Unterzucker: Ich nenne es „Hypo“

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Community-Beitrag
Unterzucker: Ich nenne es „Hypo“

Im Leben mit Diabetes spielen Zuckerwerte außerhalb des Zielbereiches eine große Rolle. Denn unter Umständen können diese zu lebensgefährlichen Situationen führen – zum Beispiel beim Unterzucker. Trotzdem ist der Umgang damit für Menschen mit Diabetes alltäglich und deswegen gibt es dafür auch ganz saloppe Ausdrücke – zum Beispiel im Falle von Unterzuckerungen.

Bei Zuckerwerten unter 50 mg/dl (2,8 mmol/l) spricht man bei Menschen ohne Diabetes von einer Hypoglykämie, also einer Unterzuckerung. In der Community gibt es dafür einige Formulierungen, die von „Ich bin unterzuckert“ abweichen. Zum Beispiel die folgenden 3!

Ich habe eine „Hypo“ – der Klassiker

In dem #BSLounge-Content-Bereich fällt dieser Begriff bei der Autorenschaft ebenso häufig wie bei den Expert*innen im Coaching-Bereich und in den Gruppen im Community-Bereich. Die „Hypo“ ist im Diabetes-Kosmos klar definiert als Abkürzung für Hypoglykämie und bedeutet im Altgriechischen so viel wie „unter“. Wir nutzen Bezeichnungen wie „Hypo“-Helfer, „Hypo“-Angst bis hin zu unserem „Hypobarcamp“ im Oktober 2019. Und auch für mich selbst ist „Ich hab’ grad ’ne Hypo“ die am häufigsten genutzte Beschreibung für einen Wert im Unterzuckerbereich.

Außerhalb des Diabetes-Kosmos hat „Hypo“ aber tatsächlich noch eine Menge andere Bedeutungen. Genau deswegen setzen wir übrigens auch immer die Gänsefüßchen um das Wort. Denn es könnte beispielsweise zu Verwechslungen kommen mit einer Hyposensibilisierung, also der medizinisch gewollten Gewöhnung an allergieauslösende Stoffe, um Immunreaktionen zu verhindern.

„Ich bin (zu) niedrig“/„Ich bin low“ – wer oder was bist du?

Im Alltag mit Diabetes geht es für mich bei der Frage, wie der Blut- bzw. Gewebezuckerwert gerade ist, selten um „gut“ oder „schlecht“. Viel mehr beschäftigt mich, wie niedrig bzw. hoch der Zuckerwert gerade ist. Im Idealfall dann sogar ohne Wertung. Das Zu-niedrig-Sein ist daher auch in der Community eine beliebte Formulierung für Hypoglykämien. Alternativ nutzen Menschen auch die englische Variante „low“ für „niedrig“.

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Aus dem Diabetes-Zusammenhang gerissen kann das aber natürlich verwirrend klingen. Gibt man „Was bedeutet es, wenn jemand low ist“ in eine Suchmaschine ein, kommen da einige Ergebnisse, die wirklich nichts mit einem Blutzuckerwert zu tun haben. Und wenn wir an das Gegenteil von hohen Werten denken… aber dazu im nächsten Teil mehr.

„Aus dem Weg, das ganze Essen gehört mir“ – einmal Gedankenlesen, bitte.

Ich gebe zu, dass dieser Satz sicherlich individuell ausgetauscht werden kann. Und zwar in sämtliche Worte, die umschreiben, dass der Heißhunger akut und die Laune mies ist. Beides sind übrigens typische Symptome bei Hypoglykämien. Aber manchmal hat man keine Lust mehr, dem Ganzen einen Namen zu geben – oder man will es in bestimmten Situationen einfach nicht. Mir geht es so, wenn die Unterzuckerung in völlig unpassenden Momenten kommt. Zum Beispiel, wenn ich mir schlecht gelaunt Saft einschenke, obwohl ich gerade vorher Zähne geputzt habe.

Und was sagt ihr?

Seid ihr auch Team „Hypo“ oder sagt ihr etwas ganz anderes, wenn ihr im Unterzucker seid? Erzählt uns von eurem Diabetes-Slang in der aktuellen Monatsaktion.

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  • moira postete ein Update vor 1 Tag, 9 Stunden

    Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
    (Wen es interessiert Band 2.3)

  • moira postete ein Update vor 3 Wochen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 4 Wochen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

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