- Behandlung
Insulin-Pille und Injektion 1x pro Woche?
2 Minuten

Weltweit forschen große und kleine Unternehmen derzeit an neuen Optionen bei der Insulintherapie. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie stellt zwei wichtige Projekte vor.
Viele Menschen haben Angst vor Spritzen. Die Vorstellung, sich aufgrund einer chronischen Erkrankung täglich spritzen zu müssen wie es für Typ-1- und zahlreiche Typ-2-Diabetespatienten zum Alltag gehört, ist für viele Menschen unangenehm. Aber auch für erfahrene Diabetespatienten ist das tägliche Spritzen mitunter eine Belastung. Umso erfreulicher sind Nachrichten über Insulin in Pillenform und die wöchentliche Einmalinjektion.
Zwei Firmen arbeiten an der Entwickelung einer Insulinpille
Der alte Traum vom oralen Insulin könnte demnächst Wirklichkeit werden. Zwei Firmen entwickeln eine Insulinpille: die kleine israelische Firma Oramed mit Sitz in Jerusalem und der Insulin-Gigant Novo Nordisk in Dänemark. Reuters Health Information titelt: “Pharma’s David and Goliath in Race to Produce Insulin Pill” (1). Oramed hat offenbar die Nase vorne und rekrutiert bereits Patienten für die Phase II, Novo Nordisk ist noch nicht so weit.
Da der Magen-Darm-Trakt mit seinen proteinspaltenden Enzymen den Eiweißkörper Insulin abbaut, muss es davor möglichst bewahrt werden: Durch schützende Überzüge, molekulare Veränderungen (“tweaks”) oder Zusatzstoffe. Zu 100 % geht das nicht, aber wenn man es in sehr großer Dosis schluckt, könnten zumindest etwa 10 % über den Darm aufgenommen werden.
Novo Nordisk scheint eine gegenüber den abbauenden Enzymen stabilere molekulare Form von Insulin gefunden haben, während Oramed einen Protease-Hemmer verwendet und das Molekül so verändert hat, dass es weniger abgebaut, aber auch verstärkt resorbiert werden kann.
Orales Insulin soll beim Typ-2- und Typ-1-Diabetes eingesetzt werden. Oramed hat eben mit seinem Präparat ORMD-0801 eine prospektive, randomisierte doppeltblinde plazebokontrollierte Studie an 25 Typ-1-Diabetespatienten abgeschlossen. Es ergaben sich zwar keine statistisch signifikanten Unterschiede, aber Trends zur Verringerung der injizierten Dosis des rasch wirkenden Insulins, geringere postprandiale Glukosespiegel, eine Abnahme der Tages-Glukosespiegel, erfasst mit kontinuierlicher Glukosemessung, und eine Zunahme postprandialer Hypoglykämien in der Verumgruppe (2).
In Phase I: Insulin zur einmal wöchentlichen Injektion
Eine weitere, interessante Entwicklung ist das Wocheninsulin LAI287 von Novo Nordisk. Dieses befindet sich in Phase I. Gedacht ist es für Typ-1-Diabetespatienten bei oder kurz nach Manifestation, wenn die Bauchspeicheldrüse noch selbst etwas Insulin bilden kann. Das wöchentlich gespritzte Insulin würde dann – in konstanter Dosis injiziert – das Pankreas nur etwas unterstützen. Ein Hauptproblem ist die Sicherheit: Die Patienten dürfen nicht gehäuft unterzuckern, andererseits aber auch nicht mit dem Blutzucker zu stark ansteigen.
Auch beim Wocheninsulin konkurriert eine zweite Firma mit Novo Nordisk: AntriaBio aus Kalifornien mit dem Präparat AB101, welches noch im präklinischen Stadium ist. Analysten stehen dem Wocheninsulin vorsichtig-distanziert gegenüber, sie geben ihm zurzeit nur eine Erfolgschance von 15 % (3).
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
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lena-schmidt postete ein Update vor 1 Tag, 21 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
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thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße