Kolumne | Zum guten Schluss: Weniger ist mehr?

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© Christian Mentzel
Kolumne | Zum guten Schluss: Weniger ist mehr?

„Na, wie läuft’s denn so an deinem Arbeitsplatz in der Sparkasse?“, fragte ich meine Frau Gabi kürzlich beim Abendessen. Katastrophe“, antwortete sie, bei uns werden immer mehr Filialen geschlossen und man fragt sich wirklich, wohin die Leute noch zur Beratung kommen sollen. Demnächst vielleicht mit künstlicher Intelligenz im Internet …“. Da stellt sich die Frage: Ist weniger tatsächlich mehr?

Naja, das kennt man ja schon. Überall wird gespart und rationalisiert und so manches wird auch einfach wegrationalisiert. Bei uns in der Medizin ist das nicht anders. Offenbar ist es politisch gewollt, dass viele Krankenhäuser schließen müssen. Nicht weit von uns hat beispielsweise ein fast neues und mit Milliarden Euro gefördertes Krankenhaus wegen akuten Geldmangels seine Pforten zugemacht: Insolvenz, peng und aus.

Auch in der Gesundheitsversorgung wird gespart

So was hat natürlich erhebliche Konsequenzen für die medizinische Versorgung. Zum Beispiel weil der Rettungsdienst mit Notfallpatienten jetzt oft eine halbe Stunde und länger unterwegs ist, bis er im nächsten Krankenhaus ankommt. Nicht anders sieht es bei den Fachkrankenhäusern wie unserer Diabetes-Klinik aus.

Auch hier wird man von der Politik völlig im Unklaren gelassen, wie es weitergehen soll. Unser Chef meint, dass es ganz klar Absicht ist. Denn die Vorgaben der geplanten Krankenhausreform sollen so kompliziert aufgebaut werden, dass so manches Fachkrankenhaus dies nicht überleben wird.

“Ja, und dann?”, fragte Gabi. “Was passiert mit den 4000 Patienten, die ihr jedes Jahr stationär behandelt?” Eine gute Frage, auf die ich auch keine Antwort weiß. Die Antwort der Politik auf diese Frage ist ziemlich eindeutig, aber dafür auch wenig hilfreich. Sie lautet: Wird schon irgendwie gut gehen …

Fragt sich nur, für wen: für die Kostenträger, für die Leistungserbringer und vielleicht auch für die Patienten? Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob den Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik die Tragweite ihrer Entscheidungen so bewusst ist.Natürlich haben wir den Pflegenotstand und den Fachkräftemangel. Nur darf der nicht in eine absichtliche Kürzung und Verschlechterung medizinischer Leistungen münden, schon gar nicht in einem Land wie Deutschland.

“Schwieriges Thema”, meinte Gabi, “aber so gesehen habt ihr’s ja in der Medizin noch schwerer als wir in der Sparkasse.” Ein schwacher Trost für meine Frau, aber immerhin …

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Dr. Hans Langer

Dr. Hans Langer war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Arzt in einer Diabetes-Klinik, der aus seinem Berufsleben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (6) Seite 82

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  • tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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