- Begleiterkrankungen
Haarige Grundlagen: Fragen und Antworten aus der Praxis zum Thema weiblicher Haarverlust
4 Minuten

Für den ersten Beitrags dieses Schwerpunkts haben wir die Form eines fiktiven Frage-Antwort-Spiels gewählt. Die Fragen zum Thema weiblicher Haarverlust werden so ähnlich immer wieder in der Hormon-Sprechstunde von Prof. Dr. med. Reinhard Zick gestellt.
Welche Arten von Haaren lassen sich bei Frauen unterscheiden?
Geboren werden wir mit dem Lanugohaar. Diese Haare sind kurz, dünn, weich und meist nicht pigmentiert. Das Vellushaar ist das normale Oberflächenhaar, das dünn, farblos und nicht länger als 2 cm ist. Terminalhaare befinden sich bereits bei der Geburt am behaarten Kopf sowie an Wimpern und Augenbrauen. Sie sind lang und dick und unterschiedlich pigmentiert.
Jeder Mensch besitzt normalerweise 80.000 bis 140.000 Kopfhaare. Die mittlere Anzahl der Kopfhaare hängt interessanterweise mit der Haarfarbe zusammen. Blonde haben ca. 140.000 Haare, Brünette etwa 100.000 und Rothaarige nur 85.000. Die Sexualhaare entwickeln sich aus den Vellushaaren an bestimmten Körperstellen in der Pubertät unter dem Einfluss von Testosteron. Hierzu zählen bei der Frau die Achsel- und die Genitalbehaarung.
Wie sind die Kopfhaare aufgebaut?
Der sichtbare Teil eines Kopfhaares (Haarschaft) besteht aus einem Markkanal, einer Faserschicht und einer Schuppenschicht (siehe Abb. 1). Durch das Mark unterscheiden sich dickes und dünnes Haar. Dem dünnen Haar fehlt das Haarmark. Die Faserschicht macht 80 Prozent des Haarschaftes aus. Sie besteht aus Keratin, das dem Haar Elastizität, Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gibt.
Abb. 1: So ist der außen sichtbare Teil eines Terminalhaares aufgebaut.
In der Faserschicht sind auch die Farbpigmente eingelagert. Werden die Farbpigmente durch Luftbläschen ersetzt, erscheinen die Haare grau bzw. weiß. Den unteren, nicht sichtbaren Teil des Kopfhaares bilden die Haarpapille und der Haarbulbus (siehe Abbildung links), die für die Verankerung und das Wachstum des Haares verantwortlich sind.
Abb. 2: So ist ein Terminalhaar aufgebaut.
Gibt es einen Wachstumszyklus der Kopfhaare?
Ja! Und das Verständnis dieses Wachstumszyklus ist die wichtigste „haarige Grundlage“. Das Wachstum der Kopfhaare folgt einem charakteristischen Zyklus, der in der Regel etwa 7 Jahre dauert und im Laufe eines Menschenlebens 10- bis 12-mal durchlaufen wird. Die Wachstumsphase (Anagenphase) dauert 2 bis 6 Jahre. Dabei wächst das Kopfhaar mit einer Geschwindigkeit von 0,3 mm pro Tag oder 1 cm im Monat.
Von der Dauer dieser Wachstumsphase ist die maximale Haarlänge abhängig. Sie dauert beim Mann ca. 2 bis 4 Jahre und bei der Frau ca. 4 bis 6 Jahre. In dieser Zeit wird von der Haarwurzel aktiv das Kopfhaar gebildet. In der Übergangsphase (Katagenphase), die 2 bis 4 Wochen dauern kann, kommt es zum Wachstumsstopp des Haarwuchses. Anschließend schließt sich eine 2- bis 4-monatige Ruhephase (Telogenphase) an.
Der Wachstumszyklus des Kopfhaares besteht aus drei unterschiedlichen Phasen.
In dieser Zeit wächst das Haar nicht mehr, und es kommt schleichend zu einem Verlust der Verankerung des Kopfhaares bis zum Ausfallen des Kopfhaares. Typischerweise formen sich die Haare in den letzten beiden Phasen kolbenartig um, so dass man auch vom Kolbenhaar spricht. Und danach beginnt der nächste Haarzyklus mit der mehrjährigen Wachstumsphase (siehe Abb. 3).
Welche Formen des weiblichen Haarverlustes gibt es?
Von einem diffusen Haarausfall spricht man, wenn pro Tag mehr als 100 Kopfhaare verloren gehen. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu wissen, dass jedes Kopfhaar seinem eigenen Haarzyklus folgt und die Kopfhaare untereinander nicht synchronisiert sind. Fällt das Kopfhaar bei Frauen ähnlich wie bei Männern mit Betonung im Mittelscheitel aus, spricht von einem androgenetischen Typus. Der seltenere kreisrunde Haarausfall kann kleinere Areale des Kopfes betreffen, aber auch bis zur völligen Glatzenbildung führen.
Welche Unterschiede bestehen zwischen den drei Formen des weiblichen Haarausfalls?
Der wichtigste Unterschied zwischen dem diffusen und dem androgenetischen Haarausfall ist, dass beim androgenetischen Haarausfall besonders die Haarwurzeln betroffen sind und sich beim diffusen Haarausfall in der Regel nur der Haarzyklus verändert. Das macht verständlich, warum ein diffuser Haarausfall prognostisch immer günstiger einzustufen ist als ein androgenetischer.
Die Ursache für den kreisrunden Haarausfall ist eine Autoimmunerkrankung, bei dem die Haarfollikel vom Immunsystem angegriffen werden. Beim kreisrunden Haarausfall kommt es bei jedem dritten Patienten zur spontanen Ausheilung nach 6 Monaten – und nach 1 Jahr ist sogar jeder zweite Patient wieder erscheinungsfrei.
Welche Untersuchungen sollten zum Abklären des weiblichen Haarausfalls durchgeführt werden?
Zunächst ist es ausreichend, wenn Ihr Hausarzt die Schilddrüsenhormonwerte prüft und außerdem, ob bei Ihnen ein Eisenmangel vorliegt. Bei einem androgenetischen Haarausfall sollte er sich hinsichtlich der weiteren Blutuntersuchungen gynäkologischen oder endokrinologischen Rat einholen. In Zweifelsfällen veranlasse ich zusätzlich bei einem dermatologischen Kollegen das Anfertigen eines Trichogramms.
Das Trichogramm dient der Quantifizierung der 3 Stadien des Haarzyklus. Es müssen etwa 20 bis 50 Haare dafür entfernt und anschließend mikroskopisch untersucht werden. Im Allgemeinen gilt als normal, dass sich über 80 Prozent der Haupthaare im Wachstums- und ca. 1 bis 3 Prozent im Übergangsstadium befinden, während der Ruheanteil unter 20 Prozent sein sollte.
Liegt der Anteil der Haare in der Ruhephase höher als 20 Prozent, deutet dies auf einen verstärkten Haarausfall hin, der sich auf über 50 Prozent bei allen drei Formen des weiblichen Haarausfalls steigern kann.
Schwerpunkt: „Weiblicher Haarverlust“
- Fragen und Antworten aus der Praxis zum Thema weiblicher Haarverlust
- Haarverlust bei Frauen: Die tägliche Angst vorm Bürsten der Haare
- Lichtes Haar bei Frauen: Mein Ich – ein Mann im Spiegel?
von Prof. Dr. Reinhard Zick (†)
Prof. Dr. Reinhard Zick war Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie. Er war rund 25 Jahre lang Chefarzt für Gastroenterologie im Bonifatius Hospital in Lingen.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (7) Seite 20-22
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florahdo postete ein Update vor 4 Tagen, 14 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Tag, 21 Stunden
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?
moira postete ein Update vor 1 Woche
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 6 Tagen, 5 Stunden
Ich meinte Liberty



