- Behandlung
Weniger Ketoazidosen und schwere Unterzuckerungen mit Insulinpumpe
2 Minuten
In einer Studie haben Forscher der RWTH Aachen aufgezeigt, dass der Einsatz von Insulinpumpen im Vergleich zu Insulininjektionen bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes zu einem geringeren Risiko für diabetische Katoazidosen sowie schweren Unterzuckerungen führt.
In den letzten Jahren hat die Zahl der Insulinpumpentherapien erheblich zugenommen. Jedoch ließen einige Untersuchungsergebnisse vermuten, dass der Einsatz von Insulinpumpen mit einem erhöhten Risiko für Ketoazidosen (s. Kasten) speziell bei jungen Patienten mit Typ-1-Diabetes einhergeht.
Ketoazidosen sind schwerwiegende Stoffwechselentgleisungen bei Insulinmangel. Dabei kommt es zu einer Übersäuerung des Körpers durch Ketonkörper wie Azeton, der ph-Wert im Blut fällt auf unter 7,3.
Die diabetische Ketoazidose ist gekennzeichnet durch hohe Blutzuckerwerte, Ketonkörper im Blut und Urin, Übersäuerung des Blutes (Azidose), Wasserverlust, Durst, Erbrechen, Benommenheit und auch Azetongeruch in der Atemluft. Schlimmstenfalls kann ein diabetisches Koma eintreten, daher ist eine sofortige intensive Behandlung notwendig.
Um diesen Verdacht auf den Grund zu gehen, haben Wissenschaftler der RWTH Aachen um Prof. Dr. med. Beate Karges nun eine Metaanalyse durchgeführt, die Daten (erhoben im Rahmen der DPV-Initiative) von über 30.000 Typ-1-Diabetikern unter 20 Jahren umfasste: Diese stammten aus Deutschland, Österreich sowie Luxemburg, waren mindestens seit einem Jahr an Typ-1-Diabetes erkrankt, im Schnitt 14 Jahre alt und führten entweder eine Pumpentherapie durch (14.119) oder spritzten sich mindestens viermal täglich Insulin (16.460).
Weniger Ketoazidosen und schwere Unterzuckerungen, bessere HbA1c-Werte
Dabei zeigte sich, dass die früheren Vermutungen bezüglich einer Erhöhung des Ketoazidose-Risikos durch eine Insulinpumpentherapie nicht belegt wurden, im Gegenteil: Im direkten Vergleich zu Insulininjektionen wurden sowohl niedrigere Raten schwerer Hypoglykämien (9,55 vs. 13,97 pro 100 Patientenjahre) als auch diabetischer Ketoazidosen (3,64 vs. 4,26 pro 100 Patientenjahre) beobachtet. Und die HbA1c-Werte sowie die tägliche Gesamtmenge an zugeführtem Insulin waren unter den Pumpennutzern niedriger als in der Vergleichsgruppe.
„Diese Erkenntnisse liefern den Nachweis für verbesserte klinische Ergebnisse durch eine Insulinpumpentherapie im Vergleich zu einer Injektionstherapie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes”, schreiben die Studienautoren. Ihre Studienergebnisse wurden im Fachmagazin JAMA veröffentlicht.
von Gregor Hess
Redaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag,
Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-online.de
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles
Insulin- und Inkretin-Injektionen: Wechseln, prüfen, pflegen – so bleiben Spritz-Stellen gesund
4 Minuten
- Ernährung
Eiweiß: Trend-Nährstoff und vielseitiger Sattmacher
4 Minuten
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
moira postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
-
bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
-
ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
-
-
thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55

