Ja zur Booster-Impfung für ältere Menschen mit Diabetes

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© jgojtan | Pixabay
Ja zur Booster-Impfung für ältere Menschen mit Diabetes

Wie reagieren Menschen mit Diabetes auf eine COVID-19-Impfung? Und wie stark ist die Immunantwort? Das haben Forschende um Professor Othmar Moser, Bayreuth, untersucht. Die Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit einer Booster-Impfung älterer Menschen mit Diabetes, insbesondere im Fall einer eingeschränkten Nierenfunktion. In einer weiteren Studie hat sich die Forschungsgruppe mit der Frage befasst, inwieweit sich eine vollständige COVID-19-Impfung auf das Blutzuckermanagement bei Menschen mit Diabetes auswirkt.

Die neue Studie, an welcher die Universität Bayreuth grundlegend beteiligt war, basiert auf Antikörperdaten von 150 Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 jeweils vor und drei Wochen nach der COVID-19-Vollimmunisierung. Der Vergleich mit entsprechenden Daten von Menschen ohne Diabetes ergab einen durchaus ähnlichen Aufbau der Antikörper. Allerdings fällt die Immunantwort auf eine vollständige COVID-19-Impfung bei älteren Menschen mit Diabetes, die an einer eingeschränkten Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) leiden, schwächer aus als bei Menschen ohne Diabetes. Insofern scheint diese Gruppe älterer Menschen mit Diabetes nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besonders gefährdet.

Ja zu Booster-Impfungen – besonders bei Nierenschwäche

„Unser Befund zeigt, dass sich eine Booster-Impfung für ältere Menschen mit Diabetes und Niereninsuffizienz besonders empfiehlt, sofern keine anderen Vorerkrankungen dagegensprechen“, sagt Moser. Die neuen Forschungsergebnisse wurden bereits als Vorabdruck publiziert, eine Veröffentlichung in der Zeitschrift „Diabetes, Obesity & Metabolism“ ist vorgesehen. Anlass für die Studie waren frühere Untersuchungen, wonach Menschen mit Diabetes in sehr unterschiedlicher Weise auf Impfungen gegen diverse Infektionskrankheiten ansprechen – zum Teil schlechter, aber zum Teil sogar besser als die jeweiligen Kontrollgruppen ohne Diabetes.

Prof. Dr. Othmar Moser, Inhaber des Lehrstuhls für Exercise Physiology and Metabolism an der Universität Bayreuth, ist für seine Arbeit von der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) mit dem Langerhans-Preis 2021 ausgezeichnet worden. Am 20. November 2021 nahm er den mit 10.000 Euro dotierten Preis im Rahmen der ÖDG-Jahrestagung in Salzburg entgegen.

COVID-19-Impfung kann kurzfristig Blutzuckerwerte beeinflussen

In einer weiteren Studie hat sich die Bayreuther Forschungsgruppe von Prof. Dr. Othmar Moser mit der Frage befasst, inwieweit sich eine vollständige COVID-19-Impfung auf das Blutzuckermanagement bei Menschen mit Diabetes auswirkt. Hierzu wurden Glukose-Sensordaten von 74 Personen im Rahmen der Impfung analysiert und typische Reaktionen auf die Impfung dokumentiert.

Ein unmittelbarer Einfluss der Impfung auf das Blutzuckermanagement ließ sich dabei nicht erkennen. Allerdings zeigte sich in der Gruppe der Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 eine kurzfristige Verschlechterung des Blutzuckermanagements – und zwar dann, wenn nach der Impfung eine Einstichstellenreaktion, Kopfschmerzen, Fieber oder weitere Symptome gebündelt auftraten. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 im Rahmen der Impfung auf derartige Beschwerden besonders achtgeben und ihre Blutzuckerwerte intensiv kontrollieren sollten. Die Forschungsergebnisse wurden von der Zeitschrift „Diabetes Care“ zur Veröffentlichung akzeptiert.

In beiden Studien hat die Forschungsgruppe des Bayreuther Physiologen eng mit Partnern der Medizinischen Universität Graz sowie der Medizinischen Universität Innsbruck kooperiert.

Der Langerhans-Preis der Österreichischen Diabetes Gesellschaft
Die Österreichische Diabetes Gesellschaft würdigt mit ihrem Langerhans-Preis die langjährige Publikationstätigkeit von Prof. Dr. Othmar Moser auf dem Gebiet der Diabetologie. Bei der feierlichen Preisverleihung würdigte sie vor allem den Nutzen seiner Forschungsarbeiten für Menschen mit Diabetes Mellitus Typ 1, insbesondere unter dem Aspekt ihrer körperlichen Aktivität und ihres Therapiemanagements. „Die ehrenvolle Auszeichnung habe ich nur aufgrund des hervorragenden Engagements meines Teams an der Universität Bayreuth und Medizinischen Universität Graz erhalten. Gemeinsam ist es uns gelungen, die Therapie und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes Mellitus zu verbessern. Mein Dank gilt daher in erster Linie meiner Forschungsgruppe, die diese wissenschaftliche Arbeit möglich gemacht hat“, sagt Moser.

Quelle: Universität Bayreuth | Redaktion

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?