Insulin-Serie: Pumpentherapie – gut gepumpt ist halb gewonnen

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Insulin-Serie: Pumpentherapie – gut gepumpt ist halb gewonnen

In dieser Folge unserer Insulin-Serie werden wichtige Fragen rund um die Pumpentherapie geklärt: Analog- oder Humaninsulinen – wWelche Insulinarten finden Verwendung? Sind die Insuline unterschiedlicher Hersteller austauschbar? Gibt es Ausnahmen von der Regel?

Mit welchem Insulin pumpt es sich am besten?

Prinzipiell kommen für eine Insulinpumpentherapie nur schnellwirksame Insuline in Frage. Die Pumpe übernimmt ja durch die passgenaue Abgabe kleiner Insulinmengen die Basalversorgung. Ein Basalinsulin ist also in der Insulinpumpentherapie gar nicht sinnvoll. In einer Insulinpumpe können sowohl Humaninsuline als auch schnelle Analoginsuline verwendet werden. Hierfür stehen entweder Insulinampullen oder Durchstechflaschen mit einer Gesamtmenge von 10 ml zur Verfügung. Aus diesen werden dann die für die jeweilige Insulinpumpe spezifischen Reservoirs befüllt.

Das Fallbeispiel

Christopher F. ist ein 24-jähriger Student der Betriebswirtschaftslehre. Neben seinem Studium jobbt er Freitag/Samstag in der angesagten Diskothek der Stadt. Er hilft dort im Service, teils arbeitet er an der Bar, manchmal auch als DJ. Seit drei Jahren hat er einen Typ-1-Diabetes, der mit einer intensivierten Insulintherapie nicht schlecht, aber auch nicht gut eingestellt ist: Der HbA1c-Wert liegt bei 7,8 Prozent.

Vor allem machen ihm die Blutzuckerabfälle bei körperlicher Anstrengung und in den Nachtstunden zu schaffen; viel zu oft muss er daher Kohlenhydrate essen, obwohl er dies nicht möchte, und ärgert sich, dass ihn die starken Blutzuckerschwankungen doch behindern. Nachdem auch mehrmals das Insulin gewechselt wurde, aber sich die Situation nicht verbesserte, entscheidet er sich zusammen mit seinem Diabetes-Team, eine Insulinpumpe zu beantragen.

Nach einigen Wochen erhielt er von seiner Krankenkasse die Genehmigung für eine Insulinpumpentherapie. Nun muss er sich natürlich mit dem Gebrauch einer Insulinpumpe vertraut machen. Eine der ersten Fragen für ihn ist, mit welchem Insulin er die Pumpe befüllen soll. Für welches Insulin er sich entschieden hat und warum das so ist, erläutern wir in diesem Teil der Insulinserie.

Analoginsuline sind Humaninsulinen überlegen

Da der Wirkeintritt von Analoginsulinen deutlich schneller ist als bei Humaninsulin und die Wirkdauer kürzer, sind Analoginsuline bei den meisten Patienten das Mittel der Wahl. Die Pumpentherapie wird einfach effektiver, wenn man Analoginsuline verwendet.

Es gibt aber eine Ausnahme, die nur sehr wenige Patienten in Deutschland betrifft: Rund 100 Patienten sind in Deutschland mit einer intraperitonealen Insulintherapie versorgt; hier wird über einen speziellen Katheter das Insulin direkt in die Bauchhöhle gegeben. Dazu benötigt man einen DiaPort, der in einer kurzen Operation implantiert wird. Vergleichbar ist die Operation mit der Anlage eines Katheters für die Bauchfelldialyse; diese Patienten mit einem DiaPort dürfen keine Analoginsuline verwenden.

Hier wird empfohlen, nur das humane Insulin mit dem Namen Insuman Infusat zu verwenden. Die Erklärung ist, dass dieses Insulin mit den Materialien des DiaPorts harmoniert. Andere Insuline, insbesondere die schnellen Analoginsuline, führen nicht selten zu Katheterverstopfungen, die zum Funktionsausfall des Systems führen. Bei der intraperitonealen Insulingabe spielt auch die Geschwindigkeit keine Rolle, da das Insulin im Bauchfell genauso schnell aufgenommen wird, als wäre es in die Blutbahn gegeben worden.

Sind Analoginsuline verschiedener Herstelle austauschbar?

Die auf dem Markt befindlichen Analoginsuline Apidra (Sanofi), Humalog (Lilly), Liprolog (Berlin-Chemie) und NovoRapid (Novo Nordisk) sind in Bezug auf ihre Wirkung vollkommen austauschbar. Sie alle können in der Insulinpumpentherapie verwendet werden.

Zu beachten gibt es allerdings zwei Dinge: In der Fachinformation von Apidra findet sich der Hinweis “Das Infusions-Set und das Reservoir für Apidra sind unter Verwendung einer aseptischen Technik alle 48 Stunden auszutauschen.” Da viele Patienten den Katheter länger verwenden, weichen diese dann auf andere Analoginsuline aus, in deren Fachinformation sich dieser Hinweis nicht findet.

Spezielle Pumpen, spezielle Ampullen

Für zwei auf dem Markt befindliche Insulinpumpen, nämlich für die mylife Ypsopump und für die Accu-Chek Insight gibt es vom Unternehmen Novo Nordisk vorgefüllte Ampullen (NovoRapid PumpCart), die speziell in diese Pumpen passen, ohne dass man vorher ein Reservoir befüllen muss. Das Befüllen des Reservoirs beinhaltet immer auch die Gefahr, dass man Luft aufzieht, die meist in dem Reservoir verbleibt.

Christophers Wahl

Christopher L. aus unserem Fall hat sich für eine Pumpe entschieden, die man später einmal mit einem kontinuierlichen Glukosemesssystem verbinden kann. Natürlich hat er sich ein schnelles Analoginsulin ausgesucht. Mit der neuen Insulinpumpentherapie kommt er bestens zurecht, und wenn er wieder in der Diskothek jobbt, verändert er die Infusionsrate an seiner Pumpe so genau, dass Unterzuckerungen nur noch selten auftreten.


von Prof. Dr. med. Thomas Haak

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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (12) Seite 26-27

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  • zojou96 postete ein Update vor 1 Tag

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • darktear postete ein Update vor 1 Tag, 15 Stunden

    Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

  • uho1 postete ein Update vor 2 Wochen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute