- Behandlung
Schwere Schnittverletzung – Blutung unverzüglich stoppen
2 Minuten

In der Serie Blaulicht stellen wir Ihnen die häufigsten Notfälle vor und erläutern diese – und was Sie als Ersthelfer tun sollten. In dieser Folge geht es um eine schwere Schnittverletzung.
Der Notfall
Der Rentner Thorsten B. bastelt für seine Enkel eine Weihnachtskrippe. Beim Zuschneiden der Bretter rutscht der 70-Jährige ab und gerät mit dem Handgelenk in die laufende Kreissäge. Sofort fängt es an, massiv zu bluten, wobei ein Blutstrahl pulsartig spritzt.
- Den Blutverlust eindämmen (z. B. Mullbinden oder sauberes Tuch kräftig auf die Wunde drücken).
- Rettungsdienst verständigen.
- Den Verletzten in Schocklage bringen: Die Beine liegen höher als der übrige Körper
Das unternimmt der Ersthelfer
Die Ehefrau holt schnellstens frische Küchenhandtücher und presst diese auf die spritzende Blutung, dann ruft sie den Rettungsdienst. Da Thorsten B. blass im Gesicht ist und sich kaum auf den Beinen halten kann, wird er auf den Boden gelegt und die Beine werden auf eine Getränkekiste gelegt, so dass eine Schocklage resultiert. Mit Kraft presst die Ehefrau die Handtücher auf die Wunde und hält den Arm über Herzhöhe hoch bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
Das macht der Rettungsdienst
Nach einer Anfahrt von ca. acht Minuten treffen der Rettungswagen und der Notarzt an der Unglücksstelle ein. Auf Grund der starken Blutung hat sich die Kreislaufsituation von Herrn B. deutlich verschlechtert und der Notarzt beginnt sofort zwei großlumige venöse Zugänge zu legen um mittels Gabe von Infusionen dem Schock entgegen zu wirken. Einer der Rettungsassistenten legt einen sauberen, sterilen Druckverband an und hält den Arm dann weiterhin hoch während der andere die Kreislaufwerte des Verletzen bestimmt.
Herr B. wird an EKG, Pulsoximetrie und Blutdruckmessung angeschlossen und speziell der Blutdruck wird engmaschig überwacht. Auf Grund der großen Schmerzen verabreicht der Notarzt ein starkes Schmerzmittel. Noch von der Einsatzstelle verständigt das Rettungsdienstteam die gefäßchirurgische Abteilung der nächstgelegenen Klinik, denn die schnelle Weiterbehandlung ist nun ausschlaggebend zur Stillung der Blutung. Daher wird Herr B. auch unter Sonderrechten zügig ins Krankenhaus transportiert.
Das passiert in der Klinik
Da der Patient kreislaufstabil eingeliefert wird, wird er sofort in den OP der Gefäßchirurgie gebracht. Dort wird die durchtrennte Handschlagader rekonstruiert und vernäht. Leider sind durch die Schnittverletzung auch zwei Sehnen durchtrennt worden, so dass die Handfunktion eingeschränkt ist. Die beiden Sehnen werden ebenfalls wieder zusammen genäht und danach die Wunde verschlossen.
Anschließend erhält der Patient zur Ruhigstellung einen Gips. Während der ersten Tage der Wundheilung muss der Patient im Krankenhaus bleiben. Erfreulicherweise verheilen die Wunden gut, so dass nach einiger Zeit mit Krankengymnastik begonnen werden kann. Nach zwei Monaten ist die Hand von Thorsten B. wieder vollständig funktionsfähig.
von Prof. Dr. med. Thomas Haak
Chefredakteur des Diabetes-Journals, Ltd. Notarzt im Main-Tauber-Kreis
und Kai Schlecht
Rettungsdienstleiter beim DRK Bad Mergentheim
Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (11) Seite 38-39
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung

3 Minuten
- Begleit-Erkrankungen

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt postete ein Update vor 1 Tag, 20 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße