Veränderte Wirkung bei hohen Temperaturen: Auch Medikamente brauchen „hitzefrei“

3 Minuten

Veränderte Wirkung bei hohen Temperaturen: Auch Medikamente brauchen „hitzefrei“ | Foto: Deagreez - gettyimages
Foto: Deagreez - gettyimages
Veränderte Wirkung bei hohen Temperaturen: Auch Medikamente brauchen „hitzefrei“

Menschen mit Diabetes sollten während einer Hitzeperiode besonders gut auf sich achtgeben, denn hohe Temperaturen können ihnen merklich zusetzen. Ein Risikofaktor neben vielen weiteren ist die Arzneimittel-Therapie. Befolgt man ein paar Tipps, kommt man hoffentlich gut durch die heißen Tage.

Von einigen Diabetes-Medikamenten ist bekannt, dass sie bei Hitze anders wirken oder mehr Nebenwirkungen entfalten können – und das, obwohl sie korrekt gelagert wurden! Auch viele weitere Arzneimittel, die man möglicherweise aufgrund von Begleiterkrankungen anwendet, können eine veränderte Wirksamkeit zeigen. In manchen Fällen ist es gar möglich, dass Arzneistoffe den Körper daran hindern, gegen eine Überhitzung anzukämpfen, indem sie das Schwitzen unterbinden oder das Durst-Empfinden herabsetzen.

Wichtig bei Hitze

  1. Vor Eintreten einer Hitze-Periode sollte man mit der Ärztin oder dem Arzt über das Thema Hitze und Verträglichkeit der Arzneimittel sprechen.
  2. Man sollte gut beobachten, wie der Körper auf die veränderten Bedingungen reagiert und ggf. Kontrollen beim Arzt wahrnehmen.
  3. Bei Insulintherapie sind an heißen Tagen veränderte Auswirkungen auf die Glukosewerte möglich. Metformin und SGLT-2-Hemmer sollten bei starkem Flüssigkeitsmangel ggf. zeitweilig pausiert werden.

Verminderte Schweiß-Produktion

Menschen mit Diabetes können alters- oder erkrankungsbedingt unter Umständen nur eingeschränkt Wärme abgeben. Kommen Arzneistoffe hinzu, die das bei heißen Umgebungstemperaturen so wichtige Schwitzen beeinträchtigen, kann dies während einer Hitzewelle fatale Folgen haben. Schweißhemmend wirken beispielsweise die bei Störungen der Harnblasen-Funktion eingesetzten Wirkstoffe Oxybutynin, Tolterodin, Solifenacin, Darifenacin, Fesoterodin, Propiverin und Trospiumchlorid.

Das bei diabetischer Polyneuropathie verwendete Amitriptylin stört die Schweißproduktion erheblich, ebenso wie Opioide, Mittel gegen Übelkeit (Dimenhydrinat) sowie einige Medikamente bei psychischen Erkrankungen und manche gegen Allergien wirksame Medikamente (Antihistaminika). Zeichen für Überhitzung sind trockene und heiße Haut, Verwirrtheit, beschleunigter Puls oder beschleunigte Atmung. Dann kommt es vor allem darauf an, den Körper durch Abkühlen zu unterstützen (siehe Info 2), körperliche Anstrengung zu vermeiden und die Wohnräume kühl zu halten.

Das bei diabetischer Polyneuropathie verwendete Amitriptylin stört die Schweißproduktion erheblich, ebenso wie Opioide, Mittel gegen Übelkeit (Dimenhydrinat) sowie einige Medikamente bei psychischen Erkrankungen und manche gegen Allergien wirksame Medikamente (Antihistaminika). Zeichen für Überhitzung sind trockene und heiße Haut, Verwirrtheit, beschleunigter Puls oder beschleunigte Atmung. Dann kommt es vor allem darauf an, den Körper durch Abkühlen zu unterstützen (siehe Info 2), körperliche Anstrengung zu vermeiden und die Wohnräume kühl zu halten.

Dieser Text steht nur eingeloggten Community-Mitgliedern zur Verfügung.

Melde dich jetzt kostenlos an, um diesen Beitrag lesen zu können.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Zwei Tage intensive Haferkur reichen aus: Studie zeigt deutliche LDL-Cholesterin-Senkung

Bereits eine kurze, strikt durchgeführte Haferkur mit Kalorienreduzierung kann den Fettstoffwechsel über mehrere Wochen positiv beeinflussen. Darauf weist eine Studie der Universität Bonn hin, die den Effekt einer intensiven Haferzufuhr über zwei Tage auf den LDL‑Cholesterin-Spiegel bei Menschen mit metabolischem Syndrom untersuchte.
Zwei Tage intensive Haferkur reichen aus: Studie zeigt deutliche LDL‑Cholesterin-Senkung | Foto: sonyakamoz – stock.adobe.com

3 Minuten

Bericht vom t1day 2026: Technik, Menschen, Emotionen

Der t1day hatte am vergangenen Sonntag wieder nach Berlin gelockt. Auch 2026 waren viele dem Ruf gefolgt und nutzten den Tag für neues Wissen, gute Gespräche und intensiven Austausch. Welche Themen im Fokus standen, erfahrt ihr im Bericht von Diabetes-Anker-Chefredakteurin Dr. Katrin Kraatz.
Bericht vom t1day 2026: Technik, Menschen, Emotionen | Foto: K. Kraatz/MedTriX

5 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂

  • jasminj postete ein Update vor 3 Tagen, 14 Stunden

    Hi,
    Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!

  • galu postete ein Update vor 1 Woche

    hallo,
    ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
    Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
    Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
    Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
    Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
    Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus

    • Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!

Verbände