- Aus der Community
Hypos in den unpassendsten Situationen! – Was tun? (Teil #1)
4 Minuten
Jeder Diabetiker hat es bestimmt schon einmal erlebt. Da kam eine Hypoglykämie, im unpassendsten Moment überhaupt und völlig unerwartet. Olli erzählt euch, wie man in solchen Situationen handeln kann und mit welchen Tipps und Tricks man den Hypos evtl. vorbeugen kann.
Ja, ich glaube, Hypos sind eine der blödesten „Erfindungen“ beim ganzen Diabetes. Abgesehen vom Piksen und Messen, Kontrollieren und Reduzieren kann man einer Hypo nicht immer vorbeugen. Manchmal kommt sie sogar ganz unbemerkt und schlägt dafür mit voller Kraft ein.
Ein paar unangenehme/störende Situationen habe ich mal für euch zusammengestellt.
Den ersten Teil gibt es hier und jetzt, inkl. meiner Vorschläge dazu.
1.) Beim Autofahren bzw. bevor man losfahren möchte.
Alle mit Führerschein kennen dieses Gefühl, bei dem man sich denkt: „Oh shit – da passt etwas nicht.“ Eine Hypo kommt und bleibt, sei es vor Fahrtbeginn oder mitten beim Autofahren.
Was soll man dagegen tun? Natürlich erst einmal NICHT weiterfahren. Damit meine ich aber nicht, dass man mit 180 km/h auf der Autobahn eine Vollbremsung hinlegen soll – bitte nicht!! Aber Messen und Autofahren, zur gleichen Zeit, vertragen sich bekanntlich nicht allzu gut. Deswegen, falls man eine Hypo merkt bzw. ein komisches Gefühl, dann bei der nächsten Ausfahrt raus. Gibt es keine Ausfahrt, kann man in einer Haltebucht oder am Straßenrand anhalten. Es ist auch immer sinnvoll, Ruhe zu bewahren. Dann natürlich messen und mit Traubenzucker o.ä. gegensteuern. Am besten auch nicht sofort wieder mit viel „Karacho“ weiterfahren. Wir wissen ja alle, dass Traubenzucker relativ schnell wirkt, aber eine Hypo innerhalb von einer Minute wegzuzaubern, das schafft er nicht. Damit man nach der Hypo auch bis an sein Ziel durchfahren kann, ist es sinnvoll, sich lieber etwas Zeit zu nehmen. Die Hypo völlig „auskurieren“ und je nachdem, wie entfernt das Ziel ist, noch eine langanhaltende BE essen (z.B. Schokolade).
Meine Tipps
- Im Auto Gummibären greifbar lagern (die wirken einigermaßen schnell).
- Vor dem Autofahren messen.
- Wenn eine etwas längere Fahrt geplant ist, zusätzlich etwas Langanhaltendes essen (dann aber nicht dafür bolen oder nur die Hälfte).
- Wenn man zügig zu einem bestimmten Ziel muss, schon ca. 15 Minuten vor der Abfahrt Blutzucker kontrollieren und ggf. gegensteuern.
2.) Im Schwimmbad
Ein Schwimmbad-Besuch kann der pure Spaß, ein wöchentlicher Pflichttermin (z.B. für den Schulunterricht) oder ein unentspannter Ausflug sein. Manchmal meldet sie sich nach nur zwei Minuten im Wasser, bei anderen erst nach dem Schwimmen, in der Umkleidekabine. Es ist ja ganz klar, wer uns einen Strich durch die Rechnung macht: selbstverständlich die „liebe“ Hypo. Im Wasser merkt man sie nicht immer gut. Bewegung, Spaß und Adrenalin bringen uns auf eine „andere Ebene“. Wir sind meistens gut drauf und können es nicht erwarten, ins kühle Nass zu hüpfen. Wenn man dann merkt, dass etwas nicht stimmt, kann die Hypo auch schon mal etwas tiefer sein. Das sieht man, sobald das Messgerät den Wert anzeigt. Dann heißt es wie immer, essen/trinken, abwarten und meist auch frieren. Andererseits kann uns eine Hypo schon vor dem Vergnügen gewaltig ärgern, indem sich der Blutzucker in einem Grenzbereich befindet. Noch keine Hypo, aber auch kein normaler Wert. Man weiß ganz genau, dass sich der Blutzucker nach zwei Bahnen Schwimmen zur Hypo entwickeln würde. Während alle anderen schon planschen, müssen wir dann erst einmal etwas gegen den tiefen Blutzucker unternehmen. Nicht gerade spaßig. Es gibt allerdings auch Ausflüge, bei denen sich so ziemlich jeder denkt: „Heute läuft es perfekt!“. Fünf Minuten später kann sich die Meinung aber schon wieder geändert haben. Sei es unter der Dusche oder in der Umkleidekabine. Gerade noch war der Wert gut und man hat sich gefreut, schon ist die Bewegung vorbei und der Blutzucker stürzt in die Tiefe. Wundervoll, wenn man klatschnass zur Tasche sprintet, seine noch einzigen trockenen Sachen durchnässt und anfängt, Saft zu trinken oder Traubenzucker zu futtern.
Meine Tipps
- Vor dem Sprung ins Wasser -> messen.
- Nach dem „Schwimm-Spaß“ und vor dem Duschgang + Umziehen den Blutzucker kontrollieren.
- Falls man zur Gruppe „bei Bewegung fällt mein Blutzucker“ gehört, evtl. eine kleine langanhaltende BE vorher zu sich nehmen.
3.) Beim wichtigen Termin/Vorstellungsgespräch
Auch diese Situation ist mit Sicherheit, für die meisten, keine Unbekannte. Man hat einen wichtigen Termin und der Blutzucker spielt nicht mit. Da wartet man möglicherweise über eine halbe Stunde, oder länger, um endlich an die Reihe zu kommen, und dann das: eine Hypo. Jetzt bloß nicht nervös werden. Doch wie teilt man seinem Gegenüber am besten mit, dass man zügig etwas „Süßes“ zu sich nehmen sollte, damit man nicht vom Stuhl fällt? Die einfachste Methode ist ganz klar. Man spielt mit offenen Karten, sagt, dass man Diabetes hat und erst einmal etwas trinken/essen muss. Das muss niemandem unangenehm sein, schließlich hat man sich die Situation so nicht ausgesucht. Es gibt leider immer noch Personen auf diesem Planeten, die nicht wissen, was Diabetes ist. Dann kann es vorkommen, dass diese die Situation „nicht verstehen“ und man durchaus einen komischen Blick erntet. Hey! – völlig egal. Wenn es einem besser geht, kann man immer noch beweisen, was alles in Einem steckt. Es sollte eher der Person peinlich sein, die keine Ahnung hat.
Meine Tipps
- Vor dem Termin den Blutzucker checken.
- Traubenzucker ist klein und handlich, deshalb immer ein bisschen bei SICH tragen, um blitzschnell reagieren zu können (sei es in Socke/Schuh, BH oder Hosentasche).
- Wenn dir etwas zu trinken angeboten wird, kannst du auch nach einem Saft fragen.
- Es gibt nichts zu verbergen, also offen damit umgehen.
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße