- Behandlung
Nerven bewahren!
2 Minuten
Krankheiten und Medikamente können das Entstehen eines Vitaminmangels fördern, der unbehandelt zu dauerhaften Nervenschäden (Neuropathie) führen kann. Wann besondere Vorsicht geboten ist, erläuterten renommierte Experten bei einer Online-Pressekonferenz.
Ein Mangel an Vitamin B12 ist weitverbreitet und wird nicht nur durch eine unzureichende Zufuhr mit der Nahrung verursacht. Häufig kommt es infolge von krankheits- und medikamentös bedingten Resorptionsstörungen zu einem Defizit. Neben Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und einem Mangel an Intrinsic Faktor (IF) kann auch die dauerhafte Einnahme von Arzneimitteln wie Säureblockern oder Metformin die Vitamin-B12-Aufnahme erheblich stören und so zu einem Mangel führen, erklärte Prof. Dr. Marija Djukic, Leitende Oberärztin Geriatrie am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende bei der Veranstaltung von Wörwag Pharma.
Treten erste Anzeichen wie Müdigkeit und Erschöpfung auf, werden diese meist nicht mit einem Mangel in Verbindung gebracht. Wird das Vitamin-Defizit nicht rechtzeitig ausgeglichen, können depressive Verstimmung und Einbußen der geistigen Fähigkeiten auftreten sowie Nervenschäden (Neuropathie), was sich äußern kann in Gangunsicherheit aufgrund geschädigter Nervenzellen im Rückenmark und Empfindungsstörungen in den Füßen, beschrieb Djukic.
Die Neurologin appellierte, Vitamin-Defizite frühzeitig auszugleichen, da bei länger bestehendem Mangel die eingetretenen Schädigungen irreversibel sein können. Laut Prof. Dr. Karlheinz Reiners, Facharzt für Neurologie aus Erkelenz, sollte auch von Ärzten bei der Diabetes-Behandlung mit Metformin immer an das mögliche Vorliegen eines Vitamin-B12-Mangels gedacht werden – insbesondere wenn entsprechende Symptome auftreten. Eine hochdosierte orale Therapie mit 1 000 Mikrogramm Vitamin B12 pro Tag könne eingesetzt werden, um den Mangel auszugleichen.
Vitamin-Defizit frühzeitig ausgleichen
In Verbindung mit Diabetes liege außerdem häufig ein Mangel an Vitamin B1 vor, weil das Vitamin krankheitsbedingt vermehrt über die Nieren ausgeschieden wird. Dieser Mangel kann ebenfalls Nervenschäden verursachen oder verstärken und sollte daher frühzeitig behandelt werden, warnte Reiners.
Mit seiner über fünffach höheren Bioverfügbarkeit sei die Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin vorteilhaft. Benfotiamin könne einen nervenschädigenden Mangel ausgleichen und auch neuropathische Symptome wie Kribbeln, Brennen, Schmerzen und Taubheit in den Füßen lindern, wie Studien zeigen.
Ein weiterer Biofaktor, auf den auch die aktuellen Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft als Therapie-Option bei diabetischer Neuropathie hinweisen, sei die antioxidativ wirksame Alpha-Liponsäure. Diese könne oxidativen Stress reduzieren, der infolge der Hyperglykämie (hohe Blutzuckerwerte) vermehrt entsteht, und dadurch bei diabetischer Polyneuropathie zum Zellschutz und zur Symptomlinderung beitragen.
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (6) Seite 10
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Tag, 7 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Tag, 9 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Tag, 7 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

