Herr Doktor, wir haben ein Problem

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Herr Doktor, wir haben ein Problem

Was sind die Ziele von Ärzten bei der Therapie des Typ-2-Diabetes? Was wünscht sich der Patient beim Management des Diabetes? Bei einer Talkrunde für die medizinische Fachpresse in Frankfurt (Veranstalter: Novo Nordisk) wurde klar: Die Herangehensweise der Patienten und Ärzte sind recht unterschiedlich.

Dieser Beitrag erscheint in der Mai-Ausgabe des Diabetes-Journals, das am 29. April 2016 erscheint. Das Diabetes-Journal erhalten Sie in unserem Online-Shop (auch als ePaper) sowie an Kiosken auf Flughäfen und Bahnhöfen.

In einer Online-Befragung sind 1.012 Typ-2-Diabetiker – alle mit einer Therapie mit einem Basalinsulin (Langzeitinsulin) und manche zusätzlich mit Tabletten behandelt – sowie 300 Ärzte nach ihrer Einschätzung der Diabetestherapie gefragt worden. „Perceptions of Control“ heißt die Studie von Novo Nordisk.

Unterschiede in der Beurteilung zwischen Ärzten und Patienten

Dr. Martin Grundner aus Hainburg sagte bei dem Fachpresse-Gespräch in Frankfurt: „Ziel der Studie war es zu schauen, wie nicht nur die Patienten und Ärzte den Erfolg oder die Anforderung einer Therapie beurteilen, auch, wie überhaupt die Einstellungsgüte beurteilt wird. Was sagen Patienten, wann ihr Diabetes gut eingestellt ist? Was sagen die Behandler, die Ärzte, wann der Diabetes ihrer Patienten gut eingestellt ist?“

Weiterhin ging es darum, Therapiehindernisse zu erkennen: „Was hält Patienten davon ab, den nächsten vorgeschlagenen Therapieschritt auch zu nehmen? Was hält Ärzte davon ab, einen nächsten Schritt vorzuschlagen?“ so Grundner weiter.

Die Fragestellungen

Wie wichtig sind Ihnen bei der Beurteilung Ihrer Diabeteseinstellung Faktoren wie Ernährung, Langzeitblutzucker und Insulinmenge?
Für 81 Prozent der Befragten war es ausschlaggebend, ob sie sich gut ernährten. Für 79 Prozent war ein guter Langzeitzuckerwert entscheidend. Für 78 Prozent war die Insulinmenge wichtig.

Nach welchen Faktoren entscheiden Sie, ob der Diabetes gut eingestellt ist?
Während die Häufigkeit der täglichen Insulingabe für 79 Prozent der Patienten wichtig war, war dies nur für 32 Prozent der Ärzte ausschlaggebend. Ebenso war die tägliche Insulinmenge für viele Diabetiker für die Qualität ihres Managements hinweisgebend, jedoch nur für 29 Prozent der Mediziner. Für fast alle Ärzte war die Häufigkeit von Unterzuckerungen am entscheidendsten, jedoch nur für 69 Prozent der Patienten.

Welche Faktoren hindern Sie daran, den Blutzucker gut einzustellen?
Über 70 Prozent der befragten Patienten gaben an, dass Stress und andere gesundheitliche Beschwerden sie daran hindern. Weiterhin hindern sie Nebenwirkungen der Therapie und familiäre Verpflichtungen sowie mangelnde Unterstützung durch Selbsthilfegruppen.

Wie ist die Wahrnehmung der Diabeteskontrolle bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, die trotz einer Therapie mit Basalinsulin nicht die gewünschten HbA1c-Werte erreichen?
Patienten, die nicht die gewünschten Langzeitblutzuckerwerte (HbA1c) erreichten, empfanden dies als starke Belastung in Bezug auf verschiedene Aspekte ihres Lebens. Dies beinhaltete die Produktivität bei der Arbeit, die tägliche Leistungsfähigkeit und ihr physisches und psychisches Wohlbefinden.

Wenn Sie darüber nachdenken, ob der Diabetes gut eingestellt ist, an welche Zeitspanne denken Sie?
Ärzte und Patienten sind auch unterschiedlicher Ansicht, welche Zeitspanne entscheidend ist: 51 Prozent der Patienten beachten die letzten 24 Stunden/letzte Woche, Ärzte wiederum nannten die letzten drei Wochen oder länger. Im Vergleich hatten Ärzte einen fokussierten klinischen Blick auf die Diabeteskontrolle. Sie definierten Kontrolle anhand von Langzeitblutzuckerwert, Häufigkeit/Stärke von Unterzuckerungen und medizinischen Komplikationen aufgrund des Diabetes, berichtete Dr. Grundner.

Verbesserung der Kommunikation
Es ist in jedem Fall wichtig zu erkennen, wie unterschiedlich die Einstellung und Herangehensweise der Patienten und der Ärzte bei dem Thema Diabetestherapie ist. Dies sollte beim nächsten Arztbesuch bedacht und vielleicht auch mit dem Behandler besprochen werden. Dem Arzt sollte die Belastung der Patienten bei der Behandlung bewusst sein, um darauf reagieren zu können.


von Lena Schmidt
Redaktion Diabetes-Journal,
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz
Tel.: 06131/96070-0, Fax: 06131/9607090
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

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  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 4 Wochen

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße