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Neue DZD-Studie: Remission als Ziel der Therapie beim Prädiabetes
4 Minuten

Prädiabetes ist eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Nieren- und Augenerkrankungen und verschiedene Krebsarten. In Deutschland ist keine medikamentöse Therapie für den Prädiabetes zugelassen. Wissenschaftler aus dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) haben in einer Studie Mechanismen entdeckt, die den Prädiabetes in Remission bringen können. Also in einen Zustand mit Blutzuckerwerten im Normbereich, ohne dass von einer Heilung ausgegangen werden kann.
Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall und sind einer höheren Sterblichkeit ausgesetzt. Bis vor einigen Jahren galt der Typ-2-Diabetes als irreversible Krankheit. Mittlerweile ist bekannt, dass Typ-2-Diabetes durch eine starke Gewichtsreduktion bei einem Teil der Betroffenen in einen Zustand der Remission gebracht werden kann. Diese ist allerdings selten von Dauer: Die meisten Patientinnen und Patienten entwickeln nach fünf Jahren erneut einen Typ-2-Diabetes. Remission als Therapieziel beim Prädiabetes. Welche Mechanismen den Prädiabetes in Remission bringen, fanden nun Wissenschaftler aus dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD).
Diabetes-Vorstufe rückgängig machen – geht das?
„Wir haben uns daher das Ziel gesetzt, schon früher zu starten und zu untersuchen, ob es möglich ist, bereits in der Vorstufe des Typ-2-Diabetes, dem Prädiabetes, vorbeugend tätig zu werden und diesen rückgängig zu machen“, erläutert Seniorautor Prof. Dr. Andreas Birkenfeld, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik IV des Universitätsklinikums Tübingen und Leiter des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Munich an der Universität Tübingen. Für die Patientinnen und Patienten mit Prädiabetes wäre dies von großer Bedeutung. Denn sie weisen auch ein erhöhtes Risiko für Komplikationen an Herz, Nieren und Augen auf.
Doch welche Mechanismen führen zur Remission bei Prädiabetes? Das untersuchten DZD-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich in Tübingen und der Klinik für Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie am Universitätsklinikum Tübingen in einer Post-hoc-Analyse von Teilnehmenden mit Prädiabetes aus der Prediabetes Lifestyle Intervention Study (PLIS).
Beobachtung von über Tausend Menschen mit Prädiabetes
Im Rahmen dieser randomisiert-kontrollierten Multicenter-Studie des DZD hatten 1.105 Prädiabetes-Patientinnen und -Patienten über ein Jahr an einer Lebensstilintervention, bestehend aus gesunder Ernährung und mehr körperlicher Bewegung teilgenommen. Die Forschenden werteten die 298 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus, die im Rahmen dieser Intervention mindestens fünf Prozent an Gewicht abgenommen hatten.
Als Responder galten Teilnehmende, bei denen sich Nüchternblutzucker, 2-Stunden-Glukose und HbA1c-Wert innerhalb der zwölf Monate normalisiert hatten, also in Remission gegangen waren. Diejenigen, die trotz des Gewichtsverlusts keine Remission erreichten und weiterhin einen Prädiabetes hatten, galten als Non-Responder.
Entgegen ersten Vermutungen der Forschenden war es nicht der Gewichtsverlust, der die Menschen unterschied, die in Remission gingen und diejenigen, die nicht in Remission gingen, denn es gab zwischen den Respondern und Non-Respondern keinen Unterschied in der relativen Gewichtsabnahme. Jedoch zeichneten sich diejenigen, die eine Remission erreicht hatten, dadurch aus, dass sie stärker ihre Insulinsensitivität verbessern konnten als die Non-Responder.
Anders ausgedrückt konnten sie ihre Empfindlichkeit gegenüber dem blutzuckersenkenden Hormon Insulin deutlich stärker steigern als die Non-Responder. Die Menge des ausgeschütteten Insulins blieb indes in beiden Gruppen unverändert. Dies stellt einen wichtigen Unterschied zur Remission von Typ-2-Diabetes dar, die insbesondere durch eine Verbesserung der Insulinausschüttung einhergeht.
Reduktion des viszeralen Bauchfetts könnte zur Prädiabetes-Remission beitragen
Um herauszufinden, weshalb sich die Insulinsensitivität bei den Respondern stärker verbessert hatte, suchten die Forschenden nach weiteren Unterschieden zwischen den beiden Gruppen – und wurden in der Körpermitte fündig: Die Responder hatten trotz gleicher Gewichtsabnahme mehr viszerales Bauchfett abgebaut als die Non-Responder. Viszerales Bauchfett liegt direkt in der Bauchhöhle und umgibt den Darm. Es kann die Insulinsensitivität beeinflussen, unter anderem durch eine Entzündungsreaktion im Fettgewebe.
Die Teilnehmenden, die in Remission gingen, hatten tatsächlich auch weniger Entzündungsproteine im Blut. „Da Responder insbesondere eine Verringerung des viszeralen Bauchfetts aufwiesen, ist es wichtig, in Zukunft die Faktoren zu identifizieren, die den Verlust des viszeralen Bauchfetts begünstigen“, betont Arvid Sandforth, einer der beiden Erstautoren. Bei der Reduktion des Leberfetts dagegen – ebenfalls ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes – gab es überraschenderweise keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
Die Teilnehmenden, die eine Remission erreicht hatten, wiesen noch zwei Jahre nach Ende der Lebensstilintervention ein um 73 Prozent reduziertes Risiko auf, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Außerdem zeigten sie reduzierte Marker der Nierenschädigung und einen besseren Zustand ihrer Blutgefäße. Die Teilnehmenden an der PLIS Studie, deren Ergebnisse im Fachmagazin in der Fachzeitschrift The Lancet Diabetes & Endocrinology publiziert wurden, werden überdies von den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen weiter beobachtet, um zu erfassen, wie lange sich dieser Vorteil in Zukunft fortsetzt.
Mit den Ergebnissen liegen nun glukosebasierte Zielwerte vor
Aktuell besteht die Behandlung des Prädiabetes in einer Gewichtsreduktion und Verbesserung des Lebensstils, um den Ausbruch des Typ-2-Diabetes hinauszuzögern – allerdings ohne, dass glukosebasierte Zielwerte zur Verfügung stehen, an denen sich der Behandlungsprozess orientieren könnte. Diese Lücke schließt die neue Analyse des DZD: „Basierend auf den neuen Daten sollte die Remission das neue Therapieziel bei Menschen mit Prädiabetes sein. Dies hat das Potenzial, die Behandlungspraxis zu verändern und die Komplikationsrate für unsere Patientinnen und Patienten zu minimieren“, sagt Co-Erstautor Prof. Dr. Reiner Jumpertz-von Schwartzenberg.
Von einer Remission bei Prädiabetes ist der Studie zufolge auszugehen, wenn der Nüchternblutzucker unter 100mg/dl (5,6 mmol/l), die 2-Stunden-Glukose unter 140mg/dl (7,8 mmol/l) und der HbA1c-Wert unter 5,7 Prozent sinkt. Die Wahrscheinlichkeit einer Remission steigt den neuen Ergebnissen zufolge, je mehr das Körpergewicht gesenkt wird und der Bauchumfang zumindest um etwa 4 cm bei Frauen und ca. 7 cm bei Männern reduziert werden. Daran könnten sich ärztliches Personal und Patientinnen bzw. Patienten nun orientieren, so die Forschenden. Im weiteren Verlauf wollen sie untersuchen, ob diese Strategie kostensparend ist, um auch die Unterstützung der Kostenträger für eine entsprechende Therapie zu gewährleisten.
mit Materialien des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD)
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uho1 postete ein Update vor 3 Tagen, 1 Stunde
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute- calvin240 antwortete vor 3 Tagen, 1 Stunde
Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße
123novesia postete ein Update vor 4 Tagen, 22 Stunden
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 3 Tagen, 23 Stunden
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
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