„Zielwerte werden oft nicht erreicht“

2 Minuten

„Zielwerte werden oft nicht erreicht“

Woran liegt es und was kann man tun, wenn Diabetiker mit Insulintherapie ihre Zielwerte nicht erreichen? Das Unternehmen Sanofi suchte Antworten auf einem Workshop in Berlin.

Wer Diabetes hat und Insulin spritzt, für den hat dies große Konsequenzen im Alltag: Der Mix aus Messen, Berechnen des Essens, Spritzen, Bewegung, Beruf etc. stellt hohe Anforderungen. Auch wenn sich viele gut auskennen und sich bemühen, bleibt laut Prof. Stephan Jacob (Villingen-Schwenningen): „Die Zielwerte werden oft nicht erreicht!“ Ziele wie einen Blutzuckerlangzeitwert (HbA1c) unter 7 Prozent zu erreichen, Ziele wie Unterzuckerungen zu vermeiden oder hohe Werte, Ziele wie sein Gewicht zu halten und die Insulintherapie wie mit dem Arzt besprochen durchzuführen.

Auf einem Workshop des Unternehmens Sanofi in Berlin fragten Jacob und seine Kollegen Prof. Matthias Blüher (Leipzig, Foto links) sowie Dr. Milan Novakovic (Berlin, rechts): Wieso ist das so? Was bedeutet „mangelnde Adhärenz“ – also das Nichteinhalten der (Insulin-)Therapie? Wieso wird sie nicht eingehalten?

Oft sind Hypoglykämien der Grund für verfehlte Ziele

Einige Antworten wurden versucht: Laut Studien brechen vor allem Typ-2-Diabetiker eine Insulintherapie häufig kurz nach Therapiebeginn ab – wegen schlechter Blutzuckereinstellung, wegen mehr Krankenhauseinweisungen. In einer Online-Umfrage unter 1.250 Ärzten sagten vier von fünf, dass Hypoglykämien der Grund dafür sind, mit den Patienten keine strengeren Ziele in der Insulintherapie zu setzen.

Und laut Prof. Jacob sind die wenigsten der Betroffenen – „auch nach 30 Jahren Diabetes“ – mehr als ein- oder zweimal geschult worden: „Es fehlen vielen schlicht die Fähigkeiten sowie Selbstvertrauen zu einer guten Diabetestherapie und -einstellung.“

Schulungen: mehrfach, modern und individuell!

Einige der diskutierten Lösungsansätze: Betroffene sollten mehrfach, modern und individuell geschult werden, Therapeuten sollten gerade zu Therapiebeginn mehr im Management und in Sachen Lebensstil beraten – und ideal wären Instrumente, die helfen, Unterzuckerungen früh zu erkennen bzw. zu vermeiden sowie Medikamente (Insulin), die Unterzuckerungen weitgehend ausschließen.


Redaktion Diabetes-Journal
Diabetes-Journal, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0,
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-online.de

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes und Augen: Netzhautschäden frühzeitig erkennen, Risiko senken und Sehvermögen schützen
Netzhautschäden zählen zu den häufigsten Diabetes-Folgen, bleiben jedoch oft über lange Zeit unbemerkt. Anlässlich des Tags der Netzhaut am 26. September informiert die DDG darüber, welche Warnzeichen man kennen sollten, wann Kontroll-Untersuchungen nötig sind und wie sich das Risiko senken lässt.
Diabetes und Augen: Netzhautschäden frühzeitig erkennen, Risiko senken und Sehvermögen schützen | Foto: Peakstock – stock.adobe.com

3 Minuten

Menschen mit Übergewicht: Vorurteile und Stigmatisierung in der ärztlichen Praxis
In der Gesellschaft sind Vorurteile und Stigmatisierung im Hinblick auf Menschen mit Übergewicht weit verbreitet. Auch im medizinischen Bereich können sie unbemerkt die Behandlung beeinflussen, etwa in der ärztlichen Praxis.
Eine Patientin im roten Oberteil spricht mit einem Arzt im weißen Kittel in einem Untersuchungszimmer. Auf dem Tisch liegen Unterlagen, daneben sind ein Anatomiemodell und medizinische Geräte zu sehen.

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂