- Behandlung
Unternehmen, die Insulin herstellen: Lilly Deutschland GmbH
3 Minuten

Im ersten Teil unserer Serie über Unternehmen, die Insulin herstellen, haben wir ein Interview mit dem Associate Vice President Diabetes der Lilly Deutschland GmbH geführt. Darin geht es geht um die weltweite Insulinproduktion, aktuelle Forschungsprojekte zu Diabetes und Adipositas sowie um Baqsimi und die Unterstützung der Menschen mit Diabetes in der Ukraine.
Vor 100 Jahren wurde der erste Mensch erfolgreich mit Insulin behandelt. Viel wurde darüber schon geschrieben, viele Blicke wurden bereits in die Geschichte dieser lebensrettenden Entdeckung geworfen. Wir vom Diabetes-Journal wollen noch einen anderen Blickwinkel einnehmen und bitten pharmazeutische Unternehmen, die Insulin herstellen, zum Interview. Thema darin ist aber nicht nur Insulin, sondern es gibt auch Blicke über den Tellerrand. Für den ersten Teil der Serie sprachen wir mit Tor Even Nergård, Associate Vice President Diabetes, Lilly Deutschland GmbH.
In Teil 3 unserer Serie über Unternehmen, die Insulin herstellen, haben wir ein Interview mit dem Dirketor Medizin von Sanofi geführt. Darin geht es um die Entwicklung der Insulintherapie, digitale Angebote für Menschen mit Diabetes und die Unterstützung der Versorgung in der Ukraine.
Diabetes-Journal (DJ): Wo produziert Lilly Insulin – insbesondere das Insulin, das Menschen mit Diabetes in Deutschland nutzen?
Tor Even Nergård: Lilly hat zwei Produktions-Stätten für Insulin: eine in Carolina, Puerto Rico, und eine direkt beim Unternehmenssitz in Indianapolis, USA. Die Fertig-Arzneimittel, also zum Beispiel die Insulin-Pens, werden an drei weiteren Standorten produziert: Fegersheim/Frankreich, Florenz/Italien und Madrid/Spanien. Alle Produktions-Stätten stellen auch für den deutschen Markt her.
DJ: Woran wird bei Lilly gerade geforscht – bei den Insulinen, aber auch in anderen Bereichen, die mit Diabetes zu tun haben?
Tor Even Nergård: Im Bereich Diabetes und Adipositas liegt ein Forschungs-Schwerpunkt von Lilly bei den Inkretinen. Ein GIP-/GLP-1-Rezeptor-Agonist befindet sich bereits in Phase 3, ein Tri-Agonist in Phase 2 der klinischen Prüfung. Des Weiteren forscht Lilly an einem oral einzunehmenden GLP-1-Rezeptor-Agonisten. Neben den Inkretinen bildet die Untersuchung des Einsatzes von etablierten und neuen Substanzen bei Herz-, Nieren- und Stoffwechsel-Erkrankungen einen Schwerpunkt. Auch Insuline gehören weiterhin zum Forschungs-Gegenstand von Lilly. Aktuell befinden sich ein einmal wöchentlich zu applizierendes Basalinsulin sowie automatisierte technische Lösungen für die Insulin-Gabe in Phase-2-Studien.
DJ: Lilly bietet auch das Glukagon-Präparat Baqsimi an. Wie wird das Produkt angenommen? Wird es noch weiterentwickelt?
Tor Even Nergård: Baqsimi wird sehr gut angenommen und ist inzwischen Marktführer bei Notfall-Medikamenten für schwere Hypoglykämien. Die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung von Baqsimi sehen wir nicht.
DJ: Es gibt mehrere Projekte, die Menschen mit Diabetes in der Ukraine helfen. Engagiert sich Lilly auch in diesem Bereich?
Tor Even Nergård: Auch Lilly hat als Reaktion auf den Krieg und die Not der Menschen in der Ukraine sowie auf der Flucht vor dem Krieg Maßnahmen zur Unterstützung ergriffen und engagiert sich umfassend: Unter anderem wurde Insulin im Wert von 7,5 Millionen US-Dollar an Project HOPE, eine US-amerikanische gemeinnützige Organisation, gespendet. Project HOPE organisiert die Versorgung der Menschen in der Region mit lebenswichtigen Medikamenten. Weitere Geldspenden in Millionen-Höhe gingen an Direct Relief und Americares.
DJ: Wie versucht Lilly, Menschen mit Diabetes im Alltag zu unterstützen? Welchen Stellenwert haben dabei Kanäle wie Facebook etc.?
Tor Even Nergård: Schon bei der Entwicklung unserer Medikamente spielen Einfachheit und Benutzer-Freundlichkeit eine zentrale Rolle. So haben wir den Trulicity-Pen zusammen mit Menschen mit Diabetes entwickelt. Bei Baqsimi war das Ziel, die Behandlung schwerer Hypoglykämien zu erleichtern. Unsere Investitionen in die Entwicklung von Connected-Care-Lösungen für die Insulin-Gabe zielen ebenfalls darauf ab, die Insulin-Abgabe zu vereinfachen, um das Leben von Insulin-Benutzern zu verbessern. Wir sind stets auf der Suche nach Innovationen, die bessere klinische Ergebnisse bieten und die Diabetes-Behandlung vereinfachen – alles mit dem Ziel, Menschen mit Diabetes in ihrem Alltag zu unterstützen.
Neben den Informationen zur Anwendung unserer Medikamente in Form von Broschüren und Videos, die natürlich nur an Patientinnen und Patienten mit Verordnung abgegeben werden dürfen, unterstützen wir Menschen mit Diabetes auch durch allgemeine Informationen. Auf lilly-diabetes.de halten wir Broschüren zu verschiedenen Themen wie Reisen, Ernährung oder Sexualität bereit. Außerdem werden Blutzucker-Tagebücher in gedruckter Form angeboten. Auf unserem YouTube-Kanal finden Interessierte Erklär-Videos zur Insulin-Therapie. Facebook setzen wir für den Dialog mit der Community – vor allem untereinander – ein. Hier werden Alltagsthemen diskutiert, aber auch Rezepte oder kleine Wissens-Häppchen geteilt.
Unternehmensdaten der Lilly Deutschland GmbH
- 885 Mitarbeiter in Deutschland (Stand: 31.12.2021)
- weltweit mehr als 35 000 Mitarbeiter, davon ca. 8100 im Bereich Forschung und Entwicklungweitere
- Informationen zum Unternehmen: www.lilly-pharma.de/unternehmen/zahlen-und-fakten
- Produktions-Standorte für Insulin in den USA, Puerto Rico, Europa und China
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (7) Seite 34-35
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 5 Tagen, 11 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



