Notfall Verkehrsunfall: Absichern, Eigengefährdung ausschließen

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© Salvador Manaois III - Fotolia
Notfall Verkehrsunfall: Absichern, Eigengefährdung ausschließen

In der Serie Blaulicht stellen wir Ihnen die häufigsten Notfälle vor und erläutern diese – und was Sie als Ersthelfer tun sollten.

Der Notfall

Der Motorradfahrer Matthias W. ist mit ca. 80 km/h auf einer Landstraße unterwegs, als ihm ein Pkw aus einer Seitenstraße kommend die Vorfahrt nimmt. Matthias W. wird über die Motorhaube geschleudert und bleibt regungslos auf der Straße liegen. Die Fahrer der nachfolgenden Fahrzeuge halten an, um erste Hilfe zu leisten.

Das unternimmt der Ersthelfer

Bei mehreren Ersthelfern werden die Aufgaben verteilt: Ein Ersthelfer sichert die Unfallstelle, indem er dem herannahenden Verkehr entgegengeht und durch Gesten andeutet, man solle langsam fahren. Von beiden Seiten werden auf der Landstraße Warndreiecke aufgestellt. Ein weiterer Ersthelfer verständigt den Rettungsdienst. Weitere Ersthelfer kümmern sich um den Verletzten: Ist er bei Bewusstsein? Atmet er, hat er einen Puls? Dies lernt man im Erste-Hilfe-Kurs, der alle ein bis zwei Jahre aufgefrischt werden sollte.

Der Helm muss bei verunglückten Motorradfahrern vorsichtig und mit Unterstützen des Kopfes entfernt werden, um Verletzungen und Atemstörungen erkennen zu können. Ist der Patient bewusstlos und Puls und Atmung sind vorhanden, erfolgt die stabile Seitenlage. Eine Decke schützt vor Wärmeverlust. Wunden sollten mit Verbandsmaterial (Verbandskasten) abgedeckt, starke Blutungen durch Kompressionsverbände gestillt werden. Wichtig bei Wunden: Handschuhe tragen (Verbandskasten).

Die wichtigsten Maßnahmen
  1. Unfallstelle absichern
  2. Eigengefährdung ausschließen
  3. Überprüfen von Bewusstsein, Puls und Atmung
  4. Puls vorhanden, Atmung vorhanden, bewusstlos → stabile Seitenlage
  5. Blutungen stillen, Wunden abdecken
  6. Wichtig: Handschuhe tragen, wenn man mit Blut in Berührung kommen kann!

Das macht der Rettungsdienst

Bei einem Verkehrsunfall mit Motorradfahrer, vor allem außerhalb geschlossener Ortschaften, ist immer von schwersten Verletzungen auszugehen. Daher werden umgehend ein Rettungswagen und ein Notarzt an die Unfallstelle geschickt. Je nach örtlichen Gegebenheiten und der Entfernung zum nächsten Traumazentrum wird auch ein Rettungshubschrauber für den späteren Transport mit alarmiert.

An der Unfallstelle wird sich das Rettungsdienstteam zunächst einen Überblick über die Gesamtlage verschaffen: Gibt es weitere Verletzte, für die zusätzliche Rettungskräfte benötigt werden? Lässt sich aufgrund des Unfallverlaufs schon abschätzen, wie schwer die Verletzungen sein werden? Und ist die Unfallstelle so weit abgesichert, dass ein gefahrloses Arbeiten auf der Straße möglich ist?

An erster Stelle im Versorgungsablauf steht die Aufrechterhaltung und Sicherung der Vitalfunktionen des Motorradfahrers: Seine Atmung, der Blutdruck und der Bewusstseinszustand werden genau untersucht und überwacht.

Aufgrund der vielen Verletzungen, der starken Schmerzen und zur Sicherung der Atemwege wird der Betroffene vom Notarzt am Unfallort in ein künstliches Koma versetzt. Hierfür werden dem Motorradfahrer starke Schmerz- und Schlafmittel über einen venösen Zugang gegeben. Dann wird der Patient künstlich beatmet und seine Kreislauffunktionen werden äußerst sorgfältig überwacht.

Um keine Verletzungen zu übersehen, wird man ihn, so weit es geht, entkleiden und alle Wunden versorgen; zum schonenden Transport und zur Stabilisierung möglicher Wirbelsäulenverletzungen lagert er auf einer Spezialmatratze und bekommt eine Halskrause. Es erfolgt der Transport mit dem Rettungswagen ins nächste Traumazentrum (evtl. mit dem Hubschrauber).

Das passiert in der Klinik

In einem Schockraum werden die Verletzungen nach Lebensbedrohlichkeit eingestuft und in der entsprechenden Reihenfolge versorgt. Zunächst werden schwere innere und äußere Blutungen gestillt sowie Gehirnverletzungen behandelt. Danach erfolgt (teilweise im Abstand von mehreren Tagen) die Rekonstruktion von Knochenbrüchen und Weichteilverletzungen. Nach Ausheilung der Wunden schließt sich eine Reha-Behandlung an.

Die Serie „Blaulicht – was im Notfall zu tun ist“

In der Serie Blaulicht stellen wir Ihnen die häufigsten Notfälle vor und erläutern Ihnen die Art des Notfalls – und was Sie als Ersthelfer sinnvollerweise tun sollten.

Danach zeigen wir Ihenen die Maßnahmen, die die Kollegen vom Rettungsdienst durchführen werden. Da die meisten Notfallpatienten in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, erfahren Sie, was dort üblicherweise gemacht wird.

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von Prof. Dr. med. Thomas Haak
Chefredakteur des Diabetes-Journals, Ltd. Notarzt im Main-Tauber-Kreis

und Kai Schlecht
Rettungsdienstleiter beim DRK Bad Mergentheim

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (12) Seite 36-37

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • calvin240 antwortete vor 1 Woche

      @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 1 Monat

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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