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Guter Impfschutz ist gefragt!
5 Minuten
Wie steht es um Ihren Impfschutz? Die Frage sollten Sie dank Ihres Hausarztes immer mit “Gut!” beantworten können. Dies gilt vor allem für Diabetiker und vor allem auch für Kinder und Jugendliche. Ein Plädoyer für einen guten Impfschutz.
Wie sich später beim Hausarzt herausstellt, hat Peter M. tatsächlich, durch Blutuntersuchung (Antikörper) nachgewiesen, einen Keuchhusten(Pertussis). Seine über 80-jährige Mutter bestätigt auch, dass er nicht geimpft worden war und er auch als Kind keinen Keuchhusten durchgemacht hatte.Nach 3 Wochen Antibiotika und Inhalation unterstützender Lungensprays bessert sich sein Befinden deutlich – aber richtig fit ist er erst wieder nach 7 Monaten! Angesteckt hatte er sich wahrscheinlich bei einem Heimbewohner, der selbst Keuchhusten hatte!
Die STIKO ist die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin – sie gibt die jeweils aktuellen Impfempfehlungen heraus. Demnach sollten sich speziell auch Erwachsene mit Diabetes fragen, ob bezüglich Kinderkrankheiten ein ausreichender Schutz besteht: gegen Keuchhusten,Mumps, Masern, Röteln, Diphtherie oder auch Windpocken. Oder ob die jährliche Impfung z. B. gegen Grippeviren oder gegen Pneumokokken besteht (das sind Erreger, die eine schwere bis tödliche Lungenentzündung verursachen können)?
Darüber hinaus sollte nachgesehen werden, ob ein Schutz gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) und gegen Tetanus (Wundstarrkrampf)besteht.
Diabetes und Infektionen
Menschen mit Diabetes haben ein leicht erhöhtes Risiko für Atemwegsinfektionen einschließlich einer Pneumokokken-Pneumonie: einer Lungenentzündung, ausgelöst durch Pneumokokken. Außerdem ist die Sterblichkeit durch eine Influenza-Infektion, also eine richtige Grippe, bei Diabetikern erhöht. Diabetiker haben wie Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen meist auch ein erhöhtes Risiko für eine Hepatitis B (infektiöse Leberentzündung).
Besteht bereits eine chronisch verlaufende Hepatitis-B-Infektion, so verläuft die Entwicklung zu einer Leberzirrhose deutlich schneller als bei einem Patienten ohne Diabetes. Diabetiker mit Nierenversagen, speziell wenn sie an der Hämodialyse (Blutwäsche) sind, sollten nach den heutigen Leitlinien unbedingt auch gegen Hepatitis B geimpft werden.
Diabetiker sind infektanfälliger
Laut aktueller Studien haben ältere Patienten mit einer Lungenentzündung in 10 bis 20 Prozent der Fälle als Begleiterkrankung auch einen Diabetes mellitus. Darüber hinaus wurde in weiteren Studien der Diabetes als Risikofaktor für tiefe Atemwegsinfektionen identifiziert – Diabetiker haben ein etwa 3-fach erhöhtes Risiko, an einer schweren Pneumokokken-Infektion zu erkranken. Ob Diabetiker häufiger eine Influenza durchmachen, ist durch Studien nicht eindeutig belegt, allerdings verläuft die Influenza bei Diabetikern schwerer und führt häufiger zum Tod.
Woran liegt dies?
Offensichtlich besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit bei Menschen mit Diabetes gegenüber verschiedenen Bakterien und Pilzen, die sich durch eine gestörte erregerspezifische Immunschwäche erklären lässt.
Die Impfempfehlungen
Standardimpfungen für Erwachsene
Laut STIKO sollen alle Erwachsenen wie erwähnt eine Grundimmunisierung haben gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf und Kinderlähmung. Wenn irgend möglich, sollten alle jungen Erwachsenen ab dem 18. Lebensjahr im Rahmen einer Auffrisch-Impfung darüber hinaus gegen Keuchhusten geimpft werden; gerade der Keuchhusten verläuft im Erwachsenenalter sehr viel langsamer, aber schwerwiegender und kann den Diabetes massiv durcheinanderbringen.
Die Impfung gegen Keuchhusten sollte vor allem bei Menschen durchgeführt werden, die Kontakt zu Kindern oder die beruflich Kontakt mit kranken Menschen haben: Krankenschwestern, Ärzte etc. Die letzte Impfung sollte dabei nicht länger als 10 Jahre zurückliegen. Eine Auffrisch-Impfung gegen Diphterie und Tetanus ist etwa alle 10 Jahre notwendig. Besteht keine ausreichende Grundimmunisierung, kann diese auch im Erwachsenenalter nachgeholt werden.
“Poliomyelitis”, die Kinderlähmung
Beispiele aus den letzten 5 Jahren zeigen, dass eine Einschleppung von Poliomyelitisfällen bei nachlassendem Impfschutz auch in bereits poliomyelitisfreien Regionen möglich ist wie in Russland 2012 oder China 2011. Um die Einschleppung nach Deutschland zu verhindern, sollten Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen ausreichenden Impfschutz haben: Erwachsene über 18 Jahre sollten 1-mal im Leben eine Grundimmunisierung erhalten haben – und mindestens eine Auffrisch-Impfung.
Routinemäßige Auffrisch-Impfungen alle 10 Jahre wie früher werden nicht mehr generell empfohlen, sondern nur für spezielles medizinisches Personal oder für Menschen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko wie Reisende in bestimmte Risikogebiete (Pakistan, Afghanistan, Nigeria etc.).
Masernschutz auch für Erwachsene?
Gegen Masern empfiehlt die STIKO seit 2010 auch eine Impfung für Erwachsene und für alle, die nach 1970 geboren wurden und noch keinen ausreichenden Impfschutz gegen Masern haben – also die noch gar nicht oder in der Kindheit nur 1-mal geimpft wurden. Die Gründe dafür sind ebenfalls wieder Masernausbrüche bei zunehmend unzureichend geimpften jungen Erwachsenen!
Röteln
Bei Diabetikerinnen im gebärfähigen Alter sollten 2 Röteln-Impfungen auf jeden Fall dokumentiert sein. Da ein isolierter Rötelnimpfstoff seit 2013 nicht mehr verfügbar ist, wird die Impfung mit dem Kombinationsimpfstoff für Mumps, Masern und Röteln (MMR) durchgeführt.
Pneumokokken
Eine routinemäßige, alle 5 Jahre sich wiederholende Impfung gegen Pneumokokken wird seit einigen Jahren von der STIKO nicht mehr grundsätzlich empfohlen, sondern nur noch für bestimmte Risikogruppen. Dazu gehören Menschen mit einer Immunschwäche oder auch einer chronischen Nierenerkrankung.
Dazu gibt es neuerdings verschiedene Impfstoffe, die von der Ständigen Impfkommission, aber auch vom Gemeinsamen Bundesausschuss im Rahmen von Schutzimpfungs-Richtlinien unterschiedlich bewertet werden. Wenden Sie sich diesbezüglich bitte immer an Ihren Hausarzt, der die aktuellen Richtlinien entweder kennt oder sich besorgen kann.
Grippeviren: die “Influenza”
Wie in den letzten Jahren ersichtlich, ist eine 100-prozentige Immunisierung gegen Grippeviren nicht möglich. Deshalb ist dringend anzuraten vor allem die jährliche, am besten im Oktober/November durchzuführende Grippeimpfung, entsprechend den aktuellen weltweit häufig anzutreffenden Grippevirus-Typen. Die meisten Influenzaviren werden auf bebrüteten embryonisierten Hühnereiern angezüchtet, dabei kann es zu Allergien kommen. Bei Hühnereiweißallergie stehen Impfstoffe zur Verfügung, die auf Zellkulturen angelegt wurden.
Für Menschen, die keine Injektion in den Muskel bekommen dürfen, z. B. wegen einer Blutungsgefahr durch gerinnungshemmende Medikamente (Aspirin, Marcumar etc.), gibt es Impfstoffe, die auch ins Unterhautfettgewebe (subkutan), gelegentlich auch als Nasenspray verabreicht werden dürfen (Kinder von 2 bis 18 Jahren) oder sogar in die Haut (Zulassung ab 60 Jahre). Leider wird die jährliche Influenza-Impfung nur unzureichend durchgeführt, obwohl gerade Menschen ab 60 Jahre und speziell mit chronischen Grunderkrankungen häufig daran erkranken und auch sterben.
Zusammenfassung
Die Leichtsinnigkeit Einzelner oder von Gruppen in Sachen vorbeugender Impfung hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren auch harmlose Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln oder Windpocken zu schweren Erkrankungen geführt haben – bis hin zu Todesfällen bei Kindern und Erwachsenen.”Vorbeugende Impfung”: Die rechtzeitige Auseinandersetzung unseres Immunsystems mit potentiellen Erregern oder Teilen von Erregern führt dazu, dass wir im Ernstfall besser gewappnet sind – auch wenn in der Regel keine 100-prozentige Sicherheit besteht.
Ein vorbereitetes Immunsystem ist immer besser als eines, das absolut unvorbereitet mit einer schwerwiegenden Infektionskrankheit konfrontiert wird.Vielen ist nicht bewusst, dass gerade das regelmäßige Durchimpfen als Kind und auch als Heranwachsender sowie im Alter dazu geführt hat, dass wir Menschen heute deutlich länger leben und meist nicht an harmlosen Infektionen vorzeitig sterben.
Bitte informieren Sie sich über Ihren aktuellen Impfschutz, gehen Sie zu Ihrem Hausarzt, überprüfen Sie Ihren Impfausweis, nehmen Sie das regelmäßige Impfen ernst! Nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch im Interesse Ihrer Familie, Anvertrauten, Freunde. Dies gilt besonders für Ärzte, Krankenschwestern, Altenpfleger und Erzieherinnen.
von Dr. Gerhard-W. Schmeisl
Internist/Angiologe/Diabetologe, Chefarzt Deegenbergklinik sowie Chefarzt Diabetologie Klinik Saale (DRV-Bund)
Deegenbergklinik, Burgstraße 21, 97688 Bad Kissingen, Tel.: 09 71/8 21-0 sowie Klinik Saale, Pfaffstraße 10, 97688 Bad Kissingen, Tel.: 09 71/8 5-01
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (8) Seite 28-31
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße