- Behandlung
Notfall Herz-Kreislauf-Stillstand: Sofort Herzdruckmassage!
3 Minuten
In der Serie Blaulicht stellen wir Ihnen die häufigsten Notfälle vor und erläutern diese – und was Sie als Ersthelfer tun sollten.
Der Notfall
Beim Skatspielen sackt Matthias H. (58) plötzlich in sich zusammen und rutscht vom Stuhl. Die bestürzten Skatbrüder sprechen Matthias H. an. Dieser zeigt keine Lebenszeichen. Der Puls ist weder an der Halsschlagader noch am Handgelenk zu tasten. Der Brustkorb hebt und senkt sich nicht, Ausatemgeräusche aus Mund oder Nase sind nicht erkennbar.
Das unternimmt der Ersthelfer
Während der eine Skatbruder sofort den Rettungsdienst verständigt, beginnt der zweite mit der Herzdruckmassage. Diese erfolgt bei gestreckten Armen mit dem Handballen am Übergang vom mittleren zum unteren Drittel des Brustbeines. Dabei muss das Brustbein mindestens ca. 5 cm tief eingedrückt werden. Nach dem Eindrücken erfolgt eine schnelle Entlastung, das Ganze mit einer Frequenz von ca. 100-mal pro Minute.
Der zweite Skatbruder beginnt nach dem Telefonat mit der Mund-zu-Nase-Beatmung, wobei der Mund des Beatmeten mit der Handfläche und dem Daumen fest verschlossen wird. Zwei Beatmungen erfolgen jeweils nach 30 Herzdruckmassagen, die der Drückende laut vorzählt. Nach einigen Minuten wechseln sich die beiden ab, da die Herzdruckmassage sehr ermüdend ist.
- Bei plötzlicher Bewusstlosigkeit Atmung und Puls überprüfen.
- Fehlen diese, sofort mit der Herzdruckmassage beginnen, da sonst das Risiko für Gehirnschäden steigt.
- Im Rhythmus “30 Herzdruckmassagen – 2 Beatmungen” weitermachen, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Das macht der Rettungsdienst
Nach Eintreffen des Rettungswagens und des Notarztes werden sofort die Herzdruckmassage und die Beatmung übernommen. Der Notarzt wird umgehend versuchen, die Atemwege des Patienten zu sichern, indem er intubiert: Er führt Herrn H. einen Schlauch in die Luftröhre ein, über den dann die Beatmung durchgeführt wird. Die Herzdruckmassage wird nur kurz unterbrochen, um den Schlauch sicher platzieren zu können.
Parallel dazu wird ein Defibrillator angelegt, um bei einem Kammerflimmern einen Stromstoß abgeben zu können. Gleichzeitig kann damit ein einfaches EKG abgeleitet werden. Zur Gabe von Medikamenten muss ein intravenöser Zugang gelegt werden.
Nach einem festgelegten zeitlichen Ablauf wird die Herzdruckmassage kurz unterbrochen: Es wird geprüft, ob das Herz wieder begonnen hat zu schlagen und ob weitere Medikamente nötig sind – oder ob sich ein erneutes Kammerflimmern einstellt, welches dann erneut eine Defibrillation bedingt.
Nachdem aufgrund der ergriffenen Maßnahmen das Herz wieder selbständig zu schlagen begonnen hat, wird der Transport in die nächste Klinik mit Intensivstation vorbereitet. Da die Kreislaufsituation immer noch kritisch ist, wird die künstliche Beatmung beibehalten, der Patient erhält ggf. ein Beruhigungsmittel. Auf dem Transport wird der Kreislauf überwacht und ggf. weiter mit Medikamenten stabilisiert.
Das passiert in der Klinik
Im Krankenhaus wird der Patient auf einer Intensivstation überwacht und weiter beatmet. Dann wird schnellstmöglich die Ursache für den Herzstillstand geklärt. In diesem Fall war es eine Rhythmusstörung, deren Ursache abgeklärt und entsprechend behandelt wird.
Nach zwei Tagen hat sich die Herzleistung wieder stabilisiert, die künstliche Beatmung wird beendet. Langsam wacht der Patient auf und kann sich an die Vorfälle nicht erinnern. Durch die rasche Herz-Lungen-Wiederbelebung durch seine Skatbrüder bleiben keine Folgen im Gehirn zurück und er kann privat wie beruflich normal seinen Tätigkeiten nachgehen.
In der Serie Blaulicht stellen wir Ihnen die häufigsten Notfälle vor und erläutern Ihnen die Art des Notfalls – und was Sie als Ersthelfer sinnvollerweise tun sollten.
Danach zeigen wir Ihenen die Maßnahmen, die die Kollegen vom Rettungsdienst durchführen werden. Da die meisten Notfallpatienten in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, erfahren Sie, was dort üblicherweise gemacht wird.
von Prof. Dr. med. Thomas Haak
Chefredakteur des Diabetes-Journals, Ltd. Notarzt im Main-Tauber-Kreis
und Kai Schlecht
Rettungsdienstleiter beim DRK Bad Mergentheim
Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (4) Seite 36-37
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stephanie-haack postete ein Update vor 6 Tagen, 11 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 6 Tagen, 13 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 6 Tagen, 11 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
