- Ernährung
Herstellerabgabe auf Softdrinks: Zuckersüßer Erfolg
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2028 soll es so weit sein: Eine nach Zuckergehalt gestaffelte Herstellerabgabe soll bei Softdrinks für geringere Zucker-Konzentrationen sorgen – oder zumindest für mehr Geld in den Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung. Für medizinische Fach- und Verbraucherschutz-Verbände ist dies ein großer Erfolg. Die Details sind allerdings noch nicht geklärt.
Der Durchbruch hat sogar die Organisatoren des Diabetes Kongresses 2026 überrascht: Die „Zuckersteuer“ soll kommen! Dafür hat die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) lange gekämpft, auch mit wissenschaftlichen Vorträgen auf dem Diabetes Kongress. Das diesjährige DANK-Symposium dort war unter dem Titel „Wer hat Angst vor der Zuckersteuer? Warum gesunde Besteuerung eine Chance für Prävention und wirtschaftliche Entwicklung ist“ geplant worden.
Als die Veranstaltung dann am Tag nach Himmelfahrt stattfand, war eine Herstellerabgabe auf gezuckerte Softdrinks bereits beschlossene Sache, zumindest ein bisschen: Am 29. April verabschiedete das schwarz-rote Bundeskabinett zwar den Entwurf zum „Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung“. Darin sind zahlreiche Änderungen an bestehenden Gesundheits-Gesetzen enthalten, die die Ausgaben reduzieren und die Einnahmen erhöhen sollen.
Der Absatz zur Zuckersteuer findet sich allerdings nur in der Einleitung und in der Begründung des Gesetzes und entfaltet damit formal keine Gesetzeskraft. Darin steht, dass die Bundesregierung in einem weiteren Gesetzgebungsverfahren beschließen werde, ab dem Jahr 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke einzuführen.
Die erwarteten 450 Millionen Euro pro Jahr sollen an GKV gehen
Das geschätzte Aufkommen in Höhe von jährlich rund 450 Millionen Euro soll der gesetzlichen Krankenversicherung in geeigneter Art und Weise entlastend zugutekommen. Als Beispiel werden Angebote zur Primärprävention genannt wie die betriebliche Gesundheitsförderung.
Mit der Ausarbeitung der Abgabe auf zuckergesüßte Getränke ist das Bundesgesundheitsministerium beauftragt. Es steht dazu nach eigenen Angaben in Abstimmung mit den beteiligten Ressorts. Diese Abstimmung ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, spätestens der fertige Gesetzentwurf geht standardmäßig in der Ressort-Abstimmung einmal über die Schreibtische aller Bundesministerien.
Dass aber das Gesundheitsministerium und nicht etwa das Finanz- oder das Landwirtschaftsministerium in dem Verfahren den Hut aufhat, kann durchaus als Bekenntnis zu dem Vorhaben gesehen werden – schließlich ist unter Gesundheits-Experten die Zustimmung zu einer solchen Abgabe schon lange hoch.
Bekenntnis der Ministerin zur Prävention von Diabetes und Adipositas
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) betonte Ende April beim Kabinettsbeschluss für das Beitragssatzstabilisierungsgesetz, dass sie die „Zuckersteuer“ nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus Gründen der Prävention für sinnvoll halte. Man wisse derzeit aber noch nicht genau, wie die Regelung technisch umgesetzt werde, bekannte Warken damals, „das müssen wir jetzt klären“.
Das Bundesgesundheitsministerium bezieht auf seiner Internet-Präsenz auch ausdrücklich positiv Stellung zu der Frage, warum eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke eingeführt wird. „Durch eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke soll ab 2028 insbesondere die Prävention im Bereich der Diabetes-Erkrankungen und ihrer Folgen stärken. Die Mehreinnahmen sollen einen finanziellen Beitrag zur Stabilisierung der GKV leisten.
Eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke hat in erster Linie einen nachweisbaren Präventionseffekt. Über 100 Länder haben diese Abgabe bereits eingeführt. Die Hersteller haben als Reaktion darauf ihre Rezepturen geändert und deutlich weniger Zucker zugefügt. Dadurch ist der Zuckerkonsum messbar zurückgegangen, was die Gesamtkosten der Versorgung senkt durch den Rückgang von Diabetes, Karies oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, erläutert das Ministerium.
Offene Fragen: Was ist mit …
- …Süßstoffen? Laut Kommissionsvorschlag bleiben sie unbesteuert, in Frankreich ist das anders.
- …Milchgetränken? In Großbritannien sollen sie jetzt ebenfalls unter die Abgabe fallen.
- …anderen Maßnahmen? Ein Beispiel wären Werbebeschränkungen zum Schutz für Kinder.
Auf die Ankündigung muss nun auch die Umsetzung folgen
„Eine Absichtserklärung im Kabinett ist kein Gesetz. Wer eine Herstellerabgabe ankündigt, muss sie auch liefern – wirksam, nach Zuckergehalt gestaffelt und so gestaltet, dass Hersteller einen echten Anreiz haben, ihre Produkte gesünder zu machen“, schlug der Präventionsexperte Johannes Wagner von Bündnis90/Grüne schon mal die Pflöcke ein.
Die Zuckerabgabe auf Softdrinks gehörte zu den Vorschlägen, die die „Finanzkommission Gesundheit“ Ende März vorgestellt hatte, um die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zu erhöhen und so das Defizit der Krankenkassen zu mindern. Darin sind auch Details ausgearbeitet: Das empfohlene Modell orientiert sich an der britischen Herstellerabgabe, für diese seien Effekte auf die Formulierung der Getränke nachgewiesen, sprich der Zuckergehalt der Softdrinks wurde von den Herstellern nach unten korrigiert.
Empfohlen wird von der Kommission eine Besteuerung mit folgender Staffelung:
- unter 5 g Zucker pro 100 ml steuerfrei,
- 5 bis unter 8 g Zucker pro 100 ml: 26 Cent je Liter,
- 8 g Zucker und mehr pro 100 ml: 32 Cent je Liter.
Das kleinere Übel
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 2025 Stellung bezogen zu Süßstoffen in Softdrinks
Die Finanzkommission Gesundheit hat weiterhin empfohlen, eine Übergangsfrist von rund 12 Monaten zwischen Beschluss und Inkrafttreten der Abgabe vorzusehen. So sollen für die Hersteller Planungssicherheit gewährleistet und eine Anpassung von Rezepturen ermöglicht werden. Dieser Empfehlung will das Ministerium mit dem Inkrafttreten erst ab 2028 folgen.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Wagner erinnerte in seinem Kommentar zum Gesetzentwurf an den zentralen Aspekt der Zuckersteuer: Das eigentliche Ziel sei nicht, Einnahmen zu erzielen. Das eigentliche Ziel sei, dass die Industrie ihre Produkte so reformiert, dass am Ende niemand mehr die Abgabe zahle. „Das wäre der Erfolg“, so Wagner.
von Marcus Sefrin
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (7) Seite 50-51
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thomas55 postete ein Update vor 6 Tagen, 4 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 6 Tagen, 22 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 5 Tagen
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
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