- Soziales und Recht
DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer im Interview: Zuckersteuer, Diabetes-Kongress-Highlights und Blick in die Zukunft
Zuckersteuer, neue Therapien, Prävention: Beim Diabetes Kongress 2026 in Berlin zieht DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer im Interview mit Sebastian Alsleben Bilanz für den Diabetes-Anker und erklärt, warum die als Herstellerabgabe angekündigte Zuckersteuer nur ein erster Schritt sein kann.
Auf dem diesjährigen Diabetes Kongress, der vom 13. bis 16. Mai 2026 in Berlin stattfindet, hat Allgemeinmediziner und Medfluencer (@deinhausarzt) Sebastian Alsleben am gestrigen Freitag für den Diabetes-Anker mit Barbara Bitzer gesprochen – Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK).
Das vollständige Interview mit Barbara Bitzer hier im Video ansehen
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die geplante Zuckersteuer. Ein Thema, für das sich die DDG seit über 15 Jahren einsetzt und das nun endlich Wirklichkeit werden wird. Bitzer berichtet von einer überwiegend positiven Resonanz auf dem Kongress: Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten das Vorhaben begrüßt und als längst überfällig bezeichnet. Gleichzeitig räumt sie ein, dass es noch Aufklärungsbedarf gebe. Denn bei der geplanten Regelung handelt es sich nicht um eine Verbrauchersteuer, sondern um eine Herstellerabgabe – mit dem Ziel, Rezepturen zu verändern und Produkte gesünder zu gestalten.
Mehr zum Thema:
➤ Zuckersteuer kommt: Regierung beschließt Herstellerabgabe auf zuckerhaltige Getränke ab 2028
Den Alltag mit Diabetes erleichtern und Prävention stärken
Neben der Zuckersteuer spricht Bitzer über das Motto des Kongresses: „Die Revolution der Mittel und die Realität der Menschen.” Neue Therapien und technische Möglichkeiten erreichten Patientinnen und Patienten heute schneller als je zuvor. Entscheidend bleibe jedoch, was den Alltag mit der Erkrankung konkret erleichtere. Und wie Adhärenz (Therapietreue) und Lebenszufriedenheit nachhaltig verbessert werden könnten. Ein normales Leben mit Diabetes müsse das erklärte Ziel sein.
Mit Blick auf die nächsten fünf Jahre mahnt Bitzer, die Zuckersteuer nicht als Allheilmittel zu verstehen. Weitere Maßnahmen seien nötig: Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel, die gezielt Kinder ansprechen, sowie verbindliche Bewegungsangebote in Kita und Schule. Auch die Arbeit von DANK – der Deutschen Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten – kommt zur Sprache. Das Bündnis aus 24 medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen setzt sich für strukturelle Prävention ein und versucht, politischen Druck für gesündere Lebensverhältnisse zu erzeugen.
von Sebastian Alsleben und Gregor Hess
Sebastian Alsleben ist Facharzt für Allgemeinmedizin. Er ist tätig in einer Hausarztpraxis in Solingen und zudem als „Medfluencer“ tätig – also als Arzt, der medizinische Themen in sozialen Netzwerken allgemeinverständlich und praxisnah erklärt. Er ist regelmäßiger Kolumnist der Medical Tribune und moderiert das Format „MTQuick“ sowie den Podcast „DocTales“.
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Soziales und Recht

2 Minuten
- Ernährung

3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt postete ein Update vor 6 Tagen, 9 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 1 Monat
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße





