- Behandlung
Sicher alleine mit Diabetes leben
4 Minuten

Die Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe gibt in einer 7-Punkte-Checkliste Ratschläge, wie Sie Notfällen vorbeugen und für den Ernstfall vorbereitet sein können.
Laut dem Statistischen Bundesamt nimmt die Zahl derer, die alleine leben, stetig zu: Der Anteil der Singlehaushalte in Deutschland liegt bei 37,2 Prozent. Damit wohnen 13,4 Millionen, also 17,1 Prozent der Bevölkerung, alleine.
Eine chronische Erkrankung wie Diabetes mellitus kann Risiken für Alleinlebende bergen: Die Hauptsorge von Betroffenen, die Insulin spritzen oder Sulfonylharnstoffe einnehmen, sind nächtliche Unterzuckerungen. Auf was alleinlebende Menschen mit Diabetes achten sollten, hat die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe zusammengestellt.
Vorraussetzung: gute Stoffwechsellage
Wenn allein lebende Menschen mit Diabetes von ihrer chronischen Erkrankung erzählen, sind Angehörige und Freunde schnell besorgt: “Schaffst du das denn so auf dich gestellt mit deiner Krankheit? Nicht, dass du mal umkippst und keiner findet dich!” Die Vorstellung, dass der Betroffene eine Unterzuckerung erleidet, dadurch bewusstlos wird und keine zeitnahe Hilfe erhält, macht Angst.
Sollten Typ-1- und Typ-2-Diabetiker überhaupt alleine leben? “Menschen mit Diabetes können ihren Lebensalltag sehr gut alleine bewältigen, sofern ihr Stoffwechsel gut eingestellt ist und sie auf eine Unterzuckerung vorbereitet sind”, sagt Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Chefarzt des Diabetes Zentrums Mergentheim in Bad Mergentheim und Chefredakteur des Diabetes-Journals.
Anzeichen von Unterzuckerungen müssen erkannt werden
Dazu gehört, dass jeder die Anzeichen einer Unterzuckerung rechtzeitig erkennt. “Unterzuckerungen äußern sich sehr individuell, vom Schwindelgefühl über Zittern, Schweißausbrüche, Hungerattacken, bis hin zu Nervosität. Manche Betroffene nehmen generell nur schwache Symptome wahr, bei anderen wiederum können bestimmte Medikamente Anzeichen abschwächen oder komplett unterdrücken”, erklärt Professor Haak.
Menschen, die neben Diabetes noch weitere Erkrankungen haben und Medikamente einnehmen müssen, sollten daher ihren behandelnden Arzt fragen, ob und wie das Präparat eventuell auch ihren Stoffwechsel mitbeeinflusst. Regelmäßiges Blutzuckermessen und die Dokumentation der Werte in einem Diabetes-Tagebuch tragen ebenfalls dazu bei, mögliche Schwankungen besser wahrzunehmen und einzuschätzen.
Professor Haak betont: “Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn sich der Lebensalltag verändert, sei es beispielsweise durch eine neue Sportart oder vermehrten Stress im Berufsleben”. Aktivitäten wie Ausflüge, lange Spaziergänge, aber auch Umzüge oder Renovierungsarbeiten sollten vorausschauend geplant werden, da sie den Blutzuckerspiegel beeinflussen.
Wichtig: schnellwirksame Zuckerquellen in greifbarer Nähe
Auch wenn der Stoffwechsel stabil ist und es nur selten zu Schwankungen kommt: “Wichtig ist, immer schnellwirksame Zuckerquellen in greifbarer Nähe zu haben”, empfiehlt Haak. Empfehlenswert seien Glukose-Tabletten, -Gele oder kleine Saftpäckchen. Ebenfalls griffbereit müssen eine Liste mit wichtigen Notfall-Rufnummern, Ansprechpartnern sowie der Diabetesausweis sein.
Wer sich alleine nicht wohlfühlt oder mit zunehmendem Alter bei bestimmten Alltagsaufgaben Unterstützung benötigt, sollte sich nicht scheuen, mit seinem behandelnden Diabetologen oder Diabetesberater über mögliche Angebote, zum Beispiel für einen Hausnotrufdienst oder eine Haushaltshilfe, zu sprechen.
Checkliste: 7 Tipps, wie Sie sicher alleine mit Diabetes leben
(Klicken Sie auf einen Punkt in der Liste, um mehr darüber zu erfahren.)
1) Notfallplan entwerfen
2) Telefonnummern und Diabetes-Ausweis griffbereit
liegen. Außerdem ist es entscheidend, im Notfall rasch seine Diabetes-Daten griffbereit zu haben, sei es als USB-Datenträger an einer Halskette, in einer App auf dem Smartphone oder mit
einem gut sichtbaren Hinweis für Ersthelfer, wo sie die Aufzeichnungen finden können. Für unterwegs empfiehlt sich ein Diabetesausweis, der Helfenden Informationen über wichtige
medizinische Daten und die im Notfall zu verständigenden Kontakte gibt.
3) Regelmäßig Blutzucker messen
Sei es im Falle von mehr oder weniger körperlicher Aktivität, Gewichtsverlust oder -zunahme, vermehrtem oder verringertem Stress. Der behandelnde Diabetologe kann anhand der Werte Tendenzen zu Unter- oder Überzuckerungen aufzeigen. Zunehmend nutzen viele Menschen mit Diabetes auch Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM), um die Diabetes-Therapie zu optimieren.
4) Aktivitäten vorausschauend planen
verzögerte Blutzuckerreaktion: Der Blutzucker sinkt nicht direkt nach der Betätigung, sondern mitunter erst sechs Stunden später.
5) Kontaktnetz knüpfen und pflegen
6) Blutzuckerzielbereich kennen und anpassen
7) Hilfe im Alltag – ohne Furcht leben
über mögliche Angebote, zum Beispiel für eine Haushaltshilfe, sprechen Über Wohlfahrtsverbände und private Anbieter können Sie gegen eine monatliche Gebühr auch einen Hausnotrufdienst buchen: Dafür wird an die Telefonanlage eine Basisstation mit Freisprecheinrichtung angeschlossen. Über einen als Armband oder Halskette tragbaren Sender können Sie im Ernstfall sofort einen Notruf absetzen.
Sie können die Checkliste „7 Tipps, wie Sie sicher alleine mit Diabetes leben“ auch als PDF-Datei herunterladen.
Quelle: Pressemitteilung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
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lena-schmidt postete ein Update vor 2 Tagen, 4 Stunden
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thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße