- Behandlung
Neuer Wirkstoff gegen Typ-2-Diabetes in der Entwicklung
2 Minuten
Aus den körpereignen Proteinen Interleukin-6 und CNTF hat ein internationales Wissenschaftlerteam ein künstliches Protein entwickelt, das den Glukosespiegel senkt und den Appetit zügelt. Durch die neuartige Wirkweise könnte es zukünftig Patienten helfen, bei denen die bisher verfügbaren Wirkstoffe nicht anschlagen. Als nächster Schritt stehen umfassende klinische Studien an.
Eine internationale Forschergruppe, zu der ein Wissenschaftler der Otto-von Guericke-Universität Magdeburg gehört, hat einen neuen Wirkstoff gegen Typ-2-Diabetes entwickelt. Über ihre Erkenntnisse wird in der kommenden Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ berichtet. Prof. Dr. Christoph Garbers (Foto oben), der am Institut für Pathologie der Magdeburger Universitätsmedizin arbeitet, ist einer von drei Deutschen in dem Team.
Positive Eigenschaften von CNTF und Interleukin-6 vereint
Der neue Wirkstoff ist ein künstliches Protein. Dieses wurde aus den beiden im Körper natürlicherweise vorkommenden Proteinen Interleukin-6 und CNTF zusammengesetzt und vereint deren positive Eigenschaften. Die appetitzügelnde Funktion von CNTF war schon lange bekannt, allerdings wurde es vom Immunsystem der Behandelten immer schnell inaktiviert und konnte somit nicht langfristig in der Therapie eingesetzt werden.
Durch die Kombination mit Interleukin-6, das nicht inaktiviert wird, konnte nun ein Wirkstoff entwickelt werden, der sich auch langfristig für die Therapie eignen könnte. Das neue Protein konstruierten die Forscherinnen und Forscher am Computer. Dabei testeten sie aus, welche Eigenschaften sich wo befinden, um zu wissen, welche Teilstücke benötigt werden.
Anderer Ansatz als bei allen bisherigen Wirkstoffen
„Unser Protein kann all das, was man sich von einem Diabetes-Wirkstoff wünscht“, erklärt Prof. Garbers, der seit 2018 Professor für Experimentelle Pathologie an der Magdeburger Universität ist. „Er senkt den Glukosespiegel und wirkt so, dass man ausschließlich Fett, aber keine Muskelmasse abnimmt. Da er einen anderen Ansatz verfolgt als alle bisherigen Wirkstoffe, könnte er einmal Patienten helfen, bei denen diese nicht anschlagen.“
Der Leiter der internationalen Forschergruppe, der Australier Mark Febbraio, hat inzwischen eine Firma gegründet mit dem Ziel, den Wirkstoff eines Tages als Medikament auf den Markt zu bringen. Als nächster Schritt stehen umfassende klinische Studien an.
Die Hauptaufgabe von Prof. Garbers, der gemeinsam mit zwei Kollegen aus Kiel in dem ansonsten australischen Team mitarbeitete, bestand darin herauszufinden, ob das künstliche Protein in dieser Form überhaupt funktioniert. Denn sobald man auch nur einen winzigen Teil solch eines Eiweißmoleküls verändert, kann es seine biologische Wirkung verlieren. Um die Wirkung zu testen, überprüfte der Pharmazeut etwa, ob sich Zellen, die mit dem Protein aktiviert wurden, teilen.
Quelle: Pressemitteilung der Universitätsmedizin Magdeburg
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles
Insulin- und Inkretin-Injektionen: Wechseln, prüfen, pflegen – so bleiben Spritz-Stellen gesund
4 Minuten
- Ernährung
Eiweiß: Trend-Nährstoff und vielseitiger Sattmacher
4 Minuten
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
moira postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
-
bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
-
ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
-
-
thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
