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Mögliche neue Therapie-Ansätze: Forschende decken auf, wie die innere Uhr einzelner Organe anders ticken
3 Minuten

Forschende haben einen Mechanismus entschlüsselt, mit dem verschiedene Organe denselben zirkadianen Taktgeber – auch als innere Uhr bezeichnet – nutzen, um ihre jeweils eigenen Aufgaben im Tagesverlauf zu steuern. Dies könnte neue Therapie-Ansätze für Diabetes und Herzerkrankungen hervorbringen.
Nahezu jede Zelle im Körper folgt einem inneren Tagesrhythmus. Diese sogenannten zirkadianen oder inneren Uhren regeln physiologische Abläufe, Verhaltensmuster und die Anpassung an wiederkehrende Umweltreize wie Licht und Dunkelheit. Bei Säugetieren wird dieses System vor allem von den Proteinen CLOCK und BMAL1 gesteuert. Als Transkriptionsfaktoren aktivieren bestimmte Gene rhythmisch und erzeugen so wiederkehrende Muster in der Genaktivität und Proteinfunktion. Damit legen sie fest, wann welche Prozesse in einer Zelle oder einem Organ ablaufen.
Ein Taktgeber, viele Aufgaben
Die Proteine CLOCK und BMAL1 kommen im gesamten Körper vor. Offen war bislang, wie ein und derselbe molekulare Mechanismus derart unterschiedliche biologische Vorgänge in unterschiedlichen Organen steuern kann. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Chronobiologin Prof. Dr. Maria Robles und ihres Doktoranden Fatih Aygenli, beide von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), ist dieser Frage nun nachgegangen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Cell Biology veröffentlicht.
Leberzellen erfüllen im Tagesverlauf andere Aufgaben als Nierenzellen, und auch Lungenzellen folgen einem eigenen Programm. Wie das Team herausfand, entsteht diese organspezifische Steuerung dadurch, dass CLOCK und BMAL1 an der DNA mit weiteren Proteinen zusammenwirken. Welche dieser Partnerproteine in welcher Menge vorhanden und aktiv sind, unterscheidet sich je nach Gewebe und je nach Tageszeit.
Über 1.500 Proteine im Blick
Um diese Vielschichtigkeit zu erfassen, kombinierten die Forschenden eine Methode zur Isolierung von DNA-gebundenen Proteinen mit quantitativer Proteomik. Letzteres ist eine Methode zur Bestimmung der Menge und relative Änderung von Proteinen in Zellen, Geweben oder Körperflüssigkeiten. So entstand ein detailliertes Abbild aller Proteine, die in einem Gewebe gemeinsam mit BMAL1 und CLOCK an der Erbsubstanz aktiv sind.
„Mit diesem Ansatz konnten wir in den Leber-, Nieren- und Lungengeweben von Mäusen mehr als 1.500 Proteine direkt identifizieren, die über verschiedene Organe und Tageszeiten hinweg mit dem Mechanismus der zirkadianen Uhr assoziiert sind“, sagt Prof. Robles, Professorin am Institut für Medizinische Psychologie und am Biomedizinischen Centrum (BMC) der LMU.
Bekannte Faktoren mit neuer Rolle
Unter den zahlreichen kartierten Wechselwirkungen stießen die Forschenden auf drei Transkriptionsfaktoren, die bislang nicht mit der zirkadianen Steuerung in Verbindung gebracht wurden. Die Proteine PROX1, HNF1B und HOXA5 sind eigentlich für die Entwicklung von Gewebe und die Aufrechterhaltung der Zellidentität bekannt.
Prof. Robles erklärt: „Wir konnten experimentell nachweisen, dass PROX1, HNF1B und HOXA5, Schlüsseltranskriptionsfaktoren, die an der Gewebeentwicklung und der Aufrechterhaltung der Zellidentität beteiligt sind, die zirkadiane Funktion gewebespezifisch modulieren. Auf diese Weise teilen sie dem inneren Mechanismus der zirkadianen Uhr die spezifischen Funktionen mit, die zu verschiedenen Tageszeiten in Leber, Niere und Lunge reguliert werden müssen.“
Die drei Faktoren spielen demnach nicht nur bei der Embryonalentwicklung und der Gewebebildung eine Rolle. Sie helfen zudem offenbar auch dabei, die zirkadiane Uhr im Tagesverlauf an die jeweiligen Anforderungen eines Organs anzupassen. „Unsere Ergebnisse zeigen somit, dass solche organspezifischen Faktoren dem zirkadianen Uhrwerk Gewebe- und Zellidentität verleihen“, ergänzt Fatih Aygenli. Dadurch prägen sie die gewebespezifische Gen-Expression und Physiologie im Laufe des Tages.
Neue Methode für die Molekularbiologie
Die kombinierte Analysemethode, die das Münchner Team dafür weiterentwickelt hat, lässt sich nach eigenen Angaben auch auf andere Fragestellungen übertragen. Sie eigne sich, um Proteinkomplexe zu untersuchen, die direkt an das Chromatin lebender Gewebe gebunden sind. Das ist jene Struktur, in der die DNA verpackt vorliegt. Die Forschenden gehen davon aus, dass sich der Ansatz breit in der Molekularbiologie einsetzen lässt, um genregulatorische Mechanismen im lebenden Organismus zu untersuchen.
Mögliche Bedeutung für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Über den methodischen Fortschritt hinaus liefert die Studie Hinweise auf einen grundlegenden Mechanismus, mit dem die zirkadiane Uhr die Identität einer Zelle und ihres Organs erkennt. Damit wird die passenden physiologischen Funktionen zeitlich gesteuert. Das könnte laut Prof. Robles erklären, warum eine gestörte innere Uhr unterschiedliche Gewebe verschieden stark beeinträchtigt und zu Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf-, Immun- und anderen Erkrankungen beitragen kann.
Langfristig hoffen die Forschenden, dass die Erkenntnisse zu zeitlich präziseren, organbezogenen Therapie-Ansätzen beitragen können, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Beide Erkrankungen stehen im Zusammenhang mit einer gestörten oder desynchronisierten inneren Uhr. Diese entsteht, wenn der Alltag der eigenen Körperuhr entgegenläuft. Dieses Missverhältnis sei zu einem „weit verbreiteten Merkmal unseres modernen Lebensstils“ geworden,, so Prof. Robles.
mit Materialien der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
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lena-schmidt postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 1 Monat, 1 Woche
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße




