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Neue Studie: Lärm erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Diabetes
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Verkehrslärm erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Das zeigen Studienergebnisse aus der Schweiz. Straßenlärm steigert das Risiko für einen Herzinfarkt; außerdem kann durch Lärm den Insulinstoffwechsel beeinflussen. Besonders gefährlich ist nächtlicher Lärm, der die Nachtruhe und den Schlaf stört.
Die bisher veröffentlichten Resultate der SiRENE-Studie zeigen: Der Flug-, Schienen- und Straßenverkehrslärm in der Schweiz kann unerwünschte Gesundheitsauswirkungen zur Folge haben. Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der Zusammenhang am stärksten beim Straßenlärm erkennbar. Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, steigt um 4 Prozent pro 10 Dezibel Zunahme der Straßenlärmbelastung am Wohnort.
Aber auch das Risiko für Bluthochdruck und Herzinsuffizienz steigt durch den Verkehrslärm. “Besonders kritisch sind wahrscheinlich Lärmereignisse in der Nacht, die regelmäßig den Schlaf stören», sagt Martin Röösli, Leiter der SiRENE-Studie und Professor für Umweltepidemiologie am Swiss TPH und der Universität Basel. “Bereits tiefere Lärmbelastungen als bisher angenommen haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit.
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Lärm begünstigt auch Diabetes
Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht der Verkehrslärm auch das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Das zeigt eine Untersuchung bei 2631 Personen, die unterschiedlich stark lärmbelastet sind.
“Dabei spielen zwei Mechanismen eine Rolle”, erklärt Nicole Probst-Hensch, Leiterin des Departement Epidemiologie und Public Health am Swiss TPH. „Einerseits beeinflusst die chronische Ausschüttung von Stresshormonen den Insulinstoffwechsel. Andererseits ist bekannt, dass Schlafprobleme langfristig den Stoffwechsel negativ beeinflussen.“
Gesundheitsschäden durch Lärm verursachen hohe Kosten
Auf die ganze Bevölkerung in der Schweiz bezogen sind die Gesundheitsauswirkungen von Verkehrslärm substanziell, sie verursachen jedes Jahr externe Kosten von geschätzten 1,8 Milliarden Schweizer Franken. Für den einzelnen Menschen seien jedoch Faktoren wie Bewegung und Rauchen deutlich wichtiger, so Röösli.
Quelle: Pressemitteilung des Swiss Tropical and Public Health Institute
- Wie beeinflusst Lärm die Ausschüttung von Hormonen, darunter auch Insulin? Hier lesen Sie mehr über die Ergebnisse einer dänischen Studie. Und auch unsere Kolumnistin Alex Adabei, deren Arbeitsplatz an einer viel befahrenen Straße liegt, hat sich dazu ihre Gedanken gemacht.
- Dauerhafter Fluglärm ist nicht gut für Menschen mit einem Herzleiden – ihre Gefäßfunktion verschlechtert sich dadurch noch weiter. Hier lesen Sie mehr darüber.
- Welchen Zusammenhang gibt es zwischen zu kurzem Schlaf und Schlafstörungen und der Entstehung von Übergewicht und Diabetes? Zwei Experten nehmen dazu Stellung.
- Schlafstörungen, die ja auch durch Lärm in der Nacht verursacht werden können, wirken sich ungünstig auf unseren Zuckerstoffwechsel aus und damit auch auf das Diabetesrisiko bzw. den Diabetes. Hier können Sie sich über den Zusammenhang zwischen Schlaf und guten Werten informieren, hier finden Sie einen Bericht von einer Tagung der deutschen Schlafforscher und hier geht es um den Nutzen von Schlaf-Apps.
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stephanie-haack postete ein Update vor 5 Tagen, 14 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 5 Tagen, 15 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 5 Tagen, 13 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
