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Mein Kopf ist leer! Wie Hypos einen aus der Bahn werfen
3 Minuten


Das alles sind ganz banale Kleinigkeiten. Aber wenn man mehrere Tage hintereinander auch nur mit einigen dieser leichten bis mittleren Hypoglykämien kämpft, schwächt – zumindest mich – das enorm. Wer zu wenig Zucker im Blut hat, dem fehlt einfach der Treibstoff für seinen Lebens-Motor. Das bedeutet oft, dass die Ausdauer für die Tagesroutine sich halbiert. Die Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer für wichtige Gespräche oder Arbeiten – salopp formuliert – lassen dann zu wünschen übrig.
| Leichte Hypo | Der Diabetiker kann sich selbst helfen. Er sollte rechtzeitig Kohlenhydrate zu sich nehmen, die den Blutzucker schnell ansteigen lassen. Beispiele sind Traubenzucker, gesüßter Fruchtsaft oder Cola. |
| Mittelschwere Hypo | Gekennzeichnet durch Konzentrationsstörungen, leichte Verwirrung, körperliche Schwäche, Schwindel, Sehstörungen, Sprech- und Sprachstörungen, Müdigkeit, ungenauer Gang, weiche Knie, geistige Abwesenheit, Gereiztheit oder Albernheit |
| Schwere Hypo | Der Diabetiker ist unbedingt auf fremde Hilfe angewiesen. Er kann bewusstlos werden und Krampfanfälle bekommen (Koma oder hypoglykämischer Schock). Es müssen sofort schnell wirksame Kohlenhydrate zugeführt werden. |
Ich habe mir daher letztlich die Frage gestellt, ob die Dauer des Diabetes und damit auch die Häufigkeit von leichten bis mittleren Hypos auch Auswirkungen auf das Gehirn haben? Wird von der Diabetesdauer und den Hypos das Gehirn geschädigt? Ich selbst lebe mit meinem Diabetes nun schon 27 Jahre und habe schon einige Hypos – leichte bis schwere – durchlebt.
„Auch bei Erwachsenen ist strittig ob Hypos wirklich leichte Hirnschädigungen hervorrufen, am ehesten scheint dies für Kinder unter 5 Jahren erwiesen, schwere Hypos sind dennoch ein Notfall mit akut möglichem ungünstigem Ausgang. Während einer Hypoglykämie ist aber auch bei Erwachsenen die Gedächtnisleistung und die Merkfähigkeit beeinträchtigt, dies gilt auch für leichte Hypos, die selbst behandelt werden können.“ (Quelle: Karl C. Mayer: Hypoglykämie)

Die Frage, ob leichte bis mittlere Hypos das Gehirn wirklich schädigen, ist in der Wissenschaft noch nicht geklärt. Eines ist jedoch sicher, schwere Hypos sollten auf jeden Fall vermieden werden. Wiederholte schwere Hypoglykämien begünstigen langfristig das Auftreten einer Demenz.
Nun ja, dement bin ich sicher noch nicht. Denn sonst würde ich mich wohl nicht mehr so genau an den Artikel „Immer in Alarmstimmung“ in der „Zeit“ vom 7. April erinnern. Hier steht zum aktuellen Anstieg der Diabetes-Typ-1-Neuerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen geschrieben: „Ist die Krankheit einmal da, schneidet sie tief ein ins Leben der Kinder und ihrer Familien – und verschwindet nie wieder.“ Doch was mache ich mit meinem leeren Kopf? Ich habe ein paar Strategien zusammengebastelt, die helfen können, den Kopf nach unerwünschten Hypos – auch ohne Integrationshelfer – wieder in Gang zu bringen.
- Sich sagen: „Ich bin mir genug!“ Vergleiche mit anderen wegschieben und einfach stolz sein auf sich.
- Lächeln – nur für sich allein oder auch mit anderen Menschen zusammen.
- Sich neue Ziele setzen. Zum Beispiel eine Reise oder einen Ausflug planen.
- Die täglichen (Arbeits-) Routinen beibehalten.
- Mit Freunden treffen und den Moment genießen. Oder sich über aktuelle Sorgen austauschen.
- Bewegung! Raus in die Natur und einen langen Spaziergang machen.
- In die Stadt gehen und sich vom Treiben inspirieren lassen. Hier trifft man viele Menschen, zum Beispiel auf einem Markt.
- Von Hand ein Blutzuckerprofil erstellen. Einfach einen Tag lang aufschreiben, wie viel und wann Insulin gegeben und was gegessen wurde.
- Sich ein gutes Vollbad gönnen und im Anschluss eine gute Massage.
- Einfach mit einer guten Tasse Kaffee hinsetzen und den Augenblick genießen.

Inwieweit Unterzuckerungen Einfluss auf unser Leben nehmen, ist sicher von Mensch zu Mensch verschieden. Es ist sicher eine individuelle Frage, inwieweit ich ein Perfektionist bin mit meinem Diabetes oder wie viele schlechte Blutzuckerwerte ich tolerieren kann? Wie stabil ist mein soziales und berufliches Netzwerk? All das sind Bausteine, die über den leeren Kopf entscheiden. Machen wir das Beste daraus!
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thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 9 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 2 Tagen, 2 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße