Osteoporose: Wie kann ich selbst aktiv vorbeugen?

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Osteoporose: Wie kann ich selbst aktiv vorbeugen?

Rund 6 Mio. Menschen in Deutschland sind an einer Osteoporose erkrankt, jedes Jahr kommen 800.000 dazu. Wir selbst können einiges tun, damit unsere Knochen gesund bleiben: Schon in der Kindheit, in der die Knochensubstanz aufgebaut wird, beginnt die Vorsorge. Letztlich ist ein knochenfreundlicher Lebensstil aber eine lebenslange Aufgabe, die sich bis ins hohe Alter lohnt.

Fallbeispiel

Mathilda W. ist 56 Jahre alt. Als ihre zwei Jahre ältere Schwester einen Oberschenkelhalsbruch erleidet, wird bei dieser eine verminderte Knochendichte festgestellt. Frau W. ist eine normalgewichtige Person, die einmal wöchentlich auf dem Laufband läuft und sich ausgewogen ernährt.

In der Ernährungsberatung wollte sie erfahren, was sie selbst noch vorbeugend tun kann, um ihre Knochen zu stärken. Heute macht sie ihre wöchentliche Laufeinheit an der frischen Luft, was ihr sogar noch mehr Spaß macht. Außerdem macht sie dreimal wöchentlich ein leichtes Muskeltraining in Verbindung mit einfachen gymnastischen Übungen.

Zusätzlich achtet Frau W. nun darauf, ein kalziumreiches Mineralwasser zu trinken. Ihre tägliche Portion Schmelzkäse hat sie gegen Schnittkäse eingetauscht. Sie weiß über die frühen Anzeichen einer Osteoporose Bescheid und fühlt sich wohl damit, ihre Gesundheit zu fördern.

Unsere Knochen bestehen zu einem großen Teil aus Kalzium; dieses sorgt dafür, dass die Knochen fest und stabil sind. Nehmen wir zu wenig Kalzium mit der Nahrung zu uns, wird Kalzium aus den Knochen freigesetzt, um Körperfunktionen aufrechtzuerhalten.

Mit dem Abbau von Knochenmasse nimmt die Knochendichte ab – die Osteoporose-Gefahr steigt. Besonders in der Zeit bis zum 30. Lebensjahr, in der die Knochensubstanz aufgebaut wird, sollte die Kalziumzufuhr optimal sein, um einen maximalen Mineralstoffgehalt zu erzielen. Aber auch danach kann mit einer ausreichenden Zufuhr dem Knochenabbau aktiv entgegengewirkt werden.

Täglich 1.000 mg Kalzium

Mit den “D-A-CH-Referenzwerten” (herausgegeben von den Ernährungsfachgesellschaften der Länder Deutschland, Österreich und Schweiz) kann man sich in Sachen täglicher Nährstoffzufuhr orientieren: Die Empfehlung für die Kalziumaufnahme wird bis zur Pubertät stufenweise gesteigert. Nachdem die höchste tägliche Zufuhr zwischen 13 und 19 Jahren erreicht werden sollte, gilt als Tagesbedarf für gesunde Erwachsene ab dem 20. Lebensjahr eine Empfehlung von 1.000 mg pro Tag.

Milch und Milchprodukte sind mit ca. 120 mg Kalzium pro 100 ml unsere wichtigsten Kalziumlieferanten. Gleichzeitig sind die Vollmilch (ca. 63 kcal/100 ml) und die fettarme Milch (ca. 42 kcal/100 ml) ebenfalls gute Kalziumlieferanten. Eine besonders wichtige Rolle in der Kalziumversorgung spielt daher auch unser Mineralwasser, das gleichzeitig kalorienfrei ist. Die “Bioverfügbarkeit”, also die Verwertbarkeit von Kalzium aus Mineralwasser, ist für den Menschen gleich bzw. sogar höher gegenüber der aus Milch und Milchprodukten.

Ein Mineralwasser darf als kalziumreich bezeichnet werden, wenn es mindestens 150 mg Kalzium pro Liter enthält. Viele Mineralwassersorten enthalten sogar noch deutlich mehr. Die Angabe dazu finden Sie auf jeder Mineralwasserflasche. Ein kalziumreiches Mineralwasser wird meist auch auf dem Etikett mit dem Hinweis “kalziumreich” oder “kalziumhaltig” beworben.

Für Kalorienbewusste lässt sich für Milch und Joghurt als Kalziumlieferanten festhalten: besser die Kalorien essen als trinken; der Becher Joghurt liefert die gleiche Kalziummenge wie das Glas Milch, macht aber besser satt. Auch wer eine Laktoseintoleranz hat, also eine Milchzuckerunverträglichkeit, muss nicht auf Milchprodukte als Kalziumlieferanten verzichten: Quark (ca. 120 mg Kalzium/150 g) und Käse (ca. 240 mg/Scheibe) als Sauermilchprodukte werden meist gut vertragen. Mit Kalzium angereicherte Sojamilch hat für den Körper die gleiche Wertigkeit wie Kuhmilch.

Gut für den späten Abend

Besonders als Spätmahlzeit sind kalziumreiche Lebensmittel geeignet, da sie den über Nacht stattfindenden Knochenabbau vermindern können. Gemüsesorten wie grünes Gemüse und Kohl spielen mit einem Kalziumgehalt von ca. 100 mg pro 100 g eine wichtige ergänzende Rolle. Ein positiver Bestandteil aller Obst- und Gemüsesorten ist vor allem das Kalium, das die Ausscheidung von Kalzium über den Urin vermindert.

Vermeiden sollten wir, Kalzium zusammen mit “oxalsäurereichen Lebensmitteln” aufzunehmen wie Rhabarber, Spinat und Schokolade. Die Oxalsäure bildet nämlich zusammen mit dem Kalzium einen Komplex, den der Körper nicht verdauen kann und der keinen Nutzen bringt.

Auf Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kalziumtabletten sollte nur auf Anraten des Arztes bzw. bei eindeutig unzureichender Kalziumzufuhr über die Nahrung zurückgegriffen werden. Eine Kalziumaufnahme von über 1.500 mg pro Tag liefert uns keinen Zusatznutzen und sollte vermieden werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Nahrung für starke Knochen ist das Vitamin D. Vitamin D fördert die Kalziumaufnahme in den Knochen, wirkt dabei sozusagen wie der Schlüssel, der für das Kalzium den Knochen aufschließt. Es ist vor allem in Fettfisch (Lachs, Makrele, Hering), Milch und Eigelb, aber auch in Pilzen und Avocado enthalten.

Der Bedarf an Vitamin D kann mit der Nahrung allein nicht gedeckt werden. Der Körper kann es unter dem Einfluss von Sonnenlicht selbst herstellen, auch dann, wenn wir uns im Schatten aufhalten. Dazu sollten wir nach Möglichkeit täglich an die frische Luft gehen.

Mehr Bewegung, mehr Muskelkraft

Am besten nutzt man die Zeit draußen für Bewegung – Knochen wollen ganz ähnlich wie Muskeln trainiert und genutzt werden. Ein ergänzendes leichtes Muskeltraining in Verbindung mit einer gezielten Gymnastik ist so wichtig für die Knochengesundheit. Dinge des Alltags fallen dadurch leichter, und das Risiko, zu stürzen und sich einen Knochen zu brechen, sinkt. Verhindern Sie auch Stolperfallen wie herumliegende Kabel oder Teppiche und nasse Badezimmerfliesen.

Bewegung schützt uns außerdem davor, dass Kalzium aus den Knochen freigesetzt wird, und verzögert so den (altersbedingt natürlichen) Knochenabbau. Integrieren Sie regelmäßige Bewegung als festen Bestandteil in Ihren Lebensstil.

Für die Knochengesundheit ist ein gesundes Körpergewicht gefragt. Das Osteoporose-Risiko steigt mit einem Body-Mass-Index (BMI: Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße) von unter 20 kg/m² wie auch mit einem deutlich erhöhten BMI. Ideal wäre, ein normales Körpergewicht anzustreben und zu halten – ohne den Einsatz radikaler Diäten oder Fastenkuren. Während einer Fastenkur, bei der die tägliche Kalorienzufuhr auf ein Minimum beschränkt ist, herrscht im Körper eine leichte Übersäuerung.

Diese führt dazu, dass die “Osteoblasten” ihre Aktivität reduzieren – das sind Zellen, die für die Bildung von Knochengewebe verantwortlich sind. Außerdem kommt es bei radikalen Diäten zu einer erhöhten Freisetzung von Kalzium aus den Knochen und einer gesteigerten Ausscheidung über den Urin. Nicht selten führen daher Essstörungen, bei denen über einen langen Zeitraum zu wenig Energie aufgenommen wird (wie Magersucht), zu einer (oft frühen) Osteoporoseerkrankung.

Nikotin, Alkohol, Cola, Wurst: schwierig

Nikotin- und Alkoholkonsum können die Knochensubstanz schädigen und sind eigenständige Risikofaktoren für Knochenbrüche. Als Kalziumräuber gilt auch Phosphat, das vor allem in Colagetränken, Schmelzkäse und Wurstwaren enthalten ist. Ein maßvoller Genuss sollte generell im Rahmen einer gesunden Ernährung angestrebt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch eine ausgewogene und knochenfreundliche Ernährung, Muskeltraining und Nikotinverzicht unsere Knochen auch im hohen Alter noch stabil und gesund bleiben können. Dabei gilt: besser spät anfangen als gar nicht.

Schwerpunkt: Diabetes und Osteoporose

von Jessica Fuchs
Diätassistentin, Diabetesberaterin DDG,
Diabeteszentrum Minden,
E-Mail: jf@diabetes-minden.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (2) Seite 24-26

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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