- Behandlung
Ketoazidose: Gut geschult?
2 Minuten
Bei der diabetischen Ketoazidose handelt es sich um eine schwerwiegende Stoffwechselentgleisung, die hauptsächlich beim Typ-1-Diabetes auftritt. Die Ursache ist meistens ein Mangel an Insulin. Was sollten Sie über die diabetische Ketoazidose (DKA) wissen – und was sollten Sie im richtigen Moment abrufen können?
Mögliche Auslöser einer Ketoazidose:
- Insulininjektion vergessen und Blutzucker > 250 mg/dl (13,9 mmol/l)
- Entgleisung durch starken Infekt
- die Kanüle einer Insulinpumpe fällt unbemerkt ab, so dass die Insulinversorgung unterbrochen ist
- Messgerät defekt oder die Teststreifen falsch gelagert (z. B. lose im Etui)
- der Insulinbedarf nimmt z. B. durch eine Infektion, Verletzung oder Operation stark zu, ohne dass die Insulindosis erhöht wird
- Feste feiern mit alkoholischen Getränken und geringen Kontrollen oder Korrekturen
- vergessen, was eine DKA ist, oder nicht daran denken, wie sich das anfühlt
Merke
Eine DKA ist bei Typ-2-Diabetikern wesentlich seltener, kann aber bei SGLT-2-Hemmer-Therapie oder in Situationen ungewöhnlicher Belastung durchaus auftreten (vor allem bei absolutem Insulinmangel bei lange bestehendem Diabetes). Auch ein Typ-3c-Diabetes (pankreopriver Diabetes) kann zu einer Ketoazidose führen. Fieber ist kein Symptom einer DKA, kann aber auf eine ursächliche Infektion hinweisen. Ohne rechtzeitige Therapie kann die DKA bis zu Koma und Tod fortschreiten.
Symptome einer Ketoazidose:
- starker Durst, häufiges Wasserlassen, trockene Haut, trockener Mund
- Bauchschmerzen, Übelkeit und/oder Erbrechen
- starke Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit
- Störungen des Bewusstseins
- Azeton-Geruch der Atemluft (ähnlich wie Nagellack oder faule Äpfel), vertiefte Atmung
- Blutzucker bleibt trotz Insulingabe über 250 mg/dl (13,9 mmol/l)
- Ketone im Blut/Urin
Bei entsprechenden Anzeichen oder Verdacht auf eine Ketoazidose sowie bei Blutzuckerwerten ab etwa 250 mg/dl (13,9 mmol/l) sollten Betroffene auf jeden Fall im Blut oder im Urin überprüfen, ob Ketone vorliegen. Dazu eignen sich Keton-Harnteststreifen oder ein Blutzuckermessgerät mit speziellen Keton-Teststreifen. Diese Teststreifen sollten Menschen mit Diabetes zuhause zur Verfügung haben – und nach Möglichkeit nicht abgelaufen. Arzt oder Diabetesberaterin können bei der richtigen Anwendung dieser Hilfsmittel vorab Rat geben.
Ketoazidose – was können Sie tun?
- falls Ketone im Urin (++) oder mehr, sollten Sie die Insulindosis spritzen, die mit dem Arzt für den Fall einer Ketoazidose vereinbart wurde (z. B. doppelter Korrekturbolus)
- ausruhen (nicht schlafen), Angehörige informieren
- etwa alle zwei Stunden Blutzucker und Ketone messen, mit Insulin korrigieren, bis der Wert unter 200 mg/dl (11,1 mmol/l) ist und die Ketone bei (+) oder (0) sind
- gegen Hypoglykämie: evtl. 2 BE/KE essen (z. B. eine Banane)
- pro Stunde bis zu 1 l Wasser (oder ungesüßten Tee) trinken
- beim geringsten Verdacht auf eine Ketoazidose Urin oder Blut auf Ketone testen; dafür immer Keton-Teststreifen parat haben (kann der Arzt verordnen)
Merke:
Die Symptome einer Ketoazidose sind nicht immer eindeutig. Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen können auf eine Azidose hinweisen.
- Jede Person mit Diabetes sollte einmal mit dem Ärzte-/Beraterinnenteam besprochen haben, welche Maßnahmen sie sowie die Angehörigen im Fall einer Ketoazidose ergreifen sollen.
- Im Ernstfall ist es wichtig, genau zu wissen, wie man schnell handelt.
- Der Blutketonwert kann innerhalb der ersten Stunde leicht steigen (ca. 15 %), sollte danach aber absinken.
- Bei der geringsten Unsicherheit, anhaltenden Symptomen oder wenn man keine Flüssigkeit bei sich behalten kann, bitte den Notarzt unter Tel. 112 rufen!
- Der Rettungsdienst sollte eine diabetologisch versierte Klinik anfahren!
Merke:
Die Bestimmung der Blutketone sollte unter folgenden Bedingungen durchgeführt werden:
- Blutzucker 250 mg/dl (13,9 mmol/l) oder höher
- bei Auftreten einer Infektion, Verletzung oder Krankheit mit Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Symptome einer diabetischen Ketoazidose: u. a. häufiges Wasserlassen, fruchtiger Atem, Unruhe, Verwirrtheit, Aggression, Schwäche, schnelle Atmung, erhöhte Herzfrequenz
von Dr. Nicola Haller
Vorstandsvorsitzende VDBD
stellv. Vorsitzende diabetesDE
Am Bühl 7, 86199 Augsburg
Tel.: 0821/ 242 561 99,
E-Mail: Dr.Nicola.Haller@medi-paed.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (4) Seite 34-35
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen, 3 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 6 Tagen, 18 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….