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Preisverleihung in der Diabetologie: Herausragende Leistungen gewürdigt
4 Minuten

Jedes Jahr vergibt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Preise an Menschen, die sich in besonderer Weise um das Erforschen, Behandeln oder Betreuen von Menschen mit Diabetes verdient gemacht haben. Wir stellen hier einige der Prämierten vor, deren herausragende Leistungen im Bereich der Diabetologie auf der Preisverleihung beim Diabetes Kongress gewürdigt wurden.
Auch in diesem Jahr fanden im Mai wieder Preisverleihungen beim Diabetes Kongress in Berlin statt. Manche der Preisträger wurden für jahrzehntelanges Engagement geehrt, andere erhielten Fördergelder für ihre Forschung. Im Folgenden wird eine kleine Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2026 vorgestellt.
Forschen, um Diabetes besser zu verstehen
Die höchste Auszeichnung der DDG, die Paul-Langerhans-Medaille, ging an Prof. Dr. Michele Solimena aus Dresden. Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit stehen die Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Michele Solimena erforscht die biologischen Prozesse in den Beta-Zellen mit dem Ziel, neue Ansätze für Vorbeugung und Behandlung des Diabetes zu finden.
Mit dem Nachwuchs-Preis „Young Investigator Award“ zeichnet die DDG herausragende wissenschaftliche Leistungen von jungen Forschenden aus. Den diesjährigen Preis erhielt Dr. Ruth Hanßen aus Köln. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht das komplexe Zusammenspiel von Gehirn, Stoffwechsel und Umwelt bei extremem Übergewicht (Adipositas) und Typ-2-Diabetes. Sie untersucht, wie die Insulin-Resistenz, also das verminderte Ansprechen von Zellen auf Insulin, Prozesse im Gehirn beeinflusst und damit Motivation und Essverhalten verändert. Darüber hinaus erforscht sie genetische Faktoren, die das Risiko für Diabetes beeinflussen. Ihre Arbeiten liefern neue Ansätze für maßgeschneiderte vorbeugende Maßnahmen und Therapien.
Einen weiteren Blick in die Zukunft der Diabetologie eröffnet die Arbeit von Privatdozentin Dr. Oana-Patricia Zaharia vom Universitätsklinikum Düsseldorf. Sie erhielt den Ernst-Friedrich-Pfeiffer-Preis. Ihre Forschung setzt bei einer Erfahrung an, die viele Menschen mit Diabetes kennen: Diabetes ist nicht gleich Diabetes. Warum verläuft die Erkrankung bei manchen Menschen eher mild, während andere schwere Folgeerkrankungen entwickeln? Daher untersucht die Ärztin, wie Genetik und Stoffwechsel den individuellen Krankheitsverlauf beeinflussen. Langfristig geht es darum, Therapien künftig gezielter auf den einzelnen Menschen anpassen zu können.

Einsatz für Kinder und Jugendliche
Wegen seines jahrzehntelangen Engagements wurde Prof. Dr. Andreas Neu vom Universitätsklinikum Tübingen Ehrenmitglied der DDG. Seit 1989 ist er Mitglied der Fachgesellschaft und damit auch „seit fast vier Jahrzehnten ein überaus verlässlicher, kluger und engagierter Wegbegleiter“, wie sein Wirken in der Laudatio gewürdigt wurde.
Andreas Neu setzt sich für Kinder und Jugendliche mit Diabetes ein. Er machte sich besonders stark für die Prävention der Ketoazidose, einer schweren Stoffwechsel-Entgleisung durch starken oder absoluten Insulinmangel. Sie kann besonders bei noch unerkanntem Typ-1-Diabetes auftreten und zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Ein weiteres großes Anliegen war ihm der Aufbau eines Diabetes-Inzidenz-Registers in Baden-Württemberg, das alle an Typ-1-Diabetes neu erkrankten Kinder und Jugendlichen im Alter bis 14 Jahre erfasst. Neben seiner fachlichen Exzellenz wurde bei der Ernennung zum Ehrenmitglied vor allem seine große menschliche Wärme hervorgehoben.
Ebenfalls eng verbunden mit der Diabetologie im Kindes- und Jugendalter ist Prof. Dr. Thomas Danne, heute bei „Breakthrough T1D“ in New York und Lissabon tätig. Er erhielt die Ehrennadel in Gold. Viele Jahre leitete er die Diabetologie des Kinder- und Jugendkrankenhauses „Auf der Bult“ in Hannover. Darüber hinaus prägte er die internationale Zusammenarbeit entscheidend. Bei der Preisverleihung wurde er als „herausragender Kinderarzt und Wissenschaftler, dessen Wirken weit über Deutschland hinausstrahlt“, gewürdigt.
Versorgung verbessern
Mit der Ehrenmitgliedschaft der DDG wurde auch Dr. Alexander Risse (Berlin) geehrt. Ihn zeichnet, wie es in der Würdigung hieß, eine „klare patientenorientierte Haltung“ aus. Als langjähriger Leiter des Diabetes-Zentrums am Klinikum Dortmund baute er die Einrichtung zu einem weit über die Region hinaus anerkannten Zentrum für das Diabetische Fußsyndrom (DFS) auf.
Ehrenmitglied wurde auch Prof. Dr. Michael Nauck (Bochum). Als einer „der weltweit einflussreichsten Diabetesforscher seiner Generation“ wurde er in der Laudatio gewürdigt. „Neben seiner wissenschaftlichen Exzellenz war er stets ein exzellenter Mentor, akademischer Lehrer und verlässlicher Gestalter der diabetologischen Fachgesellschaften.“
Engagement für Schulung
Die Ehrenmedaille der DDG bekamen Angelika Deml von der Katholischen Akademie für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen in Bayern und Kathrin Boehm von der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim. Die beiden Diabetesberaterinnen wurden für ihr großes, andauerndes Engagement ausgezeichnet. Sie waren zum Beispiel maßgeblich an der Entwicklung der Diabetes-Edukation DDG beteiligt, also der Weiterentwicklung der Diabetes-Schulung. „Die Deutsche Diabetes Gesellschaft ist wahnsinnig stolz auf Sie“, hieß es in der Laudatio.
Die Hellmut-Otto-Medaille erhielt Diabetes-Anker-Chefredakteur Prof. Dr. Thomas Haak (Bad Mergentheim; siehe Bild ganz oben). Er prägte die deutsche Diabetologie über vier Jahrzehnte entscheidend mit. Gewürdigt wurde er als „Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Lebensrealität“.
Weitere Preisträger und Preisträgerinnen
- Dr. Fabian Baalmann
- Dr. Simon Dreher
- Prof. Dr. Martin Heni
- Prof. Dr. Stephan Herzig
- Prof. Dr. Susanne Reger-Tan
- Dr. Arvid Sandforth
- Dr. Robert Stein
- Dr. Alba Sulaj
- Promotions-Preise: Dr. Jasmin Gaugel, Dr. Sarah Merz, Dr. Tim Mori
- 18 Poster-Preise
Mehr Informationen zu den Preisen sowie den Preisträgerinnen und Preisträgern gibt es auf der Website der DDG.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (8/9) Seite 40-41
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katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 6 Tagen, 3 Stunden
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …florahdo postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 5 Tagen, 11 Stunden
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?




