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Welt-Adipositas-Tag 2026: Warum Prävention und Therapie gemeinsam gedacht werden müssen
2 Minuten
Adipositas betrifft inzwischen einen großen Teil der Bevölkerung – mit wachsenden Folgen für Gesundheit und Versorgung. Zum heutigen Welt-Adipositas-Tag 2026 fordern Fachgesellschaften ein entschiedenes Vorgehen: Prävention und Therapie sollen als gemeinsames Konzept gedacht und umgesetzt werden.
Adipositas bleibt eine der zentralen gesundheitspolitischen Belastungen in Deutschland. Etwa ein Viertel der Erwachsenen ist betroffen, ebenso rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen – Tendenz steigend. Zum Welt-Adipositas-Tag am 4. März betonen die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA), dass ein strukturiertes und langfristiges Vorgehen notwendig ist. Prävention und Therapie seien untrennbar miteinander verbunden.
Gesellschaftliche Bedingungen im Blick
Prof. Dr. Martin Wabitsch vom Universitätsklinikum Ulm, Sprecher und Vorstandsmitglied der AGA, verweist auf die Bedeutung der Lebensumstände. „Adipositas ist auch Ausdruck gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und entsteht in einem Umfeld, das ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel begünstigt.“ Wer die Prävalenz tatsächlich senken wolle, müsse die Rahmenbedingungen verändern, so seine Einschätzung. Politische Maßnahmen seien entscheidend, besonders zum Schutz junger Menschen.
Über den Welt-Adipositas-Tag
Der Welt-Adipositas-Tag macht jedes Jahr am 4. März auf die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen von Adipositas aufmerksam. Er soll verdeutlichen, dass Übergewicht eine chronische Erkrankung ist, die wirksame Prävention und eine strukturierte Versorgung erfordert. Ziel ist es, Aufmerksamkeit zu schaffen und politische wie gesellschaftliche Maßnahmen anzustoßen. Zudem sollen diese Stigmatisierung entgegenwirken und Wege zur besseren Versorgung der Betroffenen aufzuzeigen.
Forderungen für eine zeitgemäße Prävention
Die DAG nennt mehrere Bereiche, in denen eine Neuausrichtung notwendig sei. Dazu gehören:
- eine Reform der Lebensmittelbesteuerung im Sinne einer „gesunden Mehrwertsteuer“
- Beschränkungen für Werbung bestimmter Produktgruppen gegenüber Kindern und Jugendlichen
- verbindliche Empfehlungen zur Reduktion des Süßgetränkeverzehrs
- der Ausbau sportlicher Angebote, einschließlich täglich einstündigem Schulsport
- der verstärkte Einsatz digitaler Angebote in der Ernährungsschulung
Diese Schritte sollen dazu beitragen, gesundheitsförderliche Umgebungen zu schaffen und Risiken frühzeitig zu senken.
Therapie: Strukturen ausbauen und konsequent nutzen
Auch in der Behandlung der Adipositas sieht die DAG Handlungsbedarf. Mit dem Disease-Management-Programm (DMP) Adipositas wurde ein wichtiger Rahmen geschaffen: Zum ersten Mal ist eine leitlinienbasierte, multimodale Lebensstiltherapie Teil der Regelversorgung. Dazu gehören Ernährungsmedizin, Bewegungstherapie und Verhaltensmodifikation.
Positionspapier der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
➤ Bekämpfung der Adipositas muss zentrales gesundheitspolitisches Anliegen werden – Forderungen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft für die 21. Legislaturperiode
Doch laut DAG werden die Voraussetzungen für die praktische Umsetzung bislang nur unzureichend geschaffen. DAG-Präsident Prof. Dr. Matthias Laudes vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus Kiel betont: „Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Sie braucht eine kontinuierliche, strukturierte Betreuung – keine Einzelmaßnahmen. Das DMP bietet hierfür den richtigen Rahmen. Jetzt müssen die Versorgungsstrukturen aber auch zügig aufgebaut und finanziell abgesichert werden.“
Medikamentöse und chirurgische Optionen
Neben den Lebensstilprogrammen stehen inzwischen wirksame medikamentöse Behandlungen zur Verfügung, die bei entsprechender Indikation deutliche Gewichtsverluste und Verbesserungen von Begleiterkrankungen ermöglichen. Für Menschen mit schwerer Adipositas kann außerdem die metabolisch-bariatrische Chirurgie eine wissenschaftlich gut belegte Option darstellen. Entscheidend sei, alle Maßnahmen individuell in die Behandlung einzubinden.
Prävention und Therapie zusammendenken
Eine wirksame Strategie gelingt nach Einschätzung der DAG nur im Rahmen eines strukturierten Gesamtkonzepts. Prof. Laudes warnt davor, Prävention und Therapie gegeneinander auszuspielen. Wer Versorgungslücken zulasse, müsse langfristig mit höheren Kosten durch Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Folgeprobleme rechnen. Eine zukunftsorientierte Gesundheitspolitik müsse daher Prävention, Versorgung und moderne Therapien gleichzeitig im Blick behalten.
Mehr zum Thema auf dem Diabetes-Anker
mit Materialien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA)
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
