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„Wir brauchen ein digitales Diabetes-Präventionszentrum“
3 Minuten
Schätzungen zufolge ist in Deutschland nahezu jede/r Zehnte von Diabetes betroffen. Die Kosten für Prävention, Therapie und Arbeitsausfälle belaufen sich nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) auf mehr als 16 Milliarden Euro im Jahr. Entsprechend groß ist der Bedarf an moderner Versorgungsforschung. Im Interview mit dem Diabetesinformationsdienst erklärt Prof. Dr. Martin Hrabě de Angelis, Vorstandsmitglied des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), die Idee eines digitalen Diabetes-Präventionszentrums.
Herr Prof. Hrabě de Angelis, ein digitales Diabetes-Präventionszentrum: Das klingt ein bisschen nach Science Fiction – was bedeutet der Begriff genau?
Prof. Hrabě de Angelis: Im digitalen Diabetes-Präventionszentrum, kurz DDPC, wollen wir bereits vorhandene Gesundheits- und Forschungsdaten aus unterschiedlichsten Quellen zusammenführen und mithilfe von innovativen IT-Technologien wie etwa künstliche Intelligenz und Data-Mining auswerten. Wir hoffen, so unterschiedliche Diabetes-Subtypen zu identifizieren und spezifische Präventions- und Therapieansätze entwickeln zu können.
Das DDPC ist als nationale Initiative mit verschiedenen Standorten in Deutschland konzipiert. Die mathematische und informationstechnische Expertise bringt das Helmholtz Zentrum München ein, die klinische Expertise kommt unter anderem vom DZD. Das Besondere daran wäre, dass die Menschen, die sich beteiligen und ihre Daten zur Verfügung stellen, auch einen konkreten Mehrwert haben. Sie erhalten eine individuelle Diabetesprävention, wissenschaftlich fundiert und frei von kommerziellen Interessenslagen.
Welche Gründe sprechen für das DDPC?
Prof. Hrabě de Angelis: Wir in Deutschland laufen Gefahr, bei der Erforschung und Analyse der Krankheit den Anschluss zu verlieren. Bei Krebserkrankungen beispielsweise ist eine nationale Strategie bereits etabliert: Hier gibt es eine gesetzliche Vorgabe, Krankheitsverläufe und deren Behandlung zu erfassen und langfristig auszuwerten. Auch gibt es große Unterschiede in der regionalen Versorgung von Menschen mit Diabetes, die man durch ein solches Register zutage fördern könnte.
Zudem könnte die Behandlung der Patienten durch ein DDPC weiter personalisiert und verbessert werden. Mit Hilfe eines Patientenregisters können wir beispielsweise auswerten, wie hilfreich Therapien mit bestimmten Medikamenten sind – und welche Wirkungen nicht medikamentöse Maßnahmen wie Patientenschulungen und begleitende Lebensstiländerungen haben.
Erst kürzlich hat eine schwedische Arbeit gezeigt, dass wir es bei Diabetes mit weit komplexeren Untertypen zu tun haben, als man bisher meint. Diese unterschiedlichen Formen von Diabeteserkrankungen könnte man mit Hilfe des DDPC besser identifizieren und maßgeschneiderte Therapien entwickeln.
Der neue Koalitionsvertrag der Bundesregierung umfasst auch eine Diabetesstrategie, macht Ihnen das Hoffnung?
Prof. Hrabě de Angelis: Grundsätzlich ist das sehr zu begrüßen, nun muss man sehen, was daraus konkret folgt. Eine Vorreiterrolle des Staates wäre natürlich ideal, denn wenn nur Dr. Google und Dr. Apple die Daten einsammeln, diese aber nicht teilen, wird die Wissenschaft vom Datenfluss abgehängt. Die Forschung kann dann nicht mehr auf Augenhöhe mit der Wirtschaft agieren und als starker Partner kooperieren. Gleichzeitig verliert die Politik die Sprechfähigkeit gegenüber der dann besser informierten Industrie.
Inwieweit gibt es bereits bestehende Daten, auf die man zugreifen kann?
Prof. Hrabě de Angelis: Vor allem bei den Krankenkassen schlummern zahlreiche Daten beispielsweise aus Disease Management Programmen. Hier sind die rechtlichen Rahmenbedingungen aber zu klären.
Zudem gibt es ja auch in der Bevölkerung selbst die Tendenz zur Erfassung eigener Gesundheitsdaten. Ich denke da beispielsweise an Tracking Armbänder beziehungsweise sogenannte Wearables und verschiedene Fitness-Apps für das Smartphone. Auch konkrete Daten mit Diabetesbezug werden privat erfasst: Dank eines Sensors können Eltern bereits heute die Zuckerwerte ihrer Kinder jederzeit über eine Smartphone-App überwachen.
Viele Menschen beteiligen sich darüber hinaus an großen Kohorten wie der Kooperativen Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (kurz KORA), der NAKO Gesundheitsstudie oder der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC-Studie), um die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Demenz oder Herzinfarkten erforschen zu können. Alle diese Daten zusammenzuführen, wäre ein sehr guter Anfang.
Wie ist der aktuelle Stand?
Prof. Hrabě de Angelis:Wir haben noch kein Geld für das Zentrum und müssen die Politik noch davon überzeugen, dass sie darin investiert. Wir rechnen mit etwa 80 Millionen Euro Kosten pro Jahr. Bei Gesundheitskosten im Diabetesbereich von über 16 Milliarden Euro jährlich wäre das sicher eine gute Investition.
Ein sinnvoller erster Einstieg wäre also ein nationales Diabetesregister mit Daten von Erkrankten und Gesunden, auf dem man dann die Idee eines digitalen DDPC aufsetzen kann. Am DZD haben wir mit dem Aufbau eines Daten- und Wissensmanagements begonnen. Ziel ist es, Daten auffindbar, zugänglich, wiederverwertbar und übergreifend nutzbar zu machen. Wir bereiten ein Pilotprojekt vor, in dem Daten aus klinischen Studien miteinander verknüpft werden. Daraus versuchen wir in einem nächsten Schritt, Schlüsse für Diagnose und Therapie abzuleiten.
Herzlichen Dank für das Interview!
Quelle: Diabetesinformationsdienst München
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Tag, 16 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 2 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße