- Behandlung
Kleine Schritte aus der Fettleibigkeit
2 Minuten
Krankhaftes Übergewicht ist nicht gesund. Doch trotz bekannter Gesundheitsrisiken gelingt es nur einem Teil der von Adipositas Betroffenen nachhaltig abzunehmen. Sind zu hohe Erwartungen an eine Lebensstilintervention vielleicht eher demotivierend? Tübinger und Potsdamer Forscher schlagen nun vor, als ersten Schritt ein stoffwechselgesundes Übergewicht anzustreben.
Adipositas kann eine Vielzahl gesundheitlicher Probleme nach sich ziehen, die die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Außerdem sind die Folgeerkrankungen – darunter Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall – mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden.
Abnehmversuche: Kurzfristig klappt’s, langfristig bleibt Erfolg aus
Für viele Patienten ist eine Veränderung des Lebensstils die erste Maßnahme bevor möglicherweise medikamentöse und chirurgische Behandlungsansätze in Frage kommen. Die Intervention sollte auf drei Säulen stehen: Ernährungsumstellung, Bewegungsprogramm und Verhaltenstherapie.
Kurzfristig schaffen viele Betroffene es, ihr Gewicht zu reduzieren – langfristig bleibt der Erfolg jedoch meist aus. Das hat vermutlich verschiedene Ursachen und auch die Psyche hat nach Einschätzung der Tübinger Forscher daran ihren Anteil. Um die Erwartungen an die Patienten nicht zu hoch zu setzen, schlagen sie in ‚The Lancet Diabetes & Endocrinology’ eine metabolisch gesunde Adipositas als ein lohnendes erstes Ziel in der Therapie der Adipositas vor. Was ist das?
Übergewicht, aber mit gesundem Stoffwechsel
Menschen mit metabolisch gesunder Adipositas weisen maximal einen der folgenden Risikofaktoren auf:
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- gestörter Kohlenhydratstoffwechsel (Insulinresistenz)
- Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie)
- Bauchfettsucht
- erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)
- Fettleber
Anhand von Daten aus der der Tübinger Lebensstil Interventionsstudie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass eine Gewichtsabnahme von mehr als zehn Prozent bei einem mittleren Ausgangs-BMI von 35 wahrscheinlich ausreicht, um vom „metabolisch kranken“ zum „metabolisch gesunden“ Übergewicht zu gelangen.
Kommunikation zwischen Arzt und Patient als wichtige Stütze
Sie betonen dabei aber auch, dass man sich damit langfristig nicht zufrieden geben darf, da auch bei metabolisch gesunder Adipositas das Krankheitsrisiko im Vergleich zum metabolisch gesunden Normalgewicht nach wie vor erhöht ist. Wünschenswert sei ein BMI von 25 und kleiner: ab diesem Wert könne man von einem deutlichen Schutz vor Adipositas-bedingten Erkrankungen ausgehen.
Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient sei eine wichtige Stütze, um den Patienten zu motivieren, diesen Zustand zu erreichen und zumindest zu halten.
Quelle: http://DiabetesinformationsdienstMünchen
| Redaktion
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 5 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Monat
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
