- Behandlung
Zelluläre Müllabfuhr schützt Betazellen
2 Minuten

Ein Forscherteam aus Österreich hat einen neuen Mechanismus entdeckt, wie die insulinproduzierenden Betazellen ihren Müll entsorgen. Liegt er lahm, sammeln sich toxische Proteine an und die Zellen sterben ab. Nun gilt herauszufinden, wie man diese zelluläre Müllabfuhr aktiv hält: helfen Chilis?
Die Entstehung von Diabetes ist ein komplexer Prozess: Sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes sind sogenannte polygenetische Erkrankungen. Das bedeutet, es gibt mehr als ein Gen, welches die Krankheit auslöst. Zudem spielen Lebensstil- und Umweltfaktoren eine große Rolle. Entsprechend vielfältig sind die Fragestellungen, denen Wissenschaftler nachgehen, um die Erkrankung zu verstehen und sie letztlich zu behandeln.
Ein neuer Ansatzpunkt kommt nun von einer Wiener Gruppe und wurde im „EMBO Journal“ publiziert. Die Wissenschaftler möchten die Insulin produzierenden Betazellen beschützen – und zwar vor sich selbst: Denn wie alle anderen Zellen auch, lagern sich im Laufe des Lebens Rückstände von alten Proteinen ab, die nicht mehr funktionsfähig sind und die normalen Abläufe der Zelle behindern. Nimmt dieser zelluläre Müll Überhand, können die Zellen daran zugrunde gehen und die Insulinproduktion käme zum Erliegen.
Protein setzt zelluläre Müllabfuhr in Gang
Die Arbeit der österreichischen Forschungsgruppe konzentriert sich auf das Protein Secretagogin, welches die Müllabfuhr der Betazellen in Gang setzt. Die Autoren konnten im Tiermodell und in Betazellen von Diabetikern zeigen, dass bei einer Diabeteserkrankung deutlich weniger Secretagogin vorliegt. Sie schlossen daraus, dass die Menge dieses Proteins in direktem Zusammenhang mit der Erkrankung stehen könnte. Zudem konnten sie zeigen, dass Secretagogin bestimmt, ob und wie die Betazellen jene Proteine loswerden, die sie nicht für die Aufrechterhaltung ihrer Funktionen benötigen.
Paprika und Chili könnten helfen
Nun stellt sich freilich die Frage, wie man die Aktivität von Secretagogin ankurbeln kann. Hier liefert das Studienteam erste Hinweise: demnach wird das Protein von einem sogenannten Ionenkanal gesteuert. Das sind Strukturen auf der Zelloberfläche, die beim Kontakt mit einem bestimmten Botenstoff ein Signal ins Zellinnere weitergeben. Bei dem Botenstoff handelt es sich in diesem konkreten Fall um das sogenannte Capsaicin – eine Substanz, die in verschiedenen Paprika- und Chili-Arten vorkommt und ihnen ihre Schärfe verleiht.
Ob nun die Gabe von Capsaicin beziehungsweise der Verzehr von Paprika und Chili bei Diabetespatienten hilft, müsste in kontrollierten Studien überprüft werden. Ebenfalls unklar ist, ob man vielleicht den Ionenkanal gezielt beeinflussen könnte. Als mögliche Zielstruktur ist der Mechanismus aber prinzipiell interessant.
Quelle: Pressemitteilung des Diabetesinformationsdiensts München
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community

3 Minuten
- Begleit-Erkrankungen
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 7 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 4 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße