- Behandlung
Gut geschult: Unterzuckerungen im Straßenverkehr verhindern
2 Minuten

Unterzuckerungen (Hypoglykämien) stellen für Menschen mit Diabetes auch im Straßenverkehr eine ernstzunehmende Gefahr dar. Oft werden Symptome schlecht oder zu spät erkannt, das Unfallrisiko steigt. Das Schulungs- und Behandlungsprogramm HyPOS hilft Betroffenen dabei, Unterzuckerungen besser wahrzunehmen, zu vermeiden und zu bewältigen. Ziel ist, dass Patienten Strategien für den Umgang mit Hypoglykämien erarbeiten und so ein eigenverantwortlicheres Leben mit Diabetes führen.
In der kalten Jahreszeit bedingen Dunkelheit und Nässe oftmals ein erhöhtes Unfallrisiko. Als Autofahrer sieht man Fußgänger und Radfahrer häufig erst spät, auf regennasser Fahrbahn gerät man schnell ins Rutschen. Potentielle Gefahren kennen auch insulinpflichtige Diabetiker: Sie wissen um das tägliche Risiko von Hypoglykämien im Straßenverkehr. „Dennoch wollen und sollen Menschen mit Diabetes nicht auf ihre Mobilität verzichten“, betont Prof. Dr. Bernhard Kulzer, Bad Mergentheim.
Wenn Unterzuckerung nicht, schlecht oder erst spät wahrgenommen werden
Das strukturierte Schulungs- und Behandlungsprogramm HyPOS richtet sich an Menschen mit Diabetes, die ihre Unterzuckerung nicht, schlecht oder erst spät wahrnehmen. „Aber auch Patienten, die häufig schwere Hypoglykämien erleben, können von dem Schulungsprogramm nachhaltig profitieren“, ergänzt Kulzer.
Neben der Vermittlung von Informationen über die Problematik von häufigen niedrigen Blutzuckerwerten ist es ein Ziel von HyPOS, dass Menschen mit Diabetes insgesamt über eine verbesserte Hypoglykämiewahrnehmung verfügen. Dadurch soll nicht nur der Umgang mit Unterzuckerungen optimiert, sondern auch deren Häufigkeit deutlich reduziert werden.
Studienergebnisse bestätigen Wirksamkeit des Programms
In einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten Studie in bundesweit 23 Studienzentren wurde die Wirksamkeit von HyPOS evaluiert. Bereits nach sechs Monaten zeigte sich bei den Kursteilnehmern eine signifikant verbesserte Hypoglykämiewahrnehmung und der Anteil milder Hypoglykämien war signifikant reduziert. Eine 2-Jahres-Katamnese ergab außerdem, dass sich das Risiko für das Auftreten von schweren Unterzuckerungen für HyPOS-Teilnehmer um 60 Prozent reduzierte.
„Die persönlichen Belastungen wie zum Beispiel im Familien- oder Berufsalltag, die durch Unterzuckerungen entstehen, können durch das Schulungsprogramm so ebenfalls vermindert werden“, resümiert Kulzer.
HyPOS wurde vom Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) mit Unterstützung der Berlin-Chemie AG entwickelt. Es ist als strukturiertes Schulungsprogramm vom Bundesversicherungsamt (BVA) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anerkannt und für den Einsatz innerhalb der DMP-Programme Typ-1- und Typ-2-Diabetes zugelassen. Weitere Informationen zu HyPOS unter www.hypos.de.
Quelle: Pressemitteilung der Berlin-Chemie AG
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Soziales und Recht

2 Minuten
- Behandlung

3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt postete ein Update vor 2 Tagen, 17 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße