Hoffnung für Typ-1-Diabetiker kurz nach der Diagnose?

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Hoffnung für Typ-1-Diabetiker kurz nach der Diagnose?

Kann niedrig-dosiertes Interleukin-2 die Zerstörung der noch verfügbaren Betazellen in der Bauchspeicheldrüse verhindern und deren Funktionsfähigkeit erhalten? Diese Frage wird das Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, in Zusammenarbeit mit der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München und dem Auftraggeber der Studie, dem Universitätsklinikum Assistance Publique – Hôpitaux de Paris, in der DIABIL-2 Studie überprüfen. Die Studie richtet sich an Kinder ab zwölf Jahren und Erwachsene mit Typ-1-Diabetes, deren Insulintherapie vor weniger als zwei Monaten aufgenommen wurde.

Der Erhalt der verbliebenen, funktionstüchtigen Betazellen ist für die bessere Einstellung des Diabetes und die Vermeidung von langfristigen Komplikationen von beträchtlicher Bedeutung. Dieses Ziel verfolgt die DIABIL-2 Studie, ein Therapieversuch, der eine Behandlung mit niedrig dosiertem Interleukin-2 bei Typ-1-Diabetikern kurz nach der Diagnose bewertet. Dieser Versuch wird unter Federführung von Professor David Klatzmann des Klinikums Hôpital de la Pitié Salpetrière (Paris) von einem europäischen Konsortium durchgeführt, dem Wissenschaftler des Münchner Instituts für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, und der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München angehören sowie weitere Kollegen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz.

Das Gleichgewicht des Immunsystems wiederherstellen

Bei Interleukin-2 handelt es sich um einen natürlichen Botenstoff, der von bestimmten Immunzellen (den sogenannten „T-Zellen“) freigesetzt wird. Er sorgt für den reibungslosen Ablauf der Immunabwehr. Bei Typ-1-Diabetes werden die insulinproduzierenden Betazellen als fremd erkannt und angegriffen. Forscher haben nun in präklinischen Studien herausgefunden, dass Interleukin-2 in sehr niedriger Dosierung die protektiven regulatorischen T-Zellen selektiv stimulieren und so das physiologische Gleichgewicht des Immunsystems wiederherstellen kann. Bei der Therapie von anderen Autoimmunerkrankungen und in der Krebstherapie wird Interleukin-2 bereits erfolgreich angewendet.

Der Schlüssel liegt in der Dosierung

„Der Schlüssel bei der Behandlung mit Interleukin-2 liegt in der Dosierung“, so Professor Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung. „Insbesondere in sehr niedrigen Dosierungen kann die gewünschte positive Immunregulation ausgelöst werden, ohne gleichzeitig auch die zerstörerischen Immunzellen zu aktivieren. Interleukin-2 kann daher helfen, die noch verbliebenen insulinproduzierenden Zellen zu erhalten und somit die Einstellung des Diabetes zu erleichtern.“

So läuft die Studie
  • Per Zufallsauswahl werden zwei Drittel der Teilnehmer von DIABIL-2 das Studienmedikament ein- beziehungsweise zweimal wöchentlich über ein Jahr in Form von subkutanen Injektionen erhalten. Ein Drittel der Studienteilnehmer bekommt ein Placebo verabreicht, das heißt eine Substanz ohne pharmakologische Wirkung. Weder die Teilnehmer noch die Ärzte wissen, welche Behandlung verabreicht wird.
  • Teilnehmen können Kinder und Erwachsene im Alter zwischen zwölf und 35 Jahren, bei denen ein Typ-1-Diabetes diagnostiziert und deren Insulinbehandlung vor weniger als zwei Monaten begonnen hat. Voraussetzung ist außerdem der Nachweis von mindestens einem Inselautoantikörper.
  • DIABIL 2 wurde im Rahmen des Siebten Rahmenprogramms für Forschung und Entwicklung gemäß der Finanzhilfevereinbarung Nr. 305380 finanziell von der Europäischen Kommission unterstützt.
  • Informationen zur DIABIL-2 Studie gibt es beim:
    Institut für Diabetesforschung,
    Tel.: 0800/828 48 68 (kostenfrei),
    E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de

Quelle: Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München

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  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 4 Wochen

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße