Typ-1-Diabetes: Auftreten verzögern

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Typ-1-Diabetes: Auftreten verzögern

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie mit dem Medikament „Teplizumab“ konnte erstmals die Erkrankung bei jungen Menschen mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes deutlich verzögert werden.

Seit vielen Jahren schon forschen Wissenschaftler auf der ganzen Welt nach einer Möglichkeit, die Entwicklung von Typ-1-Diabetes zu stoppen oder ganz zu verhindern. Nun ist es einem internationalen Team aus erfahrenen Forschern tatsächlich gelungen, die Entwicklung der Erkrankung bei jungen Hochrisikopatienten um durchschnittlich zwei Jahre zu verzögern. Dies gelang durch eine intravenöse Gabe des Medikaments Teplizumab täglich über zwei Wochen.

Ein Meilenstein in der Typ-1-Diabetes-Forschung

Teplizumab ist ein monoklonaler Antikörper – ein Medikament, das das Immunsystem beeinflusst. Es wird bereits seit Ende der 1990er hinsichtlich eines möglichen Einsatzes für die Behandlung von Typ-1-Diabetes erforscht. So wies man beispielsweise in früheren Studien nach, dass das Verabreichen des Medikaments die Insulinproduktion bei Patienten mit neudiagnostiziertem Typ-1-Diabetes länger aufrechterhält. Vor allem Kinder und Jugendliche schienen von der Behandlung zu profitieren.

In der nun kürzlich im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie ist ein Meilenstein in der Typ-1-Diabetes-Forschung geglückt: Diesmal setzte man das Studienmedikament vorbeugend ein und behandelte junge Verwandte von Menschen mit Typ-1-Diabetes, die ein sehr hohes Risiko für die Entwicklung der Erkrankung aufwiesen. Auch sie erhielten Teplizumab im Rahmen einer zweiwöchigen intravenösen Gabe.

Durschnittliche Verzögerung des Auftretens um zwei Jahre

Wie sich herausstellte, konnte das Medikament das Auftreten der Erkrankung im Mittel zwei Jahre verzögern. Die jährliche Erkrankungsrate lag bei der mit Teplizumab behandelten Patientengruppe bei 14,9 Prozent, während in der Placebogruppe jährlich 35,9 Prozent an einem Typ-1-Diabetes erkrankten. Das Fortschreiten bis zum Ausbruch des Diabetes wurde um über 50 Prozent reduziert.

An der Studie nahmen 76 Personen teil. Fast drei Viertel waren 18 Jahre oder jünger. Die federführenden Forscher möchten nun untersuchen, wie die Behandlung weiter vorangebracht werden kann und welche Patientengruppe am meisten davon profitieren könnte.

Sie wollen wissen, ob Ihr Kind ein erhöhtes Erkrankungsrisiko oder Typ-1-Diabetes im Frühstadium hat? Eine Studienteilnahme kann Klarheit schaffen: www.aworldwithout1.de/studienteilnahme

von Cordula Falk
Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München,
Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg,
Tel.: 089-3187-3157, Fax: 089-3187-3144
E-Mail: cordula.falk@helmholtz-muenchen.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (10) Seite 39

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße