Kolumne | Zum guten Schluss: Corona-Müdigkeit

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© Christian Mentzel
Kolumne | Zum guten Schluss: Corona-Müdigkeit

Als wäre die ganz normale Frühjahrsmüdigkeit nicht schon kräftezehrend genug, gesellt sich in diesem Jahr bei Dr. Hans Langer auch noch eine Corona-Müdigkeit hinzu. Über ein Jahr Pandemie, Maßnahmen zur Eindämmung, daraus resultierender Extra-Aufwand und Stress in der Klinik haben auch bei ihm Spuren hinterlassen.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Frühjahrsmüdigkeit in diesem Jahr eine neue Dimension hat. Denn ich bin nicht nur müde, weil sich die Jahreszeiten ändern und sich der Körper auf warme Temperaturen und Sommer umstellt: Diesmal scheint es weitere Gründe zu geben, richtig müde zu sein. Ganz sicher bin ich dieses Jahr auch Corona-müde. Jede Nachrichtensendung fängt schon im zweiten Jahr mit Corona an, es folgen die neuen Infektionszahlen. Oder die Impfraten. Oder es gibt Informationen darüber, was jetzt im Rahmen des Lockdowns wieder einmal geändert wurde.

Zermürbender Corona-Alltag

Jeden Morgen schalte ich in unserer Diabetesklinik meinen Computer ein zum Checken der E-Mails. Dabei vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens eine Mail von der Krankenhausgesellschaft dabei ist, in der die neuesten Verordnungen und die damit verbundenen Konsequenzen für die Kliniken in aller Ausführlichkeit beschrieben werden. Irgendwie zermürbt mich das. Ich habe wie viele andere Menschen einfach keine Lust mehr darauf.

Am schlimmsten finde ich die ständige Maskentragerei. Natürlich sind die FFP2-Masken der beste Schutz vor einer Infektion. Aber es nervt einfach, ständig meine Gegenüber darauf hinweisen zu müssen, dass die Maske über die Nase gehört und nicht am Kinn hängen sollte. Wenn die Maske dann korrekt getragen wird, kann ich die Hälfte des Gesichts nicht mehr sehen.

Manche Menschen können mit den Augen Emotionen ausdrücken – viele können das aber nicht, und mir fehlt dann die Rückmeldung durch die Mimik. Manche Kollegen in der Klinik habe ich schon seit Monaten nicht ohne Maske gesehen: Folgt womöglich irgendwann nach der Maskenpflicht die große Überraschung? Ich warte schon darauf, dass dann irgendjemand zu mir sagen wird: „Mein Gott, Dr. Langer, sind Sie aber alt geworden.“

Durchhalten auf der Zielgeraden!

Meiner Frau Gaby geht es in der Bank, in der sie arbeitet, auch nicht anders. Wenn früher jemand mit Maske in die Bank kam, dann waren das in der Regel Bankräuber. Heute würde ein Bankräuber zunächst gar nicht auffallen. „Bei uns sind alle irgendwie genervt“, klagte Gaby gestern Abend. „Sie sind sozusagen Masken-müde.“ „Na siehst du“, sagte ich, „da bin ich aber froh, dass ich nicht der Einzige bin, der müde ist. Hoffen wir mal, dass die Sommerwinde die Viren wegwehen und die Impfungen ihr Übriges tun.“

Und wenn tatsächlich die zahllosen Lockdowns Geschichte sein werden, dann ist sicher auch die Müdigkeit gemeinsam mit den Coronaviren verflogen. Und so lange halten wir einfach durch, ob müde oder nicht!

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Dr. Hans Langer

Dr. Hans Langer war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Arzt in einer Diabetes-Klinik, der aus seinem Berufsleben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (6) Seite 84

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  • Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 5 Tagen, 22 Stunden

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 6 Tagen

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.