- Behandlung
Insulin als Tablette erfolgreich getestet
2 Minuten
Für Diabetiker ist die tägliche Insulinverabreichung häufig eine unangenehme und lästige Prozedur. Einfach eine „Insulintablette“ einnehmen, anstatt es mühsam zu injizieren – das würde den Alltag von Diabetikern deutlich vereinfachen. Für Typ-2-Diabetiker könnte dieser Traum in Erfüllung gehen: Bei der Wissenschaftstagung der amerikanischen Diabetesgesellschaft ADA hat die Profil Institut für Stoffwechselforschung GmbH aus Neuss die Ergebnisse einer Studie mit oralem Insulin bekanntgegeben. Die Resultate zeigen, dass das neue Präparat keine wesentlichen Unterschiede zu injiziertem Insulin vorweist. Die Studie wurde von Profil im Auftrag der Firma Novo Nordisk durchgeführt.
Meilenstein in der Diabetesforschung
Neun von zehn Diabetikern leiden an Typ-2-Diabetes. „Bei diesem Diabetes-Typ sind die Körperzellen insulinresistent geworden, sodass der Körper den Zucker aus dem Blut nicht mehr aufnehmen kann und der Blutzucker steigt “, erklärt Dr. Leona Plum-Mörschel, CEO Profil Mainz. „Falls eine Insulinzugabe nötig ist, müssen sich die Betroffenen das Insulin daher selbst zuführen – in der Regel durch Injektionen, was eine große Behinderung im Alltag darstellt und von vielen als sehr unangenehm empfunden wird. Eine orale Aufnahme würde für Diabetes-Patienten daher eine große Erleichterung und Gewinn an Lebensqualität bedeuten.“ Die positiven Forschungsergebnisse bei der oralen Verabreichung von Insulin stellen somit einen Meilenstein in der Diabetesforschung dar und könnten zukünftige Therapiemethoden grundlegend verändern.
Forschungsergebnisse zeigen keine Unterschiede zwischen Injektion und Tablette
Bei der Wissenschaftstagung der amerikanischen Diabetesgesellschaft ADA in San Diego war die von Dr. Plum-Mörschel vorgestellte Studie eines der Highlights – schließlich handelt es sich um einen wissenschaftlichen Durchbruch, der das Leben zahlreicher Diabetespatienten in hohem Maße verbessern könnte. „Nach fast 100 Jahren Forschung an oralem Insulin zeigt diese Studie zum ersten Mal, dass ein orales basales Insulin die glykämische Kontrolle verbessern kann“, beendete daher auch Dr. Plum-Mörschel ihren Vortrag in San Diego.
Bei der von Profil Neuss und Profil Mainz bizentrisch durchgeführten Studie handelte es sich um eine sogenannte „doppelblinde Phase-2a-Studie“, bei der die 50 Studienteilnehmer randomisiert – also per Zufallsprinzip – in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Für acht Wochen erhielt eine Gruppe das orale Insulin sowie ein injiziertes Placebo, während der anderen Gruppe Placebotabletten und injiziertes Insulin verabreicht wurden. Ziel war es, durch die orale Insulinaufnahme einen Nüchtern-Blutzuckerwert von 80 bis 126mg/dl zu erreichen. Das Ergebnis: Die Behandlung mit oralem Insulin wies vergleichbare Verbesserungen des Nüchtern-Blutzuckers, des Langzeit-Blutzuckers (HBA1c) sowie der Fructosamine auf und war darüber hinaus gut verträglich.
Markteinführung im Augenblick noch nicht in Sicht
Bis das Medikament jedoch auf den Markt gebracht wird, müssen die Forscher noch einige Hürden überwinden. Im Augenblick hat Novo Nordisk die weitere Entwicklung aufgrund der geringen Bioverfügbarkeit eingestellt. „Das bedeutet, dass sehr wenig von dem im Präparat verabreichten Wirkstoff vom Körper aufgenommen wird“, erläutert Dr. Plum-Mörschel. Das Unternehmen arbeitet allerdings zurzeit an einer Verbesserung der Technologie für die orale Formulierung.
oder in Mainz unter 06131 / 2162-630 bzw. info-mainz@profil.de
mit dem Beratungsteam in Verbindung setzen. Für die Studien an beiden Standorten sucht das Forschungsinstitut permanent gesunde Teilnehmer sowie Typ-1- und Typ-2-Diabetiker. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung.
Quelle: Pressemitteilung des Profil Institut für Stoffwechselforschung GmbH
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stephanie-haack postete ein Update vor 5 Tagen, 10 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 5 Tagen, 12 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 5 Tagen, 10 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

