‘Sprechende Medizin’ kommt im ärztlichen Alltag zu kurz

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‘Sprechende Medizin’ kommt im ärztlichen Alltag zu kurz

Die Diabetologie und andere betreuungsintensive Fachdisziplinen brauchen mehr Gesprächszeit zwischen Arzt und Patient, mahnt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Dies könne etwa dadurch gewährleistet werden, dass im Vergütungs-System mehr Raum für den Austausch mit dem Patienten geschaffen wird.

Oft bleibt im stressigen Klinikalltag und angesichts des ökonomischen Drucks, der auf vielen Medizinern lastet, zu wenig Zeit für den Austausch zwischen Arzt und Patient. Bei betreuungsintensiven Fachdisziplinen wie etwa der Diabetologie oder der Rheumatologie leidet häufig auch der Behandlungserfolg unter der fehlenden Gesprächszeit – mit massiven gesundheitlichen Folgen.

Derzeit diskutiert die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) die Frage, wie sich ärztliche Grundwerte und ökonomische Gesichtspunkte besser vereinen lassen. Im Rahmen des 123. Internistenkongresses, der vom 29. April bis 2. Mai 2017 in Mannheim stattfindet, wird die DGIM-Vorsitzende Prof. Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger erste Ergebnisse des daraus entstehenden “Klinik-Kodex” vorstellen.

Zeit ist durch zunehmend wirtschaftlich orientierten Klinikalltag zu wenig vorhanden

Statistiken zufolge unterbricht der Arzt seinen Patienten bereits nach 15 Sekunden und stellt vornehmlich sogenannte “geschlossene” Fragen, auf die der Patient nur mit “Ja” oder “Nein” antworten kann. Für “offene” Fragen, wie die nach dem Befinden bleibt zu wenig Zeit. “Das Gespräch mit dem Patienten ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass er überhaupt Vertrauen gewinnen kann – zur Medizin und zum behandelnden Arzt. So können wir ihm beispielsweise Mut machen, eine Behandlung zu beginnen”, so Prof. Schumm-Draeger.

Grundstein für den Austausch zwischen Ärzten und Patienten sei ausreichend Zeit – und diese sei im zunehmend wirtschaftlich orientierten Klinikalltag zu wenig vorhanden. “Die so wichtige ‘Sprechende Medizin’ kommt häufig viel zu kurz”, meint Schumm-Draeger. “Um sicherzustellen, dass Patienten zukünftig beispielsweise besser über mögliche Risiken von Medikamenten informiert werden, müssen wir im Vergütungs-System Raum für den Austausch mit dem Patienten schaffen.

Diabetes: erfolgreiche Behandlung nur mit intensiver Arzt-Patienten-Beziehung möglich

Gerade für Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen sind regelmäßige Gespräche mit Ärzten sehr wichtig – denn hier ist eine erfolgreiche Betreuung und Behandlung nur mit einer intensiven Arzt-Patienten-Beziehung möglich. Bei der Diabetestherapie kommt dem Patienten beispielsweise eine entscheidende Rolle zu: “Er muss die wesentlichen Therapiemaßnahmen in seinem Alltag dauerhaft und eigenverantwortlich umsetzen”, erläutert die DGIM-Vorsitzende.

“Je besser dem Betroffenen das gelingt, desto positiver ist die Prognose für den Verlauf des Diabetes.” Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Patienten – beispielsweise durch Gespräche mit Ärzten – ausreichend Wissen über ihre Erkrankung und genügend Fertigkeiten haben, um damit im Alltag zurecht zu kommen. In einem Video veranschaulicht Professor Schumm-Draeger die Bedeutung der “Sprechenden Medizin” in der Diabtetestherapie:

Neben ihrer Forderung nach einer angemessenen Vergütung für die ‘Sprechende Medizin’ befasst sich die DGIM intensiv mit der Frage, wie die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen die Bedingungen für Ärzte und Patienten verbessern können. Am Ende der Diskussion soll ein ‘Klinik-Kodex’ erstellt werden.


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) | Redaktion diabetes-online.de

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  • tako111 postete ein Update vor 6 Tagen, 1 Stunde

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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