- Behandlung
Jo-Jo-Effekt durch Darmbakterien?
2 Minuten
Ein Forscherteam scheint den Mechanismus gefunden zu haben, der erklärt, warum so viele Diäten scheitern: Die Darmflora könnte am sogenannten Jo-Jo-Effekt schuld sein, der dazu führt, dass die Pfunde nach einer Diät meist schnell wieder auf den Hüften landen.
Seit längeren ist bekannt, dass die Darmmikrobiota, also die Zusammensetzung der Bakterien im Darm, das Gewicht beeinflusst und eine veränderte Darmflora sogar zu Übergewicht führen kann. Frühere Untersuchungen belegen mittlerweile, dass sich die bakterielle Zusammensetzung der Darmflora von schlanken und übergewichtigen Menschen unterscheidet.
Um die Rolle der Darmmikroben zu untersuchen, stellte das Team um Christoph Thaiss vom Weizmann-Institut für Wissenschaften in Israel den Jo-Jo-Effekt bei Labormäusen nach. Zunächst erhielten die Tiere 14 Tage lang fettreiche Nahrung, dann wurden sie in den folgenden zwei Wochen auf fettreduzierte Kost gesetzt, bevor sie anschließend wieder die Ausgangsnahrung bekamen. Zu jedem Zeitpunkt wurden die Tiere genau gewogen.
Veränderte Zusammensetzung der Darmflora
Es zeigte sich, dass die Tiere hinterher tatsächlich schwerer waren als zu Studienbeginn, sie zeigten also den typischen Jo-Jo-Effekt. Nachdem die Wissenschaftler keine Veränderungen wichtiger Stoffwechsel-Parameter im Blut feststellen konnten, konzentrierten sie sich auf die Darmflora. Bei den Mäusen, die zu Beginn übergewichtig waren, dann abnahmen und anschließend schnell wieder an Gewicht zugelegt hatten, konnte das Forscherteam eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora feststellen.
Bestimmte Bakterienarten hatten sich deutlich vermehrt und sie wiesen eine veränderte Genaktivität auf, wodurch Energiehaushalt und Stoffwechsel negativ beeinflusst wurden. Bis sich das Bakteriengleichgewicht im Darm wiederhergestellt hatte, dauerte es wiederum 21 Tage. Zusätzlich transplantierten die Wissenschaftler die Darmzusammensetzung übergewichtiger Mäuse in den Verdauungstrakt von schlanken Kontrolltieren, woraufhin diese zunahmen. Die Studie wurde kürzlich im renommierten Fachjournal Nature veröffentlicht.
Hoffnung auf neue Strategien gegen Übergewicht und Jo-Jo-Effekt
Die Studienautoren wollen nun genauer untersuchen, welche Stoffwechselprodukte der Bakterien das Verdauungssystem daran hindern, in den Energiesparmodus überzugehen. Ebenfalls wollen die Forscher anhand weiterer Studien ermitteln, ob die Darmflora auch beim Menschen auf Gewichtszunahme gepolt bleibt. Langfristig wecken diese Erkenntnisse Hoffnung auf neue Strategien gegen Übergewicht und Jo-Jo-Effekt.
Quelle: Pressemitteilung des Diabetesinformationsdiensts München
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles
2 Minuten
- Leben mit Diabetes
13 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 6 Tagen, 7 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 6 Tagen, 9 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 6 Tagen, 7 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
