Ungewollt kinderlos: Prädiabetes könnte Ursache sein

2 Minuten

© Fotolia – pathdoc
Ungewollt kinderlos: Prädiabetes könnte Ursache sein

Unfruchtbarkeit bei Männern kann auch ein Hinweis auf beginnenden Typ-2-Diabetes sein. Dies hat eine italienische Forschergruppe im Rahmen einer Studie herausgefunden. Denn ein ungesunder Lebensstil beeinträchtigt die Spermienqualität; erhöhte Blutzuckerwerte schädigen Nerven und Gefäße und können der Potenz schaden.

Es gibt viele Gründe dafür, dass ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt – Beispiele sind hormonelle Störungen, geschädigte Eileiter bei der Frau, verschlossene Samenleiter oder Erektionsstörungen beim Mann. Auch das Alter spielt eine Rolle. Von Unfruchtbarkeit spricht man dann, wenn ein Paar ein Jahr lang regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr hat, ohne dass sich eine Schwangerschaft einstellt.

Prädiabetes: Vorstufe eines Typ-2-Diabetes bleibt häufig unerkannt

Ein italienisches Wissenschaftlerteam untersuchte den Zusammenhang zwischen Unfruchtbarkeit bei Männern und einem bislang nicht diagnostizierten Prädiabetes und wertete dazu die Daten von 744 unfruchtbaren Männern aus. Bei 114 Männern (15,4 Prozent) lagen erhöhte Blutzuckerwerte vor, die auf einen beginnenden Typ-2-Diabetes hindeuteten. Bei diesen Männern trat das kompletten Fehlen von Samenzellen im Sperma, oder Hormonstörungen, die die Bildung der Samenzellen beeinträchtigten, deutlich häufiger auf als bei stoffwechselgesunden Männern.

Prädiabetes – also die Vorstufe eines ausgeprägten Typ-2-Diabetes – bleibt häufig unerkannt. Betroffene haben keinerlei Beschwerden. Bei Routine-Blutzuckermessungen sind die Werte nicht immer erhöht.

Ein ungesunder Lebensstil schadet der Potenz und der Spermien-Qualität

Ursache für die Zuckerstoffwechselstörung ist häufig ein ungesunder Lebensstil, der mit falscher Ernährung, Übergewicht, Rauchen und mangelnder Bewegung einhergeht. Darunter kann auch die Spermienqualität leiden. Jahrelang erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die Blutgefäße und die Nerven – dies kann die Potenz beeinträchtigen. Erektionsstörungen bis hin zur Erektionsunfähigkeit können die Folge eines langjährigen Diabetes sein.

Fazit der Autoren: Bei ungewollt kinderlosen Männern sollten die Ärzte daher auch an einen möglichen Prädiabetes denken, so das Fazit der Autoren, die ihre Untersuchungsergebnisse im „British Journal of Urology“ (BJU) veröffentlicht haben. Betroffene Männer könnten um einen entsprechenden ärztlichen Check bitten. Häufig ließe sich eine spätere ausgeprägte Zuckerkrankheit verhindern, wenn die Tendenz dazu frühzeitig erkannt würde. Die Potenz und die Samenqualität könnten von einer Lebensstilumstellung mit gesünderer Ernährung und mehr körperlicher Bewegung profitieren.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Zwischen Kontrolle und Vertrauen: Meine Reise mit Diabetes, Schwangerschaft und Geburt
Eine Schwangerschaft mit Diabetes bedeutet Kontrolle und Vertrauen zugleich. Lesley-Ann hat beides erlebt: intensive Blutzuckerwerte, eine zu frühe Geburt und die Erkenntnis, dass das Beste geben mehr als genug sein kann.
Zwischen Kontrolle und Vertrauen: Meine Reise mit Diabetes, Schwangerschaft und Geburt | Foto: pressmaster – stock.adobe.com

3 Minuten

Community-Beitrag
Diabetes-Anker-Podcast: Was leisten Abnehmspritzen und worauf muss bei der Therapie geachtet werden, Herr Prof. Forst?
Typ-2-Diabetes, Adipositas und Abnehmspritzen: Prof. Dr. Thomas Forst ordnet im Podcast-Gespräch ein, was die neuen Wirkstoffe medizinisch leisten, für wen die Therapie geeignet ist und worauf bei ihrer Anwendung sowie bezüglich Nebenwirkungen geachtet werden muss.
Diabetes-Anker-Podcast: Was leisten Abnehmspritzen und worauf muss bei der Therapie geachtet werden, Herr. Prof. Forst? | Foto: zVg / MedTriX

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Tagen, 21 Stunden

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

Verbände