Fit trotz Rubensfigur

3 Minuten

© Dörte Kuhn/VTF Hamburg
Fit trotz Rubensfigur

Dörte Kuhn weiß, wovon sie spricht: Als Trainerin für XXL-Fitness und Mutter eines Kindes mit Typ-1-Diabetes arbeitet sie seit zwei Jahrzehnten mit Menschen jenseits der Standardgrößen.

Was viele nicht für möglich halten: Trotz reichlich Leibesfülle kann Frau und auch Mann sportlich aktiv sein. Wir haben bei Trainerin Dörte Kuhn nachgefragt, wie es klappt, trotz deutlichen Übergewichts den Weg zu mehr Bewegung zu finden.

Diabetes-Journal (DJ): Frau Kuhn, warum können sich Menschen mit Übergewicht oft nicht vorstellen, körperlich aktiver zu sein?

Dörte Kuhn: Beispielsweise durch eigene schlechte Erfahrungen und eine ungünstige Bewegungssozialisation. “Ich kann das nicht”, denken dann viele. Es fehlt aber teils immer noch an passenden Angeboten für dicke Neu- und Wiedereinsteiger.

DJ: Welche Motivationstipps geben Sie, damit auch ein dicker Mensch den Weg zum Sport findet?

Dörte Kuhn: Der menschliche Körper ist auf Bewegung ausgelegt, selbstverständlich auch ein runder. Um auf Dauer am Ball zu bleiben, sollte die jeweilige Bewegung Spaß machen. Dabei ist es egal, ob Tanzen, Aikido, Schwimmen oder Yoga der jeweilige Bewegungstraum ist. Hilfreich ist es zudem, sich dazu mit einem Gleichgesinnten zu verabreden – das erleichtert den Start.

DJ: Was sind typische Komplikationen bei XXL-Fitness?

Dörte Kuhn: Die größte Komplikation können schlecht ausgebildete Trainer sein. Wer nicht aus eigener Erfahrung weiß, worauf zu achten ist, und das nicht gelernt hat, weiß es entsprechend nicht. Das Training muss sich stets an die Bedürfnisse der Teilnehmer anpassen, nicht die Teilnehmer ans Training. Es können manche Übungen nicht wie gewohnt, sondern nur abgewandelt durchgeführt werden, z. B. weil Bauch oder eine große Brust im Weg sind.

DJ: Abnehmen ist für die meisten ein frustrierendes Dauerthema. Wie sehen Sie das?

Dörte Kuhn: Es sollte jeder Mensch für sich entscheiden, ob er abnehmen möchte oder nicht. Mit körperlicher Fitness hat die Zahl auf der Waage allerdings nichts zu tun. Wer sich im Alltag gern bewegt und vielleicht noch regelmäßig trainiert, kann dick und fit sein. “Health at every Size” heißt ein Slogan aus den USA. Auch wer kein Gramm verliert, kann dank Bewegung und Sport deutlich fitter und gesünder werden.

DJ: Wo finden übergewichtige Menschen Kurse, in denen sie unter sich sind und auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird?

Dörte Kuhn: Die meisten Angebote gibt es bundesweit meist bei Turn- und Sportvereinen vor Ort sowie immer wieder auch bei Volkshochschulen. Dort gibt es engagierte und hochmotivierte Übungsleiter, die sich über jeden neuen Teilnehmer freuen. Aber auch in den Yogastudios gibt es immer mehr spezielle Angebote. In Großstädten bieten Schwimmbäder teilweise Angebote wie Aquafit für Mollige. Es lohnt sich, gezielt nachzufragen. Je mehr dicke Menschen ihren Bedarf anmelden, desto mehr Stunden wird es geben.


Diabetes-Journal (DJ): Frau Kuhn, warum können sich Menschen mit Übergewicht oft nicht vorstellen, körperlich aktiver zu sein?

Dörte Kuhn: Beispielsweise durch eigene schlechte Erfahrungen und eine ungünstige Bewegungssozialisation. “Ich kann das nicht”, denken dann viele. Es fehlt aber teils immer noch an passenden Angeboten für dicke Neu- und Wiedereinsteiger.

DJ: Welche Motivationstipps geben Sie, damit auch ein dicker Mensch den Weg zum Sport findet?

Kuhn: Der menschliche Körper ist auf Bewegung ausgelegt, selbstverständlich auch ein runder. Um auf Dauer am Ball zu bleiben, sollte die jeweilige Bewegung Spaß machen. Dabei ist es egal, ob Tanzen, Aikido, Schwimmen oder Yoga der jeweilige Bewegungstraum ist. Hilfreich ist es zudem, sich dazu mit einem Gleichgesinnten zu verabreden – das erleichtert den Start.

DJ: Was sind typische Komplikationen bei XXL-Fitness?

Kuhn: Die größte Komplikation können schlecht ausgebildete Trainer sein. Wer nicht aus eigener Erfahrung weiß, worauf zu achten ist, und das nicht gelernt hat, weiß es entsprechend nicht. Das Training muss sich stets an die Bedürfnisse der Teilnehmer anpassen, nicht die Teilnehmer ans Training. Es können manche Übungen nicht wie gewohnt, sondern nur abgewandelt durchgeführt werden, z. B. weil Bauch oder eine große Brust im Weg sind.

DJ: Abnehmen ist für die meisten ein frustrierendes Dauerthema. Wie sehen Sie das?

Kuhn: Es sollte jeder Mensch für sich entscheiden, ob er abnehmen möchte oder nicht. Mit körperlicher Fitness hat die Zahl auf der Waage allerdings nichts zu tun. Wer sich im Alltag gern bewegt und vielleicht noch regelmäßig trainiert, kann dick und fit sein. “Health at every Size” heißt ein Slogan aus den USA. Auch wer kein Gramm verliert, kann dank Bewegung und Sport deutlich fitter und gesünder werden.

DJ: Wo finden übergewichtige Menschen Kurse, in denen sie unter sich sind und auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird?

Kuhn: Die meisten Angebote gibt es bundesweit meist bei Turn- und Sportvereinen vor Ort sowie immer wieder auch bei Volkshochschulen. Dort gibt es engagierte und hochmotivierte Übungsleiter, die sich über jeden neuen Teilnehmer freuen. Aber auch in den Yogastudios gibt es immer mehr spezielle Angebote. In Großstädten bieten Schwimmbäder teilweise Angebote wie Aquafit für Mollige. Es lohnt sich, gezielt nachzufragen. Je mehr dicke Menschen ihren Bedarf anmelden, desto mehr Stunden wird es geben.


von Kirsten Metternich von Wolff

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (10) Seite 66-67

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    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂