therapieansätze zur Behandlung von Adipositas, Diabetes und verwandten Krankheiten sein.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Mit Typ-1-Diabetes: Auf in die Schule nach Spanien!
Von ihrem Typ-1-Diabetes ließ sich Juliana Heidenreich nicht von ihrem Traum abhalten, ein halbes Jahr in Spanien zur Schule zu gehen. Gut vorbereitet zusammen mit ihrer Familie konnte sie die Zeit bei ihrer Gastfamilie genießen.
Mit Typ-1-Diabetes: Auf in die Schule nach Spanien! | Foto: privat

8 Minuten

Gesünder Leben: Die Kraft der kleinen Schritte
Wie viel Veränderung ist nötig, um gesünder zu leben? Muss wirklich alles von Ernährung über Bewegung bis hin zur gesamten Lebensführung radikal umgestellt werden? Aktuelle Studien zeigen, dass es auch die kleinen Schritte sein können, die zu den gewünschten Effekten führen können.
Gesünder Leben: Die Kraft der kleinen Schritte | Foto: vegefox.com – stock.adobe.com

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Woche

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%