Studie zur Insulin-Impfung für Kleinkinder

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Studie zur Insulin-Impfung für Kleinkinder

Kann oral verabreichtes Insulin vor Typ-1-Diabetes schützen? Dies untersucht nun die Studie Pre-POINTearly an der Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren aus Familien mit einem erstgradigen Verwandten mit Typ-1-Diabetes teilnehmen.

Eine aktuelle Studie testet die Impfung von Kleinkindern gegen Typ-1-Diabetes. Unter dem Namen Pre-POINTearly nimmt sie bundesweit Kinder aus Familien mit einem erstgradigen Verwandten mit Typ-1-Diabetes im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren auf. In der Vorgängerstudie Pre-POINT für Kinder zwischen zwei und sieben Jahren wirkte sich die Gabe von Insulinpulver positiv auf das Immunsystem aus.

In der Nachfolgestudie Pre-POINTearly soll nun getestet werden, ob sich dieser Effekt mit oralem Insulin bei Kleinkindern bestätigen lässt und ob ein Typ-1-Diabetes dauerhaft verhindert werden kann. Denn Typ-1-Diabetes tritt bei Kindern immer häufiger auf. In der Altersgruppe der unter Fünfjährigen erkranken jährlich etwa sechs Prozent mehr Kinder als im Vorjahr. Häufig beginnt der Autoimmunprozess, der zur klinischen Erkrankung führt, bereits in den ersten beiden Lebensjahren. Frühe Präventionsmaßnahmen können deshalb möglicherweise schon bei Kleinkindern erfolgen.

Insulin-Pulver wird mit der Nahrung aufgenommen

Die Impfstudie Pre-POINTearly schließt Kinder im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren ein, die ein familiäres und genetisches Risiko für Typ-1-Diabetes aufweisen, jedoch noch keinen Autoimmunprozess entwickelt haben. Wie in der Vorgängerstudie Pre-POINT schlucken die Teilnehmer zwölf Monate lang täglich Insulin, das sie als Pulver mit der Nahrung aufnehmen. Die Dosis wird von 7,5 mg schrittweise auf 67,5 mg gesteigert.

Im Abstand von drei Monaten erfolgen medizinische Untersuchungen, um den Gesundheitszustand zu überwachen. In der Vorgängerstudie erwies sich das orale Insulin in gleicher Dosierung als gut verträglich und sicher. Unterzuckerungen oder andere Nebenwirkungen, wie Allergien, traten nicht auf.

Ziel: Entwicklung schützender Immunzellen anregen

Warum orales Insulin als Impfstoff? Oral verabreicht, wird das Insulin über die Mund- und Darmschleimhaut aufgenommen und während des Verdauungsprozesses in kleinere Bestandteile aufgespalten. Daher hat es – anders als das Insulin, das gespritzt wird – keinerlei Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Stattdessen wirkt es wie ein Impfstoff, der die Entwicklung von schützenden Immunzellen anregt, die die Insulin produzierenden Zellen schützen.

“Die Autoimmunreaktion, die zum Typ-1-Diabetes im Kindesalter führt, richtet sich oftmals zuerst gegen das Insulin”, so die Direktorin des Instituts für Diabetesforschung, Prof. Anette-Gabriele Ziegler. Ziel der Pre-POINTearly Studie sei deshalb, eine Immuntoleranz gegenüber dem Insulin aufzubauen und damit den Autoimmunprozess zu verhindern.


Quelle: Pressemitteilung des Diabetesinformationsdienstes am Helmholtz Zentrum München

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