- Behandlung
Übersäuerungsgefahr? Doppelt messen!
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Mehrfach haben wir berichtet über die Vorteile des Typ-2-Diabetes-Wirkstoffgruppe der SGLT-2-Inhibitoren – sowie auch über die potentiellen Nebenwirkungen. Eine davon, der Übersäuerung des Blutes, scheint man nun mithilfe eines kombinierten Testgeräts besser begegnen zu können.
SGLT-2-Inhibitoren sorgen seit wenigen Jahren für Furore in der Typ-2-Diabetes-Behandlung; die Tabletten bewirken, dass Zucker vermehrt mit dem Urin ausgeschieden wird und somit dem Stoffwechsel nicht zur Verfügung steht.
In Studien mit Wirkstoffen aus dieser Gruppe (Handelsnamen Jardiance/Synjardy, Forxiga/Xigduo und Invokana) haben viele Patienten z. B. Gewicht verloren und waren insgesamt sehr gut eingestellt. Und: Der Wirkstoff scheint besser als andere in der Lage zu sein, Diabetes-Patienten vor Herzinfarkten und Schlaganfällen zu schützen. Leider haben die Medikamente auch Nebenwirkungen.
SGLT-2-Hemmer: Übersäuerung auch ohne erhöhte Blutzuckerwerte
Am häufigsten wurden Harnwegsinfektionen oder Entzündungen der Geschlechtsorgane beobachtet. Eine sehr seltene, aber leider auch sehr gefährliche Nebenwirkung ist die Entwicklung einer lebensbedrohlichen Übersäuerung des Blutes durch Ketonkörper, die als Abbauprodukte von Fetten und Eiweißen im Stoffwechsel auftreten können (diabetische Ketoazidose, DKA).
Normalerweise geht der Bildung dieser Stoffe über längere Zeit ein hoher Blutzuckerspiegel voraus; bei Einnahme von SGLT-2-Hemmern entwickelt sich die Übersäuerung auch ohne erhöhte Blutzuckerwerte. Patienten unter dieser Therapie sollten daher idealerweise regelmäßig neben dem Blutzucker auch die Konzentration der Ketonkörper messen. Die Möglichkeit hierfür bieten mehrere Blutzuckermessgeräte mit speziellen Keton-Teststreifen, die allerdings eine bewusste zusätzliche Messung benötigen. Sie müssen außerdem zusätzlich verschrieben werden.
Spezielles Messgerät misst gleichzeitig Blutzucker- und Ketonwerte
Diese Hindernisse haben bislang die regelhafte Anwendung von Ketonmessungen bei der Verwendung von SGLT-2-Hemmern verhindert. Eine mögliche technische Lösung für dieses Dilemma bietet ein neues Blutzuckermessgerät aus England: Bei dem Gerät KEYA Smart des schottischen Unternehmens Inside Biometrics wird bei jeder Blutzuckermessung automatisch eine Messung der Ketonkörper im Hintergrund durchgeführt, da die Teststreifen über zwei Messsysteme (für Blutzucker und Ketonkörper) verfügen.
Normale Ketonwerte werden durch einen grünen Balken unter dem Blutzuckerwert angezeigt; ist der Ketonwert erhöht, wird dies auf dem Display durch einen roten Balken angezeigt und man kann sofort reagieren (Arzt kontaktieren, eine medizinische Einrichtung aufsuchen). Der Hersteller bietet die kombinierten Blutzucker- und Ketonteststreifen in Deutschland wohl ohne Aufpreis auf die normalen Blutzuckerteststreifen an – also stehen einem breiteren Einsatz der Technologie keine wirtschaftlichen Gründe im Weg.
Die Listung im Hilfsmittelkatalog der gesetzlichen Krankenkassen ist beantragt, in dringenden Fällen können Selbstzahler Gerät und Teststreifen über die Website des Unternehmens bestellen.
von Prof. Dr. med. Andreas Pfützner
Pfützner Science & Health Institute,
Diabeteszentrum und Praxis,
Parcusstraße 8, 55116 Mainz,
E-Mail: andreas.pfuetzner@pfuetzner-mainz.com
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (12) Seite 12
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stephanie-haack postete ein Update vor 6 Tagen, 10 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 6 Tagen, 12 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 6 Tagen, 10 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
